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Kapitel IX – Neue Lande 29.04.2014 21:28


CC-Lizenz BY, Emanuel Beier http ://piqs.de

~ Ocean of Stars ~


Skadi, Takata, Teyjen, Lynx, Shiro


Die Schicksalsschläge, die die Wölfe hatten erleiden müssen, hatten einen Riss durch die Reihen beschert. Lücken wie klaffende Löcher im Boden, auf dem sie standen, waren nun da, seitdem ein Wolf nach dem anderen Verluste erlitten hatte. Ein junger Wolf ohne Bruder, ein Schüler ohne Meister, eine Wölfin, die nicht einmal sicher war, ob der Tod eines Wolfs sie erschüttern musste oder ihr egal sein durfte. Mehr von der Verzweiflung getrieben, als von Hoffnung gelockt, kämpfte sich die Gruppe Tage, vielleicht sogar Wochen durch die wüste Eislandschaft. Die Kälte ließ die Luft zum schmerzenden Begleiter werden. Sie kroch ihnen unters Fell, in jede Öffnung, ließ sie ständig daran erinnern, dass sie sich durch eine feindselige Umgebung bewegten. Die Uneinigkeit, die sie mit sich schleppten wie einen schweren Klotz, der sie weiter zu Boden drückte, war der zerbrechliche Boden unter ihren Füßen, von Rissen gesäumt. Würden die weiteren Gefahren, die vor ihnen lagen, das Rudel zu einem Zusammenhalt bewegen oder weiter spalten? Ein klaffendes Moor, Steine, so scharf und spitz wie Raubtierzähne. Die hohen Berge wollten sie zurücklassen. Nichts wie weg von jenem Ort, der so viel Unheil über sie gebracht hatte. War es nicht mehr als eine Erinnerung an bessere Tage, die sie dazu trieb, weiterzugehen? Die Zukunft lag im Voranschreiten, denn das Hier und Jetzt bedrohte ihre Leben. Dort, wo sie nun langgingen, gab es fast nichts, das ihre Mägen füllte, das Sonnenlicht war rar, Todesahnung schwebte über ihnen wie ein gieriger Aasgeier. Der Weg war schwer genug, die Gefahren zahlreich und das Ziel ungewiss. Der letzte Storch, dem sie hatten folgen können, hatte schon lange über ihre Köpfe hinweggesetzt und war außer Sichtweite … vielleicht gar selbst schon tot. Verendet wie die anderen, die den Weg nicht geschafft hatten oder keinen Sinn mehr im Weiterleben erkennen hatten können. Die schlafenden Toten klagten nicht mehr, wenn man nicht länger ihrer gedachte. Und tat man es doch, so half es ihnen auch nicht mehr, sondern zehrte an den knappen Energiereserven. Die Bedrohung lauerte hinter jedem Fels und zwang die Wölfe zu Aufmerksamkeit … keine Zeit um im Gestern zu leben. Und doch war das Vergangene das Einzige, an das sie sich noch klammern konnten, das Letzte das gewiss schien. Der letzte Kraftpol, der die Wanderer mahnte, wie wichtig es war, am Leben zu bleiben …

Niyol, Catori, Luca


Nachdem die Mägen der drei Ziellosen gefüllt waren, hatten ihre Körper wieder die Kraft gehabt voranzuschreiten, der Ödnis zu entkommen und nach einem Lichtschein zu suchen. Aber ihnen stand nicht minder die Ungewissheit bevor. Ein tiefreichendes Unlicht erfüllte ihre Gemüter. Der Letzte, der die Gruppe aus gerade einmal drei verbliebenen Wölfen mit seinem vermeintlichen Frohsinn, seiner Zuversicht antreiben konnte war der Graue. Der letzte Rüde der Gruppe war nun der, an dem alles lag. Seiner Obhut unterstanden die beiden Fähen, die allein nicht weiter wussten, deren einzige Quelle der Zuversicht aus der Gemeinsamkeit kam. Sie verließen sich aufeinander und ihre treibende Kraft war er. Trotzdem musste auch ihnen das Marschieren durch Schnee und Eis unendlich vorkommen. Mechanisches Laufen, das Vor und Stehenbleiben der beiden Beinpaare, wie sie es von Kleinauf erlernt hatten. Monotones Dasein in einer Welt, die nicht mehr versprach als das sichere Ende, wenn sich keine neue fand. Aber wo fand man das schon? Gab es überhaupt ein besseres Ziel? Oder bestand das einzige Ziel darin durchzuhalten? Doch aller Mut und alles Durchhaltevermögen konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage schwierig war. Zu viele schon hatten die Vierbeiner zurücklassen müssen. So viele Wege, die abgegangen waren ins ungewisse Dunkel. Lehrer, Geschwister oder andere Wölfe, denen die Liebe entsprungen war wie einer Quelle das Wasser, waren längst nicht mehr. Ein Teil der Vergangenheit, die keinen Blick zurück erlaubte. Jedes Denken an das, was geschehen war, fraß weiter Kräfte, die sie so sehr zum Überleben brauchten. Die Kluft zwischen dem Schönen, das in der Zeit damals verschollen lag und dem Morgen, das durch den dichten Nebel der Ungewissheit nicht zu erkennen war, war ihr Pfad. Ein Weg der sich wie ein Rinnsal durch das Tal zog, durch ihre Leben, ihre vernarbten Seelen. Je nachdem wie sehr sie zuließen, dass die Wunden von ihren Lebensgeistern zehrten, entschied sich, ob sie tödlich sein würden oder nicht.
Doch der Weg, die lange Ader, die noch Blut führte, endete fürs Erste vor dem weiten Meer. Ihnen lag die Unendlichkeit des Wassers zu Füßen wie ein Untertan. Solange sie hier blieben, machte es vielleicht den Eindruck, die Zeit stand still. Das schwache Licht des Tages erlaubte keine weite Sicht auf das offene Wasser. Aber die Reflexionen auf der blauen Oberfläche ließen einen ins Träumen geraten. Der Ausblick auf das Meer war fürs Erste Belohnung genug. Eine erste Etappe hatten sie gemeistert. Doch mit der nächst höheren Ebene stieg auch die Gefahr. Die Verlockung, sich einfach hinzulegen in das kalte Weiß und den Ausblick auf das schier unendliche Gewässer zum Standbild des eigenen Abschieds verschmelzen zu lassen, war bedrohlich groß. Süß war die Idee vom Ausruhen … vielleicht nur ein bisschen, belohnt von der Gemütlichkeit des Nichtstuns, vielleicht noch größer … zu groß, um überhaupt wieder die Anstrengung auf sich zu nehmen, weiter zu gehen, wo das eigentliche Leben war? Eine Rast … nur für eine Weile.
Doch das Leben winkte. Die Hoffnung flackerte auf wie ein Stern in weiter Ferne. Waren das Spuren? Fährten von Wölfen? Bekannte Gerüche gefroren im Eis, die ihnen von der Chance auf ein Wiedersehen mit alten Freunden erzählten. Hier waren sie gewesen … nicht der Zufall allein trug dazu bei, dass sich der Kreis schloss. Unweit der Eisschlucht lag nicht nur das Risiko, an einer der natürlichen Gefahren zugrunde zu gehen, dort lag auch der Grund zur Hoffnung. Wenn sie die anderen Wölfe tatsächlich wiedertrafen, dann wurde aus dem schwachen Hoffen auf ein echtes Ziel vielleicht eine gewaltige Chance … vorausgesetzt die Wölfe hielten zusammen und pflasterten ihren Weg mit Selbstsicherheit. Vertrauen war in dieser Zeit das höchste Gut. War es ihnen vergönnt eins zu sein, bis das Schlimmste überwunden war? Der Freiblick auf die Küste und die sanft treibenden Wellen wurde zum Botschafter auf ein besseres Morgen, das dort draußen liegen mochte … Eine Zukunft mit jenen, zu denen sie in der Vergangenheit schon ihr Vertrauen gepflegt hatten.



Wetter
- 7°C, windstill, bewölkt (später Winter)

Lokalisation
Niyol, Catori und Luca stehen nordöstlich des Tals vor dem Meer, weiter östlich geht es in Richtung der Eisschlucht. Erste Spuren der anderen Gruppe machen auf sie aufmerksam.

Skadi, Lynx, Takata, Shiro und Teyjen bewegen sich westlich auf die schmale Stelle zwischen Gebirge und Meer zu. Unwegsames, steiniges Gelände macht das Laufen schwer oder unmöglich, der Knochenmoor ist nicht mehr weit.

siehe auch wer ist wo ‹‹


Fraser, Jellin, Shahina, Avon
- schreiben vorerst im alten Kapitel weiter, bis die Gruppe bereit für einen mehrtäigen Zeitsprung ist -


Marrok, Zita und Pilgrim
- warten ebenfalls, bis der Zeitsprung für alle passt -

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Niyol
Und was, wenn ich fliegen kann?


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Niyol ist offline
01.05.2014 14:15

Mechanisch setzte er weiterhin eine Pfote vor die Andere. Mittlerweile hätte er schon wieder etwas fressen können. ~Jepp jepp, so ein kleines Häschen wäre schon was feines. ...Aber wenn du dich wieder an das Schicksal wendest, Niyol, schickt es dir nur wieder irgendein Monster, dass dich eher umbringt, als dass es wirklich als Beute dient, also unterstehe dich, dir irgendetwas zu wünschen. Bisher ist das noch nie gut gegangen.~
Trotz allem hatte sich seine Laune dieses Mal recht gut gehalten und er war doch ganz zuversichtlich, dass sie es schon irgendwie schaffen würden. Luca war eine angenehme, wen auch recht ruhige Reisebegleitung und damit der erholsame Gegenpart zu der tickenden Zeitbombe Catori. Diese kam ihm immer dürrer und schlapper vor, sodass er beinahe schon das Bild von dem Alten im Sinn hatte. Dieses kurze Gespräch, dass das letzte in der Anwesenheit mit seinem Muffelchen hatte sein sollen. Wer konnte schon ahnen wie schnell alles ging? Es war schon ein Wunder, dass die beiden Fähen und er bis hierher gekommen waren. ~Und wir werden es weiter schaffen. Auch ohne Hirschregen.~ Ein etwas trauriges Lächeln huschte über sein Gesicht, als er noch einmal an die kurze, aber abenteuerliche Zeit mit Asoka dachte. Dann jedoch war die Zeit des Gedenkens vorüber. Im Hier und Jetzt lebte er. Von der Vergangenheit träumen konnte er im Schlaf. Also drehte er sich mal wieder um. Die kleine Kontrolle war schon beinahe zur Routine geworden. Wo er am Anfang regelrecht Muskelkater im Hals bekommen hatte und meistens langsamer wurde, weil er die Bewegung ansonsten nicht koordinieren und den Kopf so weit drehen konnte, war das Ganze für ihn mittlerweile ein Kinderspiel. Gewissermaßen war diese Abwechslung beim Laufen sogar ziemlich angenehm, sodass er sich manchmal zurechtweisen musste, nicht alle drei Schritte zu schauen. Meistens löste er das Problem dann damit, dass er sich zurückfallen ließ und versuchte, die Fähen in ein Gespräch zu verwickeln. Mit Luca war es allerdings immer ein wenig ungezwungener, sodass er teilweise sogar sie direkt ansprach. Catori schien darüber nicht böse zu sein. Im Gegenteil, er hatte das Gefühl sie würde sich immer anspannen, wenn er sich ihr zu wandte, sodass er jedes mal wieder befürchtete einen Anfall zu provozieren. Nicht gut. Er wusste nicht, wie er diese Situation bessern konnte, und hoffte, dass vielleicht Luca es schaffte zu ihr durch zu dringen und heraus zu finden was nun wirklich los war. Konnte es wirklich einzig und allein an dem Tod des Fremden liegen? Irgendwie konnte der Sandfarbene dies nicht so recht glauben.
Nachdem er Luca aufmunternd zu gegrinst hatte -Catori mied grundsätzlich seinen Blick-, schaute er wieder nach vorne auf den glatten Schnee, dessen perfekte, glatte Oberfläche er mit seinen nächsten Schritten zerstören würde. Um dieses Trauerspiel des Lebens nicht ständig vor Augen zu haben ließ Niyol seinen Blick immer weiter nach vorne schweifen ...und blieb abrupt stehen.
irritiert schaute er auf das gewaltige Wasser vor sich. Schon vor einer Weile hatte er etwas seltsames gerochen. Doch mit Wasser hatte er irgendwie dennoch nicht gerechnet. Zwar bemerkte er die Nuance der Flüssigkeit in dem Geruch. Aber dieses Wasser roch gänzlich anders als alle Gewässer die er je zu sehen bekommen hatte. generell irritierte es ihn, dass dieses Wasser auch als flüssiges Wasser erkennbar war. Wellen! Überall, selbst auf den Flüssen hatte es eine dicke Eisschicht gegeben, aber dieses Wasser war frei wie es sein sollte. Frei und weit. Ob es an dem tristen Grauweiß lag? Er konnte kein Ende sehen. Kurz schaute er wieder auf den Schnee zu seinen Pfoten. Dann wieder zum Wasser. ~Weißt du was das bedeutet?!~
Egal wie seltsam dieses Wasser roch. Es war flüssiges Wasser, kein Eis.

"Ich glaube wir sind auf dem richtigen Weg. Seht nur das Wasser hier ist nicht mehr gefroren!"

Lachend drehte er sich kurz zu den beiden um, bevor er sich nun doch mit gerunzelter Stirn zum Meer wandte und darauf zu ging.

"Aber es riecht auch äußerst seltsam. ...Irgendwie ein bisschen eklig, wenn ich ehrlich bin"

Vorsichtig pirschte er sich heran und schnupperte geräuschvoll, bevor er letztendlich seine Zunge ausstreckte und sie in das Nass tauchte.

"Irrrrr...."

angewidert schüttelte er den Kopf und ließ die Zunge dabei draußen herum flattern, während sich einige Schauer über seinen Körper zogen. Eigentlich schmeckte es wie es roch, aber irgendwie hatte er doch nicht DIESEN Geschmack erwartet. ~Memo an mich: eindeutig nicht zum trinken geeignet. .... Wobei es jetzt im Nachhinein irgendwie was hat. Vielleicht ....~ Wieder ging er zum Wasser und steckte lediglich seine Zungenspitze hinein, um am Ende wenige Wassertropfen mit einem kleinen 'Schlapp' in seinem Maul verschwinden zu lassen. Ja, so schmeckte sogar dieses Wasser. Aber Durst stillen konnte es nicht, da war er sich sicher.

"Was für ein unfähiges Wasser.",

sprach er daher mit einem bedauerndem Kopfschütteln.

[bei Luca und Catori; Küste vor der Eisschlucht]

"Der Wind wird dein Begleiter sein;
Und du wirst ihn vermissen, wenn völlige Ruhe herrscht."

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Takata
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Takata ist offline
02.05.2014 12:27

Wie viele Tage sie auch immer unterwegs sein mochten, seitdem sie entschieden hatten weiterzugehen … die Bürde der Zerstrittenheit lastete noch immer auf ihr. Irgendwie war es ihnen nicht vergönnt eine unanfechtbare Einigkeit zu finden, nicht einmal jetzt, da ihre Lage so schwierig war. Als hätte Takata nicht schon genug Probleme um die Ohren gehabt seit dem Absturz Tihars und dem Wiedertreffen mit den anderen Wölfen, vor denen sie dieses grauenvolle Geheimnis nach wie vor bewahrte. Sie musste sich fragen, was wohl passierte, wenn sie ihnen die ganze Wahrheit erzählte. Tihar war tot. Etwas, das vielen Wölfen vielleicht unmöglich schien, immerhin hatte er ja so viele Beinahe-Tode überlebt, dass man fast hätte meinen können, er wäre unsterblich gewesen. Und dann das .. er war von einem Felsen gesprungen und aufgeschlagen wie erlegte Beute. Ein dummes Ende für einen dummen Wolf. Ihre größte Angst war die Zufriedenheit der anderen Wölfe über sein Ableben. Sie glaubte nicht, dass sie sich lustig machten, vielleicht auch nicht, dass sie laut äußerten, wie froh sie über seinen Abgang waren oder wie dumm sie es fanden, dass er so etwas getan hatte. Es war ein faktischer Selbstmord gewesen und niemand hätte ihm das zugetraut. Aber diese Erleichterung, dieses Aufatmen der Wölfe, besonders von Teyjens Seite, der ganz offensichtlich der Letzte gewesen war, der unter Tihars Zynismus hatte leiden müssen, das ertrug sie einfach nicht, es wäre ein Stich in ihr Herz. Aber was hatte das Herz übrig für einen, der sie praktisch verraten hatte? Tihar war nicht einfach böse gewesen, er war uneins mit sich selbst. Wäre er wenigstens böse gewesen, dann hätte sie selbst froh sein können über seinen Tod. Aber er hatte sie vor dem Bären bewahrt. Vielleicht würde sie gar nicht mehr leben ohne ihn. Sie konnte es sich nicht erlauben, ihn einfach nur zu hassen und glücklich über seinen Tod zu sein. So einfach war das alles nicht. Takata, die nach wie vor hinter Shiro trottete, blieb für einen kurzen Moment stehen und fuhr mit einem prüfenden Blick über die Gruppe. Skadi, Teyjen … Lynx … sie waren nicht bereit für diese Wahrheit. Sie musste warten, bis Tihars Tod für sie normal genug war, dass sie im Stande war ihnen davon zu erzählen. Je besser die Wunden, die er angerichtete hatte, in der Gruppe verheilten, desto weniger froh würde sie sein Fortgehen stimmen. Die Weiße atmete durch und lief weiter nach Shiro.

Ohne es zu bestimmen, hatte sich herauskristallisiert, welchen Weg sie verfolgten. Sie hatten die verhängnisvolle Schlucht fast verlassen. Doch wenn sie weiter geradeaus marschierten, würden sie zurück in ihr ursprüngliches Tal kommen, wo einst der Meteorit eingeschlagen hatte. Sie mussten jetzt weiter in Richtung Norden, sonst erfuhren sie nie, wo die Störche abgeblieben waren. Die Weiße hielt erneut an und sah zum Himmel. Mit einem Schwanzschlagen entschied sie sich, die anderen darauf aufmerksam zu machen.

„Wir … wir müssen hier lang!“, teilte sie mit und wich von Shiros bisheriger Route ab und ging ein Stück nach links, nur um die richtige Richtung zu markieren. „Die Störche sind in diese Richtung geflogen“, erklärte sie, so als konnte sie die Spuren der Gefiederten in den Wolken riechen. „Hier geht es lang!“, meinte sie bestimmt und sah noch einmal mit Nachdruck auf jeden Einzelnen der Hinter-ihr-Laufenden.

Selbstsicher verfolgte Takata die Richtung, die sie angegeben hatte und marschierte los. Sie zwang sich, den Schnee nicht als Hindernis zu sehen, der ihre Läufe tief einsinken ließ und ihr die Kraft nahm. Bald würde der Weg besser werden, es konnte ja nicht überall so eine tiefe Schicht Schnee liegen. Außerdem sah es dort drüben schon ganz anders aus … schlimmer. Der Schnee wurde zwar weniger, das Wasser war nicht weit. Aber vor ihnen, neben den Füßen der Berge, türmte sich ein unebener Weg aus Schotter und Gestein auf. Es war noch gut ein Stück bis dorthin, aber schon beim entfernten Anblick versprach dies kein leichter Weg zu werden. Dort mussten Unmengen an Geröll und scharfen Steinen liegen, dass selbst unter dieser dichten Lage an Schnee noch erkennbar war, wie uneben und unwegsam das Gelände war. Sie konnten versuchen weiter nach rechts zu gehen, aber diese Gerölllandschaft schien sobald kein Ende zu nehmen. Sie sah noch einmal nach hinten und lief zögerlich ein paar Schritte voran. Einen Plan hatte sie nicht, nur den Willen es zu schaffen. Irgendwie.

(Skadi, Teyjen, Shiro, Lynx - Am Eingang zur Schlucht des Todes)


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KuroShiro
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KuroShiro ist offline
08.05.2014 18:06

Die Stimmung war gedrückt. Shiro hatte sich eine Anmerkung zu Teyjens Kommentar erspart, gebracht hätte es nichts. Doch seither hatte sie den Jungwolf mit eisigem Schweigen bedacht.

Es war, als wäre eine Kluft zwischen den Wölfen, jeder für sich, in einem kleinen, abgeschlossenen Raum, nur für sich. Es war, als würden sie einander sehen, hören - aber nicht spüren. Als wären dicke Eiswände zwischen ihnen.
[ASP - Biotopia]

Seit ihrem Aufbruch führte plötzlich sie die Gruppe. Shiro, die nie führte , aber auch nie blind folgte. Als sie die ersten Schritte getan hatte und das kleine Rudel ihr gefolgt war, hatte sie nicht darüber nachgedacht. War davon ausgegangen, dass sich bald wieder eine Dynamik ergeben würde, einer von ihnen sich vielleicht neben oder vor sie setzen würde.
Doch das geschah nicht. Sie sprachen nur wenig.
Als sie sich dessen bewusst wurde, überlegte sie mehrmals, einfach stehen zu bleiben. Keiner überholte sie.
Also hatte sie ihre Rolle irgendwann angenommen.
Stehen bleiben wollte sie nicht, wenn der preis dafür war, dass die ganze Gruppe stehen blieb und womöglich nicht mehr die Stärke aufbrachte, weiterzugehen.

Stur setzte sie eine Pfote vor die andere. Den Blick hielt sie immer starr nach vorn gerichtet - immer auf das Ziel. Die Berge öffneten sich langsam - das Ende der Schlucht rückte näher und näher. Der Weg wurde ebener, der Schnee lag nicht mehr so tief.
Fixiert wie sie war, bekam sie nicht mit, dass Takata stehen geblieben war. Erst die Stimme der Weißen riss Shiro aus ihrem mechanischen Trott. Abrupt blieb sie stehen und drehte sich um. Sie folgte Takatas Blick.
Was? DA hoch?"
Ihre Stimme troff nur so vor Skepsis.
Andererseits - machte es überhaupt einen Unterschied?
Sie selbst hatte kein Ziel. Sie wollte bloß raus aus dieser Schlucht. Die Gruppe war den Störchen gefolgt, sie wusste nicht, wie lange schon, ehe sie selbst dazugestoßen war.
War es wirklich wichtig, ob sie nun gerade aus weitergingen oder diesen Pfad wählten? Ungemütlich sah er aus. Tief sank Takata ein, als sie einen Schlenker machte.
Doch Shiro hatte nicht mehr die kraft, über Sinn und Unsinn zu streiten. Mochten sie den Weg ändern. Vielleicht führte er heraus. Und wenn nicht, dann würden sie eben hier zugrunde gehen. Welchen Unterschied machte es schon.
"Meinetwegen.", sagte sie also bloß. Ihre Stimme klang dabei vollkommen teilnahmslos.
Sie änderte die Richtung und sank direkt wieder tiefer in den Schnee ein. Ein resigniertes Seufzen noch, dann begann sie, sich weiter vorzuarbeiten und folgte der weißen.

Bald verfiel sie wieder in ihren Trott.
Stur setzte sie eine Pfote vor die andere. Den Blick hielt sie immer starr nach vorn gerichtet - immer auf das Ziel.

[Takata, Skadi, Teyejn, Lynx, Eingang zur Schlucht des Todes]



Still the seeing eye is useless, if you haven't a feeling heart.


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Luca ist offline
09.05.2014 18:36

Schritt für Schritt setzt sie in den Schnee immer weiter hinein in die Ungewissheit, was sie am Ende ihrer Reise erwarten würde und doch auch neugierig darauf. Vielleicht würden sie ja auf ein Rudel treffen und sie wären alle drei nicht mehr so alleine. Sie hatten zwar sich gegenseitig, aber ein großes Rudel war doch etwas anderes als nur zwei Weggefährten. Außerdem schien Niyol Catori irgendwie zu ignorieren. Oder kam ihr das nur so vor? Die beiden kannte sich doch auch schon viel länger. Vielleich mochte Niyol Catori genau deswegen jetzt nicht mehr so wie am Anfang? Oder er war die ganze Zeit über schon so zu ihr. Sie waren vorher ja auch zu dritt, da war das nicht unwahrscheinlich, wo er jetzt doch auch so war. Aber es war jetzt egal und ging Luca auch nicht wirklich etwas an.
Sie ging neben Catori her und fragte sich was sie sagen sollte, um die bedrückende Stille zwischen ihnen irgendwie auszufüllen.

„Hey Catori. Wie geht´s dir?“

Luca wollt sie auch noch fragen, was vorhin mit ihr los war, als sie sich erst kennenlernten. Es konnte ja genauso gut möglich sein, dass sie mit den Gedanken ganz wo anders war und gar nicht mitbekam, dass jemand mit ihr sprach.

„Was ist los?“

Fragte sie skeptisch und blickte irritiert in die Ferne. Da! Jetzt wusste sie es! Da war Wasser. Aber es war nicht gefroren, wie das vom Fluss und viel viel größer. Außerdem hatte es einen seltsamen Geruch.
Bevor Luca auch nur dachte, was das bedeutete sprach es Niyol aus. Ja, sie waren auf dem richtigen Weg. Das war die erste gute Nachricht seit Tagen, die sie zu hören bekam. Freudig setzte sie Niyol nach Richtung Wasser, der auch schon davon getrunken hatte und sich schüttelte. Luca musste kurz auflachen, weil sie seinen Blick so lustig fand, verstummte aber kurzdarauf gleich wieder. Sie wollte nicht schadenfroh sein. Aber er war schon witzig.

„Tja, das ist aber schade.“

Sagte sie ehrlich bevor sie mit der Pfote ins Wasser fuhr und einen Niyol damit abspritzte. Sie freute sich so, dass sie den richtigen Weg gefunden hatten, dass es ihr sogar egal war als sie selbst etwas von dem scheußlichen Wasser ins Maul bekam.

[bei Niyol und Catori; Küste vor der Eisschlucht]


I´m calling for you now
Can you hear me?
Please, don´t leave me alone
You are all what I have

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Skadi
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Skadi ist offline
18.05.2014 16:23

Die letzten Tage war nicht viel gesprochen worden. Worüber hätten sie sich auch unterhalten sollen? Dass sie Wölfe hatten zurücklassen müssen und andere gestorben waren? Dass alles besser wurde, wenn sie erst ihr Ziel erreicht hatten? Welches Ziel überhaupt? Sie folgten nach wie vor den Störchen, allerdings nicht, weil sie wirklich von diesem Plan überzeugt waren, sondern weil ihnen schlicht nichts anderes mehr übrig blieb. Niemand wusste, ob und wann sie dort ankommen würden oder was sie in ihrer neuen Heimat überhaupt erwartete. Heimat. Noch so ein Wort, das inzwischen seltsam fremd klang.
Während Shiro voranging, bildete sie den Schluss der kleinen Gruppe. Sie hatte nicht weiter darüber nachgedacht, es hatte sich einfach so ergeben. Hauptsächlich deshalb, weil sie sich um Teyjen sorgte, auch wenn sie das nur ungern zugegeben hätte. Seit sie Kyevjen zurücklassen mussten, rechnete sie insgeheim jeden Augenblick damit, dass der Jungwolf abrupt stehenblieb und sich in den Schnee sinken ließ. Dass er einfach aufhörte, zu funktionieren. Sie war sich selbst nicht sicher, warum sich bei diesem Gedanken alles in ihr zusammenzog. Vielleicht, weil sie ihn irgendwie liebgewonnen hatte, oder weil sie sich insgeheim verantwortlich fühlte. Oder weil sie wusste, dass es das Ende wäre.
Sie hob den Kopf, als Takata plötzlich das Wort ergriff und eine andere Richtung vorgab. Obwohl sie keinen Ton von sich gab, musste sie sich doch schwer zusammenreißen, bei dem knappen Wortwechsel nicht die Augen zu verdrehen. Auf der einen Seite Takata, die sich redlich bemühte, der Gruppe die Richtung zu weisen, es dabei allerdings irgendwie schaffte, so unsicher zu wirken, dass man ihr nur ungern folgte. Auf der anderen Seite dagegen Shiro, die prompt mit einem pampigen Kommentar in ätzendem Tonfall deutlich machte, was sie von der Idee hielt.

“Es gibt keinen anderen Weg.“

Nicht zum ersten Mal fragte sie sich, wie diese beiden es überhaupt so lange miteinander ausgehalten hatten. Sie waren unterschiedlich wie Tag und Nacht. Letztendlich marschierte allerdings auch die Schwarze anstandslos in die ihr gewiesene Richtung – vielleicht weil insgeheim auch ihr klar war, dass sie keine Wahl hatten. Der Weg durch die Schlucht war ihnen nach wie vor versperrt, während ein Rückzug ins Tal nicht in Frage kam. Sie waren geflohen, weil sie keine Beute hatten finden können und aus dem einst lebendigen Tal ein öder, dunkler Ort geworden war. Warum sollte sich daran etwas geändert haben? Und selbst wenn … sie konnten nicht zurück. Nicht nach all dem, was sie durchgemacht hatten.
Trotzdem überkam sie ein ähnlich ungutes Gefühl wie Shiro, als sie den Blick über die zu bewältigende Strecke schweifen ließ. Der Weg, ohnehin schon tückisch und uneben, war zusätzlich zum Großteil mit schmelzendem Schnee bedeckt. Das waren so ziemlich die widrigsten Umstände, die sie sich vorstellen konnte. Man konnte nicht einmal sehen, wohin man trat, und rutschig war es vermutlich auch noch.

“Kannst du noch weiter?“, erkundigte sie sich leise bei Teyjen.

Sie wusste nicht, wie trittfest der junge Wolf war, hoffte aber um seinetwillen, dass er nicht zu erschöpft für dieses nicht gerade ungefährliche Unterfangen war. Wenn sie sich jetzt an die Überquerung des Gerölls machten, gab es kein Zurück mehr.


[Takata, Teyjen, Shiro, Lynx | Eingang zur Schlucht]

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Catori
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Catori ist offline
23.05.2014 20:24

Allmählich schalt sich Catori dafür, nur die wenigen Bissen gegessen zu haben. Ihr Magen fühlte sich an, als würde er sich bei jedem Schritt ein Stückchen mehr verschlingen. Noch dazu hatte sie ständig das Gefühl, Kimi würde ihr immer wieder zuflüstern, dass dies schon gerecht so sei und sie all das verdient hätte. Doch bis jetzt hatte die Graue es jedes mal geschafft, all das so weit wie möglich von sich fort zu schieben, weil sie die Anderen nicht schon wieder aufhalten wollte. Besonders wenn Niyols Blick auf ihr ruhte, wäre sie jedes Mal lieber vor Scham, bezüglich der Vorkommnisse im Boden versunken. Wenn er sie ansprach, bekam sie mittlerweile kaum noch ein Wort heraus. Zum Glück schien ihr dann immer Luca aus der Patsche zu helfen. Die weiße Fähe hatte ihr wohl ihren Anfangsauftritt verziehen und bemühte sich sichtlich freundlich zu sein. Allein deswegen musste Catori sie einfach mögen. Früher hätte sie solch eine nette Wölfin beschwingter durch das Leben gehen lassen. Leider machte ihr nun jedoch die freundliche Art ein noch schlechteres Gewissen, weil sie selbst nichts ebenbürtiges erwiderte. Es musste aussehen, als wüsste sie die Bemühungen der Weißen nicht zu schätzen, dabei war es ihr einfach nicht möglich die Mundwinkel für längere Zeit überzeugend nach oben zu ziehen, ohne gleich in Tränen auszubrechen. Wann war sie nur so ein winselnder Welpe geworden, der sich überhaupt nicht mehr unter Kontrolle hatte? Hätte Catori genug Kraft gehabt, hätte sie sich womöglich gehörig über sich selbst geärgert, doch sie war schon froh, dass sie es schaffte ihren Körper hinter den der anderen hinterher zu schleppen.
Als hätte Luca ihr inneres Herumjammern gehört, fragte sie Catori nun auch noch prompt, wie es ihr ging. Die Graue konnte ja nun schlecht antworten, dass sie sich keineswegs gut fühlte, denn um alles in der Welt wollte sie nicht erklären müssen, warum dem so war. Also musste sie Lügen und das behagte ihr eigentlich ebenso wenig. ~Was du machst, machst du falsch.~ Zögerlich versuchte die Graue erst einmal ihren Gegenüber an zu lächeln, zögerlich schlichen ihre Mundwinkel nach oben. Niyol ersparte ihr im Folgenden glücklicherweise die Reaktion. Der Rüde war ruckartig stehen geblieben, sodass auch Luca und sie stoppen mussten. Während Luca noch Catoris erste Gedanken aussprach, schaute die Graue bereits angestrengt in die Ferne. War das...? Einmal hatte sie solch ein Bild schon gesehen, nachdem Kimi ihr damals davon erzählt hatte. Doch selbst ihre Lehrerin hatte das Meer nur vom Hören-Sagen gekannt. Nun sollte es schon das zweite Mal sein, dass sie dieses Phänomen sah, seitdem sie aufgebrochen war. Aufgebrochen nach Kimis Tod. Wie hätte sie ahnen können, dass sie noch so viele sterben sehen würde? ~Weil du allein Schuld bist. Sie sterben wegen dir!~ Wieder diese flüsternde Stimme. Ängstlich schüttelte Catori ihren Kopf. Es durfte nicht wieder schlimmer werden! Sie hatte nun schon so lange Tage durchgehalten. Und doch zischte die Stimme weiter.
Dabei hatte Kimi doch gesagt, das Meer würde alles schlechte endgültig vom Land fort tragen. Die Flüsse sammelten Kleinigkeiten und Geister ein und brachten sie dem Meer, welches alles in eine andere Welt mit seinen Wellen forttrug. Letztes Mal hatte sie das Meer als einen Neuanfang gesehen. Konnte es diesmal nicht auch so sein?
Als wollten Niyol und Luca ihrem Wunsch Wirklichkeit einhauchen, spielten sie am Ufer ein recht amüsantes Szenario. Niyol musste natürlich das Wasser probieren. Offenbar wusste er nicht, was er da vor sich hatte. Luca schien war es dagegen bekannt und so lachte sie den Sandfarbenen regelrecht aus, bevor sie ein Gesicht mit einem Pfotenschwung erneut mit dem 'unfähigen Wasser' in Berührung brachte.
Vertieft in das Schauspiel vor ihr, vergaß Catori tatsächlich beinahe ihre negativen Gedanken. Geistesgegenwärtig ließ sie sich auf den kalten Untergrund sinken und beobachtete einfach nur die beiden fröhlichen Wölfe als Kunstwerk einer Situation.

[bei Luca und Niyol; Küste vor der Eisschlucht]

Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von Catori am 23.05.2014 20:25.


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Niyol
Und was, wenn ich fliegen kann?


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Dabei seit: 22.12.2010
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Niyol ist offline
25.05.2014 09:42

Als er das Lachen hinter sich hörte, verengte er seine Augen zu Schlitzen und drehte sich zu der Weißen um. Lange konnte er die gespielt ernste Miene nicht aufrecht erhalten, sodass sie ein diabolisches Grinsen auf seinem Fang ausbreitete. Soso, sie lachte ihn also aus? Offenbar hatte er sie anfangs als verklemmter eingeschätzt, sodass er nun gar nicht mitbekommen hatte, wie entspannt sie sich offenbar in ihrer kleinen Gruppe verhielt. Aber jetzt wo er darüber nachdachte, stimmte das wohl. Seltsamerweise war Catori diejenige, die ihn stocken ließ, weil er meinte, vorsichtig sein zu müssen. Luca dagegen war tatsächlich eine angenehme Gesellschaft.
Und prompt bei diesem Gedanken, traf ihn das eiskalte Salzwasser im Gesicht. ~Ok, vielleicht sollte ich das doch noch einmal überdenken.~, dachte er nicht ganz ernst, während er eine überraschte und gespielt tadelnde Miene aufsetzte.

"Du weißt hoffentlich, was du heraufbeschwörst."

Das Wasser war zu kalt und es war seiner Meinung nach zu gefährlich sich jetzt einfach mal so mit dem Nass zu tränken, um es dann bei der doch noch frostigen Luft trocknen zu lassen. Aber davon kommen lassen wollte er sie dennoch nicht und so drehte er sich leicht und ging dabei rückwärts ein Stück ins Wasser, um sie nun, wenn er sich lachend auf sie warf, gleichzeitig ein Stück von diesem Riesensalzsee weg zu treiben. Sie musste ja nicht wissen, dass er es ansonsten für etwas leichtsinnig hielt. Schließlich freute auch er sich über das bisschen Ausgelassenheit. Und so stürzte er sich mit einem spielerischen Knurren auf sie und versuchte dabei ein Ohr zu schnappen. Gleichzeitig achtete er die ganze Zeit über strengstens darauf, dass es immer vom Wasser weg ging. Leider machte er sich dadurch gleichzeitig auch angreifbarer. Hin und wieder fehlte ihm die Deckung, aber da er nicht im Sinn hatte, einen Machtkampf zu veranstalten, musste er das wohl einfach hinnehmen.
Das Catori abseits stand und sie beobachtete, nahm er nur unterschwellig wahr. Da er derzeit eh nicht mehr wusste, was für sie in Ordnung war und was nicht, war es sowieso besser, sie in Ruhe zu lassen, bis sie von selbst wieder dazu bereit schien.

[bei Luca und Catori; Küste vor der Eisschlucht]
(ich weiß, der ist supermini, aber irgendwie gehts grade nicht länger x) )

"Der Wind wird dein Begleiter sein;
Und du wirst ihn vermissen, wenn völlige Ruhe herrscht."

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Lynx
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Lynx ist offline
25.05.2014 16:49

Schweigend stampfte Lynx durch den Schnee. Wie lange schon, wusste er nicht mehr. Und wenn er ehrlich war, scherte es ihn auch wenig. Teyjens letzte Worte, bevor er nachgegeben und mit ihnen gekommen waren, hallte immer wieder durch seine Gedanken und ließen sein Herz schwer werden. Der Weiße wusste, würden sie am Ende Kyevjen nicht wiederfinden, würde er sich das nicht mehr verzeihen. Auch wenn er noch immer glaubte, dass es für sie alle keine andere Möglichkeit gegeben hatte.

Nur nebenbei hatte er zur Kenntnis genommen, dass Shiro nun das Rudel anführte. Der Weiße war sich nicht sicher, ob die Schwarze wusste wohin es ging, doch sie marschierte scheinbar zielstrebig dahin – und das war Lynx schon genug. Skadi folgte Shiro immerhin auch. Bislang waren sich die drei Fähen einig, wer führte und wohin. Doch im Falle eines Falles würde Lynx immer der Sandfarbenen folgen. Der Weiße vertraute der Fähe, welche in seinen Augen als Anführerin bewiesen hatte im Umgang mit Tihar und dem Wildschwein.

Was wohl aus dem schwarzen Riesen geworden ist? Erst als sie schon aufgebrochen waren, hatte sich Lynx wieder an Tihar erinnert. Um Kyevjen hatte sich jeder Sorgen gemacht. Teyjen wäre sogar beinahe nicht mitgekommen. Aber nach dem Schwarzen hatte sich niemand mehr erkundigt. Niemand hatte vorgeschlagen ihn zu suchen. Natürlich hatte dieser gezeigt, dass er kein Teil des Rudels sein wollte, dass man ihm nicht vertrauen konnte. Er hatte Teyjen bedroht und war damit für die Gemeinschaft untragbar geworden. Und dennoch konnte der Weiße den Stachel der Schuld nicht ganz abschütteln. Wenn Tihar starb, dann trugen sie Schuld daran... oder?

Eine Stimme durchbrach die Stille und riss Lynx aus seinen Gedanken. Er brauchte einen Moment, um zu begreifen, was die weiße Fähe von sich gegeben hatte. Blinzelnd begutachtete er den Weg, den Takata vorschlug. Sie klang zumindest am Ende ihrer kleinen Rede ziemlich sicher in ihrer Behauptung, doch Lynx hatte die Störche nicht fliegen sehen und wusste nicht ob Shiros bisheriger Weg oder Takatas der richtige war.

Die Schwarze äußerte sich zuerst wenig begeistert, doch vielleicht lag das lediglich an der Schwierigkeit der Route als an der Route selbst. Takata selbst sank tief in den Schnee ein und unsicher und fragend sah Lynx zu Skadi. Er vertraute der Entscheidung der Sandfarbenen außerdem hatte sein Meister ihn gelehrt, dass ein leichter Weg nicht immer garantierte, dass man sein Ziel erreichte. Manchmal musste man schwierigere Routen wählen oder ein Risiko eingehen.

Skadi und Shiro gaben schließlich ihr Okay und so sah auch Lynx keinen Grund sich gegen die Entscheidung der Weißen zu stellen. Schweigend wie bei allem in den letzten Tagen fügte er sich in sein Schicksal.


[bei Skadi, Teyjen, Shiro und Takata | Eingang zur Schlucht des Todes]

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Teyjen ist offline
30.05.2014 20:22

Teyjen starrte zu Boden, so wie er es schon seit geraumer Zeit tat. Seit sie aufgebrochen waren, hatte er vermieden, den Blick zu heben. Für ihn war alles gesagt, er wollte nur in Ruhe gelassen werden. Jede Berührung würde ihn zurückwerfen in das tiefe Loch, aus dem er gerade erst wieder herausgekrochen war. Alles, was er wollte, war die schmerzvollen Erinnerungen zu vergessen. Und trotzdem wollte sein Bruder nicht aus seinen Gedanken verschwinden.
Sollte der Kleine sich Vorwürfe machen, weil er sein eigenes Leben dem seines Bruders vorangestellt hatte, obwohl der Große seines ohne zu zögern für Teyjen aufgegeben hätte? Es bereitete ihm Kopfschmerzen. Im Grunde war es jetzt egal. Es war zu spät, um umzukehren, und außerdem völlig sinnlos. Wenn er jetzt noch gehen würde, würde er in sein eigenes Verderben laufen. Der Jungwolf schüttelte den Kopf, als könnte er so die bösen Gedanken vertreiben.

Die gesamte Zeit über war er hinter Shiro hergetrottet, es hatte sich einfach so ergeben, doch als die ganze Truppe ins Stocken geriet, begann er sich langsam zu fragen, ob es nicht besser wäre, Skadi würde die Führung übernehmen. Ihr traute er allemal.
Es war nicht so, dass Shiro nicht vertrauenswürdig genug war, aber sie war mit der Weißen gekommen, und bei Takata war er sich nicht so sicher. Vielleicht hatte er einfach Angst, dass sich die Vergangenheit wiederholen könnte. Wen würde die Weiße diesmal verlieren? Lynx? Oder gar sich selbst?

Trotzig schaute er auf, während die anderen scheinbar über eine bevorstehende Richtungsänderung diskutierten. Wohin immer es auch gehen würde, es machte keinen Unterschied mehr. Störche hin oder her. Der Kleine verdrehte leicht die Augen, als Takata sich auffallend in eine Richtung wandte, die sie für die richtige hielt. Aber nicht nur Teyjen war von ihrer Idee eher wenig begeistert, auch Shiro zeigte ihr Missfallen ganz offen. Skadi versuchte offensichtlich die Situation ein wenig zu entschärfen, doch gänzlich überzeugen konnte sie Teyjen nicht. Er war nicht gerne gemein zu der Fähe, ganz im Gegenteil. Jetzt, da er wusste, wie offen und gefühlvoll sie sein konnte, schätzte er ihre Anwesenheit umso mehr, aber im Moment zeigten die nervenaufreibenden Geschehnisse der vergangenen Tage noch ihre volle Wirkung.

Der Weg, den Takata ausgewählt hatte, war nicht gerade der bequemste. Langsam begann Teyjen an der geliebten Storch-Theorie der Weißen zu zweifeln. Die Vögel waren wohl einfach darüber hinweggeflogen, aber sie als Wölfe mussten bergauf, bergab, das war doch viel beschwerlicher. Wer sagte ihnen, dass sie nicht eines Tages vor einer riesigen, unumgänglichen Steinwand stehen würden? Dann wäre alles umsonst gewesen. Dann hätte er seinen Bruder umsonst zurückgelassen. Tief im Herzen hoffte er, dass es niemals dazu kommen würde. Aber er hoffte es nicht für sich, sondern für die Weiße. Würde sie das Rudel in die Irre führen, dann –

Die Sandfarbene riss den Jungwolf aus seinen düsteren Gedanken. Er fühlte sich etwas überrumpelt. Hatte Skadi schon lange auf ihn eingeredet? Es freute ihn, dass sich die Fähe um ihn sorgte, aber hatte er eine Wahl? Würden sie eine andere Richtung einschlagen, nur weil der Kleine es so wollte? Mit Nichten. Er nickte nur kurz, um Skadis Frage zu beantworten, und sah ihr dabei tief in die Augen, weil er glaubte, sich an ihnen festhalten zu können.
Plötzlich suchte der Kleine Lynx‘ Blick. Das Gefühl der Einsamkeit schlich sich langsam in sein Herz, doch das wollte er nicht zulassen. Er hatte Skadi und Lynx. Sie würden doch immer hinter ihm stehen, oder etwa nicht? Er musste es wissen. Er sprach leise, aber er wusste, dass sie ihn hören würde.

„Du b-bleibst hinter mir, S-Skadi“, versuchte er hervorzupressen.

Es war keine Frage gewesen, eher eine unsichere Feststellung. Zu wissen, dass sie hinter ihm ging, gab ihm die Sicherheit die er brauchte. Denn er suchte Halt. Das war es, was ihm fehlte. Und dieser Geröllhaufen vor ihm schien ihm diesen Halt auch nicht geben zu können.

(Bei Skadi, Lynx, Shiro & Takata)

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Takata
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Takata ist offline
01.06.2014 20:04

Unsicherheit und Zweifel lagen in der Luft und man konnte es förmlich wittern. Takata atmete unregelmäßig ein und aus, während sie mit dem Blick herumfuhr und eine sichere Stelle zum Beginn ihres schweren Marsches suchte. Die spitzen Steine, das Geröll, das vor ihnen lag, war nicht gerade ein einladender Weg den man aus purer langer Weile auf sich nahm. Doch im Anbetracht dessen, dass die tiefe Schlucht ihnen viel mehr Unglück gebracht hatte als zunächst befürchtet, konnte es hier fast nur noch besser kommen. Vielleicht war der Weg, der auf den ersten Blick so steinig war im wahrsten Sinne des Wortes, am Ende umso friedlicher. Wenn sie an ihr Ziel kamen –eines fernen Tages– dann konnten sie zurückblicken auf eine lange und steinige Wanderung durch jedes erdenkliche Gelände. Es schien fast so, als wollte das Schicksal sie auf die Probe stellen. Wie stark war der Lebenswille bei jedem einzelnen, dass er bereit war, weiterzugehen, egal was kam? Aber da waren nicht nur die physischen Hürden wie spitze Steine und Schutt, die ihnen das Fortkommen erschwerten, es gab dort vor allem auch noch diese bedrückende Atmosphäre, die ihnen auf den Gemütern lag. Auf die anderen musste sie schrecklich pessimistisch wirken, dabei gab sie sich alle Mühe die Wölfe mit der alten Zuversicht anzustecken, die sie damals in der jungen Gruppe versprüht hatte. Doch nach alledem was vorgefallen war, konnte sie nicht länger so tun als wäre nichts. Ihre Gedanken an die letzten Augenblicke mit dem Schwarzen lenkten sie unangenehm ab. Die Kontroverse im Bezug auf Kyevjen und die verlorene Hoffnung auf ein Wiedersehen, hatten die Gruppe nicht gerade bestärkt. Und –auch wenn es schon recht lange her war– auch die Trennung von Zita und vor allem Pilgrim lasteten noch immer auf ihrem Geiste. Nichts wünschte sie sich lieber, als dass alles wieder heil und schön wurde. Dass der Schnee endlich schmolz und dass sie wieder vereint waren. Aber wie sollte das gehen, noch dazu wo Takata sich nicht einmal sicher sein konnte, wie das perfekte Rudel denn aussehen sollte. Mit Tihar oder ohne? Nicht einmal sie war sich dessen noch sicher. Aber die Grübelei war überflüssig. Nicht nur der Tote würde nicht wiederkehren, auch der erneute Zusammenschluss Zitas oder das Wiederfinden Kyevjens waren ausgeschlossen. Optimismus musste von woanders herkommen. Doch ihre Überredungskunst allein brachte sie dieses Mal nicht weiter. Kein Storch am Himmel, kein Sonnenstrahl auf ihren Häuptern. Stattdessen nur kalte Luft und beißender Zweifel. Die Missgunst einiger Rudelmitglieder züngelte wie Flammenfinger nach ihr. Sie drehte die Augen zur Seite, aber einen rechten Blick nach hinten wagte sie dennoch nicht. Stattdessen verursachte ihre selbst herbeigeführte Ablenkung nur, dass sie sich einen Fehltritt mit der linken Vorderpfote leistete. Ihr Vorderkörper rutschte nach unten zwischen zwei der Felsen und ihr Kinn prallte gegen den Stein. Die Angst, hier stecken zu bleiben und unwürdig in einer Felsspalte zu verhungern, explodierte förmlich in ihr, noch bevor der eigentliche körperliche Schmerz ihren Kopf erreicht hatte. Doch bei dem blieb es, denn sie steckte keineswegs fest. Eifrig richtete sie sich wieder auf und stellte ihre missglückt aufgetretene Pfote auf eine sichere Stelle. Sie warf den Blick flüchtig nach hinten und versicherte, dass alles in Ordnung war.

„Alles gut, nichts Schlimmes. Weiter!“

Mochte man ihren Ausrutscher als schlechtes Omen oder als abschreckendes Beispiel sehen, ihnen blieb ja doch keine Wahl. Sie waren zu weit fortgeschritten, um jetzt aufzugeben. Außerdem machte sich das störende Gefühl des Hungers in ihr breit. Sie hatten gar keine Wahl als weiterzumarschieren. Ihnen blieb nur die Flucht nach vorn mit der Versicherung als Antriebsmittel, dass es eigentlich nicht mehr schlimmer kommen konnte ...

(Skadi, Teyjen, Shiro, Lynx – zwischen Gebirge und Meer, bei den spitzen Steinen)


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Luca ist offline
03.06.2014 15:17

Luca fand, dass Niyol viel witziger sein konnte als sie anfangs gedacht hatte. Aber sie machte sich auch ein wenig Gedanken über Catori. Wieso kam sie nicht herüber und vergnügte sich mit ihnen im Wasser? Aber das wollte sie jetzt nicht fragen, sie war viel zu sehr damit beschäftigt nicht umzufallen vor lachen. Noch dazu als sie Niyols gespielte ernste Miene sah. Sie konnte noch nichteinmal mehr etwas auf seine Worte sagen, weil sie zu sehr damit beschäftigt war aufzuhören mit lachen.
Deshalb traf es sie umso härter als Niyol sich plötzlich auf sie stürzte und nach ihrem Ohr schnappte. Ein kurzer erstickter Laut entfuhr ihr aber sie fasste sich schnell wieder und drehte den Kopf weg, sodass Niyol ihr Ohr nicht erwischen konnte. Beinahe wäre sie dabei umgefallen, da das Wasser doch eine strake Strömung hatte, vor allem weil sie so lachen musste. Aber sie schaffte es sich auf den Beinen zu halten, ein nasses Fell wäre auch nicht gerade vorteilhaft, da die Luft doch noch ziemlich kalt war.
Luca machte einen Bogen um Niyol herum sodass sie hinter ihm stand. Dort blieb sie einen Bruchteil stehen um, Niyol eine kleine Reaktionszeit zu lassen, dann schnappte sie nach Niyols Rute. Sie musste es ein paar mal versuchen, aber schließlich bekam sie seine Rute zu fassen. Sie biss nicht zu sondern hielt sie nur fest.
Dann streifte ihr Blick wieder Catori, die am Rand stand und sie beide beobachtete. Immer wieder fragte sich Luca, was nur mit ihr los war? Wieso hatte sie ihr nichteinmal eine Antwort auf ihre Frage, wie es ihr ginge, gegeben? Und wieso kam sie jetzt nicht zu ihnen und spielte mit? Sie beschloss noch einmal einen Versuch zu starten, Catori zum herkommen zu bewegen.

„Hey Chatori, chomm rüber schu unsch!“

, nuschelte sie durch Niyols Rute hindurch. Wenn sie wollte, würde sie schon kommen, und wenn sie ihr wieder keine Antwort gab, würde sie Catori erstmal in Ruhe lassen. Vielleicht wollte sie ja auch gar nicht und braucht einfach mal nur sich selbst und sonst niemanden.

[Bei Niyol und Catori, Küste vor der Eisschlucht]


I´m calling for you now
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KuroShiro ist offline
05.06.2014 21:43

Kurz schaute Shiro zurück. Folgen die anderen?
Sie wusste nicht, was sie erwartete. Widerworte vielleicht, warum auch nicht? Der Weg war bedrohlich und der, den sie verließen, hatte sicher gewirkt, war gut begehbar gewesen. Insbesondere von Skadi hätte Shiro einen Protest erwartet... - doch nichts. Dass es keinen andren Weg gäbe, sagte die Sandfarbene nur. Shiros Meinung nach gab es zwar durchaus einen anderen Weg - nämlich den, den sie gerade verließen, doch ihr war es gleich. Sie war bergiges, vereistes Gelände gewohnt, schließlich war sie in einem solchen aufgewachsen.
Zwar würde selbst für sie der nun angestrebte Pfad eine Herausforderung werden - aber keine, der sie sich nicht zu stellen wagte. Aber anscheinend sahen sich auch die anderen drei dazu in der Lage.

Sie folgten also der vorausschreitenden Takata und Shiro setzte ihren Weg fort. Nur langsam erwachte sie wieder aus dem mechanischen Trott, in den sie verfallen war. Schnurgeradeaus laufen, das funktionierte nicht mehr. Sie musste ihre Pfoten mit Bedacht platzieren.
Eisige und somit rutschige Stellen meiden, aber auch nicht auf einen spitzen Stein treten - und das war ganz schön schwierig, wenn alles von einer dicken Schneedecke überzogen war.

Den Blick auf den Boden geheftet hörte sie nur eine Art Rauschen, gefolgt von einem dumpen Aufprall. Sie schaute auf. Takata war mit einer Pfote wohl in eine Spalte geraten und abgerutscht, jedenfalls deutete ihre Körperhaltung das an. Doch ehe Shiro etwas sagen oder fragen konnte, hatte die Weiße sich schon wieder in die Vertikale begeben und versicherte, dass alles in Ordnung sei, ehe sie sich wieder emsig an die Beschreitung des tückischen Weges machte. Die Schwarze war verdutzt stehen geblieben und schüttelte den Kopf.
"Also wirklich... vielleicht sollten wir etwas langsamer laufen. Und direkt hintereinander, den Spuren des Vorhergehenden folgend. So können keine Unfälle passieren., schlug sie vor. Das auch im Hinblick auf Teyjen, der vermutlich keine Erfahrung mit solchem Gelände hatte. Zudem würde es leichter werden, wenn er bereits ausgetretene Wege nutzen konnte und sich nicht durch den Schnee arbeiten musste.
Überhaupt, wenn sie den Platz an der Spitze oft genug wechselten, würden sie alle Kraft sparen können.

[Eispfad, Takata, Skadi,Lynx & Teyjen]



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Skadi ist offline
11.06.2014 16:24

Fest erwiderte sie Teyjens Blick und versuchte dabei Zuversicht auszustrahlen, doch ihre Lefzen wollten sich einfach nicht zu einem Lächeln verziehen. Ihre Lage war zu ernst, der Weg zu schwer, als dass sie ihn auf die leichte Schulter nehmen konnten. Hinterher würden sie es vielleicht bereuen, wenn sich jemand nach einem Fehltritt das Bein brach – das sichere Todesurteil für einen Wolf in diesem Terrain. Aber es war müßig, solche Gedanken laut auszusprechen, ja, sie überhaupt zu denken. Sie hatten ohnehin keine Wahl, konnten immer nur weitergehen, bis sie eins Tages irgendwo ankamen. Auch wenn sie sich in vielen Dingen nicht einig waren, in dieser Sache hatte Takata recht. Sie konnten es sich nicht leisten, umzukehren oder gar aufzugeben. Sie mussten Ausdauer und Hartnäckigkeit beweisen und einen längeren Atem als dieses verflixte Tal. Und auch Teyjen konnte es schaffen, denn der Jungwolf war stärker als er dachte. Eines Tages würde auch er es noch merken. Er hatte dort weitergemacht, wo andere längst aufgeben wollten. Vielleicht hatte er dabei nicht unbedingt souverän gewirkt und kam oft an seine Grenzen, aber er ging weiter. Er hatte selbst Kyevjen überlebt.
So gesehen kam Takatas Ausrutscher wahrscheinlich zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt. Bestürzt zuckten ihre Ohren in die entsprechende Richtung und sie reckte den Hals, doch viel sehen konnte man von hinten nicht unbedingt. Das fing ja gut an. Zum Glück rappelte die Weiße sich sofort wieder auf und versicherte ihnen, dass alles in Ordnung sei. Dennoch machte sie sich Sorgen – sie konnte nur hoffen, dass dieses Missgeschick Teyjen nicht allzu sehr aus der Fassung brachte. Es war gut, wenn er seine Schritte nun noch vorsichtiger setzte, als er es ohnehin schon getan hätte, aber ein zitterndes Bündel Elend konnten sie bei dieser Passage nicht gebrauchen. Auf Shiros Worte hin nickte sie nur knapp und wandte sich dann an den Jungwolf.

“Ich bin gleich hinter dir“, versicherte sie ihm. “Lynx geht vor dir, du brauchst einfach nur in seine Stapfen zu treten.“

Lediglich die Falte auf ihrer Stirn verriet, dass es eben doch nicht so einfach werden würde, wie es vielleicht klingen mochte. In solchen Zeiten war sie froh, dass sie nach wie vor ihre Maske überstülpen und mit steinerner, unbewegter Miene losmarschieren konnte, vielleicht geradewegs ins Verderben. Lediglich ihr Herz klopfte verräterisch, denn jetzt hatte sie nicht nur Angst um sich selbst, sondern auch um Teyjen. Und Lynx. Na gut, ein bisschen sorgte sie sich auch um die Anderen. Und das war schlecht, denn nun drehte sich nicht mehr alles nur ums eigene Überleben. Gemeinsam war es schwieriger, man hatte mehr zu verlieren. Aber vielleicht war es auch schöner und weniger einsam.

[Takata, Teyjen, Shiro, Lynx | Eingang zur Schlucht]

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Lynx ist offline
17.06.2014 17:59

Vorsichtig suchte sich Lynx einen Weg über das Geröll, den Blick starr auf den Boden gerichtet. Die blieb gedrückt und keiner schien so wirklich Lust oder Interesse daran zu haben, die Stille zwischen ihnen mit Worten zu füllen. Dieses eine Mal störte das den Weißen relativ wenig. Dieses eine Mal fühlte er sich trotz – oder eher: gerade wegen – der gedrückten Stimmung wohl dabei schweigend dahin zu ziehen. Außerdem erlaubte es ihn sich ganz darauf zu konzentrieren wohin er seine Pfoten setzte.

Als der Weiße Teyjens Blick spürte, wandte er pflichtschuldig den Kopf und schenkte dem Jungwolf ein hoffentlich ermutigendes Lächeln. Es war leicht gezwungen, nicht das man es ihm ansah. Sein Meister hatte ihn gelehrt in der jeder Situation eine lächelnde Maske aufzulegen, die ganz natürlich wirkte. Doch nicht ganz ehrlich. Wenn man den Weißen genau in die Augen sah, konnte man erkennen, dass sein Lächeln es nicht erreichte.

Die Worte an Skadi schnappten seine Ohren nicht auf, vielleicht auch da er sich bereits wieder nach vorn gewandt hatte, um ein Auge auf seine Pfoten zu behalten. Aus dem Augenwinkel sah er wie Takata taumelte... nein fiel, sich jedoch einen Augenblick später wieder aufrappelte. Das alles ging so schnell, dass Lynx in seiner Überraschung gar nicht die Möglichkeit hatte sich groß Sorgen zu machen, bevor die Weiße wieder stand und auch schon verkündete, dass alles bestens wäre.

Shiro wollte es jedoch nicht einfach so belassen und tat ihre Meinung zum weiteren Vorgehen kund. Lynx konnte ihre Gründe verstehen und nickte ebenfalls seine Zustimmung. Nicht nur das alle den gleichen, sicheren Pfad beschritten, würde es für die Wölfe weiter hinten immer leichter werden, da der Schnee platt getreten war. So konnte man Kräfte sparen. Und dann fühlte es sich plötzlich wieder etwas mehr wie eine Gemeinschaft an, als wie vier Einzelgänger, die nebeneinander dahin stampften. Ein gemeinsames Ziel aber sonst...

Ein paar kurze Momente und alles war irgendwie zusammengestürzt. Das wurde ihm jetzt erst klar, als die Wölfe durch ein kleines Missgeschick wieder etwas näher zusammenrückten. Manchmal war es schon erstaunlich wie viel die Anwesenheit eines Wolfes die Dinge ändern konnten – oder seine Abwesenheit. Kyevjens Verschwinden und Teyjens verzweifelter Zusammenbruch hatte die zarten Bande des Rudels erschüttert und nun mussten sie erst wieder einen Weg zurück zu einander finden. Und am leichtesten war das noch immer, wenn man sich gemeinsam Herausforderungen stellte.

Skadi nickte er zu, um ihr zu zeigen, dass er mit dem Plan einverstanden war und es genau so handhaben würde. Zu Teyjen meinte er: „Einfach immer meiner Rute nach... ist auch nicht schwerer als im Winter über die Fjells zu jagen. Ich bring dich schon sicher nach oben.“.

Ja, okay. Vielleicht gab es hier etwas mehr Geröll, aber so viel schwerer war es nicht. Und sie musste nicht einmal jagen. Einfach gemütlich hoch marschieren. Wenn sie aufpassten würden sie mit heilen Pfoten oben ankommen.


(bei Skadi, Teyjen, Takata & Shiro | Eingang zur Schlucht)

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Catori ist offline
19.06.2014 22:03

Mischpost von Catori und Niyol

Gedankenverloren starrte sie vor sich hin, irgendwann, sie hatte es nicht einmal bemerkt, war ihr bewusstes Beobachten in ein verträumtes Gedanken-schweifen-lassen übergegangen. Seltsamerweise war es sogar ausnahmsweise keine Wiedergabe ihrer Fehler. Es waren Erinnerungen an schöne Zeiten, die zu den zwei, scheinbar glücklichen Wölfen vor ihr passten. So eine erholsame Pause hatte sie schon lange nicht mehr gehabt. Im Moment jedoch nahm sie auch dies nicht war. Nichts, was sie an diese grausame, reale Gegenwart erinnerte tauchte in ihren Gedanken auf.
Bis plötzlich jemand ihren Namen rief. Verwirrt blinzelte sie ihre Traumbilder weg und wurde plötzlich wieder auf den kalten Boden der Tatsachen zurück geholt. Am liebsten wäre sie in ihre Traumwelt zurück gegangen, doch durch Willenskraft fand man nicht die richtigen Pfade im Bewusstsein, die zu diesem Ort führten.

Ein wenig gruselig war es schon, denn Catori starrte sie einfach nur an. Bevor Luca zu ihr gesprochen hatte, war es ihm nicht weiter aufgefallen, doch bis auf ein blinzeln war keine Reaktion von ihr zu sehen. Als hätte jemand ihr Gehirn geklaut. Beinahe hätte er diesbezüglich sogar einen Kommentar von sich gegeben. Doch dann fiel ihm auf, dass es vermutlich ziemlich verletzend wäre. Zumal sie derzeit sowieso schon nicht ganz sie selbst zu sein schien. Natürlich machte sich nun mal wieder Sorge in ihm breit. Wie konnte es nur dazu kommen? Aber hier zu verschwinden wäre wohl für sie alle der Tod. Später jedoch würde er sich eindeutig von diesen Wölfen verabschieden müssen. Bereits jetzt ärgerte ihn sein - seiner Meinung nach- unangebrachtes Verantwortungsgefühl. Niemand hatte ihn beauftragt, sich um diese Wölfin zu kümmern und ihn um Hilfe gebeten hatte sie doch auch nicht. Trotzdem war seine Spiellust vorerst wieder versiegt und er schaute besorgt in das starre Gesicht der grauen Wölfin.

"Catori???", noch jemand Zuhause?


Erst nach einer Weile, als sie Niyol besorgten Gesichtsausdruck sah, fiel ihr auf, dass sie wohl noch antworten musste. Aber was hatte Luca eigentlich gesagt? Angestrengt überlegte sie, aber so sehr sie sich auch bemühte, das einzige, was sie herausgehört hatte, war ihr Name. Wohl auch kaum verwunderlich, wenn man bedachte, was sie nebenbei noch im Maul hatte.
Aber irgendwas musste sie doch sagen. ...Ob Sie sich wirklich Sorgen machten? Vor allem Niyol, der wusste was geschehen war? Der wusste, welches Unglück sie verursacht hatte?
~Unglück? Du hast wiedermal einen Wolf umgebracht, indem du einen Wolf kaltblütig getötet hast. Wer hat schließlich das Eis zerbrochen, um am Ende nur schnell die eigene Haut zu retten hmmm?~
...wieder Kimis ätzende Stimme. ein wenig verzweifelt schüttelte Catori den Kopf. Nein, sie durfte nicht schon wieder so peinliche Sachen machen. Entschlossen stand sie auf. Durch das starre Liegen und die nun folgende plötzliche Bewegung, schwankte sie leicht, doch nach wenigen Atemzügen fühlte sie sich sicher genug, um zu den beiden Anderen zu laufen.

"Tut mir leid ich war etwas in Gedanken versunken. Es ist so schön hier."

Bei den Worten der Grauen konnte er sie nur verständnislos ansehen. Ja es war etwas wirklich besonderes, diesen Riesensee mal gesehen zu haben, aber so verträumt wie sie davon sprach könnte man glatt meinen, sie hätte nie etwas schöneres gesehen. Am liebsten hätte er ihr widersprochen und den Kopf geschüttelt, aber stattdessen räusperte er sich einfach nur und sagte einfach:

"Ach, nicht so schlimm. Ich schätze wir sollten uns sowieso wieder auf den Weg machen."

Da Luca eigentlich etwas ganz anderes gesagt hatte, schaute er sie entschuldigend an und hoffte, sie würde es ihm nicht zu übel nehmen, dass er sie gewissermaßen einfach übergangen hatte.


[Catori und Niyol bei Luca; Küste vor der Eisschlucht]

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Teyjen ist offline
22.06.2014 10:25

Teyjen versuchte langsam, aber sicher vorwärts zu kommen. Unsicher tapste er durch den Schnee und trat ab und zu auf ziemlich spitze Steine, die sich schmerzlich in seine Pfoten bohrten. Seine Nase klebte dabei förmlich an Lynx‘ Rute, denn er hatte Angst, dass zu viel Abstand zwischen die beiden käme. Wenn er nicht mehr genau wusste, welchen Fuß Lynx in diesen Fußstapfen gesetzt hatte, würde er vielleicht noch stürzen. So konnte ihm nichts passieren.

Skadi war wie versprochen hinter ihm geblieben. Als der Kleine die Fähe hinter sich hörte, wurde ihm gleich viel leichter ums Herz. Obwohl der weiße Wolf bereits in jede einzelne dieser Fußspuren getreten war, versuchte Teyjen jeden seiner Schritte vorher zu prüfen, damit die Fähe ebenfalls sicheren Halt finden würde. Irgendwie fühlte er sich verantwortlich für ihre Sicherheit, denn er war es, der ihr den richtigen Weg zeigen musste. Das war er ihr schuldig.

Der Fehltritt Takatas hatte ihn nicht sehr erschreckt. Alles war viel zu schnell geschehen, er hatte sich nicht mal Sorgen machen können, da war sie schon wieder auf den Beinen gewesen. Aber trotzdem ging ihm das Szenario nicht aus dem Kopf. Was, wenn er der nächste war, der den Halt verlor? Oder Skadi? Würde die Fähe ihn mit sich in die Tiefe reißen?
Während seine Gedanken um andere Dinge kreisten, setzte er mechanisch seine Pfoten in den Schnee. Wäre Kyevjen jetzt hier, wäre auch er vor ihm hergegangen, genau wie Lynx. Wieder einmal wurde dem Kleinen bewusst, wie ähnlich sich die beiden doch waren.
Bei jedem lockeren Steinchen hätte der Große nach hinten gerufen und ihn vorgewarnt. Mit seinen Anweisungen hätte der Jungwolf es dreimal hoch und runter geschafft, ohne auch nur einmal ins Straucheln zu kommen.

Aber je mehr Teyjen versuchte, nicht an seinen verschollenen Bruder zu denken, umso öfter spukte er in seinem Kopf herum. In Wahrheit wollte Teyjen ihn gar nicht vergessen. Denn jedes Mal, wenn er ihn vor sich sah, meinte er, sogar die Wärme seines Pelzes spüren zu können. Er konnte ihn wahrlich vor sich stehen sehen.
Für einen kurzen Moment blieb der Junge stehen und atmetet tief durch. Mit geschlossenen Augen stellte er sich seinen Bruder vor, der dort vorne auf ihn wartete und ihm zurief, dass er vorsichtig sein sollte. Kraft kehrte in den müden Wolfskörper zurück, es war, als wäre Kyevjen zurückgekommen, um ihn sicher über diesen gefährlichen Weg zu führen.

Mit neuer Zuversicht warf er einen Blick zurück und sah Skadi, die immer hinter ihm war, also konnte er getrost weitergehen. Lynx war inzwischen ein paar Schritte voraus. Aber das war jetzt Nebensache. Immerhin hatte Teyjen Kyevjen, der ihn leiten würde. Doch mit jeder Sekunde des Zögerns verlor der Kleine den Überblick. Welche Pfote gehörte nun in welchen Abdruck? Unsicher tat er ein paar Schritte, doch die anfängliche Zuversicht verschwand langsam wieder. Er kniff die Augen zusammen, in der Hoffnung, Kyevjen würde ihm helfen. Sein Bruder lächelte ihn an.

Dann verlor er das Gleichgewicht.

„Kyevjen“, kam es entsetzt aus seiner Kehle.

Er sah, wie sein Bruder den Geröllhaufen hinunterschlitterte.

Teyjen riss die Augen auf. Sofort schnellte sein Blick zu der Stelle, an der der leblose Körper seines Bruders liegen musste. Doch da war nichts.
Es war bloß ein Stein gewesen, der sich gelöst hatte und dann vor Teyjen den Hang hinuntergerollt war. Er sah noch, wie er zwischen den anderen Steinen liegen blieb. Sein Herz raste immer noch. Für einen Augenblick hatte er wirklich gedacht, sein Bruder wäre in den Tod gestürzt. Seine Gefühle überschlugen sich. Teyjens Pfoten gruben sich tiefer in den Schnee. Er konnte nicht mehr weiter. Verzweifelt wandte er den Kopf zurück.

„S-skadi? Hilf m-mir.“

(Bei Lynx, Skadi, Shiro und Takata)

Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von Teyjen am 22.06.2014 22:13.


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Takata
ώintersonne .:. ħerzensgut


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Takata ist offline
22.06.2014 21:34

In diesen Zeiten wurde der Zusammenhalt des Rudels auf eine weitere, schwere Probe gestellt. Wie leicht der Bund zu zerreißen drohte, hatte sich bereits an einem Wolf gezeigt. Der kleine Teyjen ausgerechnet, der so schwach und voller Ehrfurcht war, hatte die Gruppe fast in die Spaltung geführt. Sie war dankbar dafür, dass es dazu nicht gekommen war. Wen hatte sie denn jetzt noch, wenn nicht das Rudel? Ein Rudel hatte sie bereits verloren. Sie hatte ihr ganzes Leben für die Gemeinschaft gekämpft und wollte das auch jetzt nicht aufgeben. Sie hatte versucht Tihar mit der Gruppe zu verschweißen – ohne Erfolg. Nun durfte es ihr nicht wieder passieren, dass sie am Ende mit Nichts dastand. Und doch gab es Wölfe in der Gruppe, die genau das provozierten. Takata krackselte die aalglatten Felsen hoch und verlagerte ihr Gewicht so gut es ging gleichmäßig auf alle vier Pfotenballen, als das Gemurre der Schwarzen in ihren Gehörgang drang. Die Weiße hielt abrupt inne und rollte mit den Augen. War das nicht der Moment, in dem Skadi hätte einspringen müssen? Hätte es nicht zu ihr gepasst, die Fähe in ihre Schranken zu weisen? Sie tat hier alles um den Wölfen Mut auf einen Ausweg zu machen, auch Teyjen gegenüber, der am liebsten nicht einmal mit ihnen gekommen wäre. Und Shiro schmiss das verheerende „Unfälle“ in die Runde. Es war doch offensichtlich, dass es leicht zu Unfällen kommen konnte. Musste sie das so deutlich aussprechen? Durften sie keine Hoffnungen mehr in sich tragen? In diesem Augenblick war es ihr am liebsten, wenn niemand etwas von sich gab. Und dann das … Shiros Zweifel. Ihre „wertvollen Tipps“, die in Takatas Ohren nichts weiter als eine Standpauke für ihr Beinahe-Versagen waren. Brauchte es das? Die Weiße wusste sehr wohl, wie schmal der Grad zwischen Hoffen und Aufgeben war. Doch sie musste auf jenem schmalen Streifen Luftsprünge machen. Die Weiße warf den Kopf herum und gab gereizt zurück.

„Wenn du alles besser kannst, weshalb hast du dann nicht längst einen Weg in bessere Gebiete gefunden?“ Sie schnaufte verächtlich. „Macht dir das Spaß?“

Sie drehte wieder um und arbeitete sich weiter voran. Sie rechnete fest mit einem ordentlichen Echo. So wie sie die Dunkle einschätzte, würde das Gezeter vor Schmelzen des Eises kein Ende finden. Würde sie ihren unerschöpflichen Dickkopf doch nur für das Gute einsetzen, dann wären sie hier längst raus! Wäre eine der herabrollenden Gesteinsbrocken aus der Eisschlucht auf Shiros Kopf gefallen, er wäre glatt in tausend Stücke gesprungen. Die Wölfin wusste es einfach besser, dagegen war sicher kein Kraut gewachsen. Doch ihre Ratschläge nutzten im Moment keinem etwas. Takata hatte weder die Kraft noch die Nerven, sich auf eine Diskussion mit der Fähe einzulassen. Sie nahm sich vor ihren Gegenwind zu ignorieren, egal was da kam. Das Einzige, was sie nicht mehr hören wollte war „Unfall“.
Doch dann passierte es. Ein weiterer Vorfall, der sie aus den verworrenen Gedanken riss. Der Blick der Fähe schnellte herum, als sie das Abrutschten hörte. Sie bekam mit, dass es etwas in Verbindung mit Teyjen war … Ihr Blick folgte dem abstürzenden Ding …

„Tihar!“,

bellte die Weiße vom Überraschungsmoment geschüttelt. Doch die alten Bilder vom abstürzenden Tihar hatten sie nur in den Wahnsinn getrieben. Es war nicht Tihar, der dort abstürzte, es war ein Stein. Ein dummer Stein, nicht mehr. Es war kein Wolf, auch nicht der junge Teyjen. Nichts anderes als die Überanspannung ihrer Gemüter. Die Stimmung war zum Zerreißen gespannt, nicht zuletzt durch Wölfe wie Shiro, die ihren Zweifel über ihrer Hoffnung aussäten und sich dabei auch noch mächtig zu fühlen schienen. Eilig drehte die Weiße den Blick wieder um, nachdem sie mitbekommen hatte, dass es nur Geröll gewesen war und setzte den Weg fort. Sie mussten hier weg … so schnell wie möglich weg. Herabstürzende Lawinen, abstürzender Tihar, wegbrechendes Geröll … Unfälle … es war kaum mehr auszuhalten, das düstere, leblose Land zwischen Leben und Tod, diese Ungewissheit, ob sie es schaffen würden.


(Skadi, Teyjen, Shiro, Lynx – zwischen Gebirge und Meer, bei den spitzen Steinen)


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KuroShiro
Kämpferherz


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KuroShiro ist offline
23.06.2014 18:01

Sie kamen nur langsam voran, doch Lynx, Skadi und Teyjen folgten Shiros Rat. Lynx hielt sich hinter Shiro und suchte sich seinen Weg, Teyjen setzte seine Pfoten genau in die Abdrücke, die der Weiße hinterließ, achtete aber darauf, dass diese nach wie vor stabil blieben, damit auch Skadi folgen konnte.
Sie konzentrierte sich wieder auf den Weg vor sich - bis Takatas Grollen an ihr Ohr drang. Die Schwarze zog die Lefzen nach oben, ihre Nackenhaare stellen sich auf. Ein leises, drohendes Knurren entwich ihrer Kehle.
Doch dann schloss sie die Augen und atmete tief durch.
Kein Ton, sagte sie sich in Gedanken, sag einfach gar nichts dazu. Mag der Trotzkopf doch meckern.
Sie schenkte der Weißen nur ein Kopfschütteln und schaute wieder auf den Boden vor sich.

Nur wenige Schritte - dann passierte zu viel auf einmal. Von irgendwoher löste sich ein Stein und rauschte den Abhang hinab. Der Jungwolf schrie nach Kyevjen, Takata schrie nach Tihar - und Shiro setzte sich unvermittelt auf den Boden.

"Stop!", schnauzte sie energisch.
"Stop, Stop, Stop." Sie hatte sich wieder hingestellt, die Vorderpfoten gespreizt, das Fell aufgestellt. Wütend funkelte sie jedem einzelnen der 4 Wölfe in die Augen.
"Bevor nicht jeder Wolf wieder bei klarem Verstand ist, bewegt sich NIEMAND hier auch nur einen Schritt weiter, sonst werde ich ungemütlich.", bellte sie, dass es über die Ebene hallte.
Ihr Blick blieb an Takata hängen.
"Und du hörst mir jetzt mal ganz genau zu, Herzchen.", richtete sie das Wort an die Weiße.
"Im Gegensatz zu dir haben alle anderen hier erkannt, dass es sinnvoller ist, in einer Gruppe zu arbeiten und sich gemeinsam einen Weg zu suchen, anstatt blindlings loszumaschieren, im Vertrauen auf... - ach, ich weiß nicht mal, auf was du vertraust! - und damit das ganze Rudel zu gefährden!", spie Shiro ihr entgegen und trat einen Schritt auf sie zu.
Ein einziges falsches Wort, und der seidene Faden, an dem ihre sonst nahezu unendliche Geduld hing, würde reißen.
"Ich weiß nicht, was du über Tihars und Kyevjens Verbleib weißt, aber ich rate dir, es uns JETZT zu erzählen. Und danach wirst du dich hinter Skadi bewegen und den anderen folgen und endlich aufhören, das Leben des ganzen Rudels nur wegen deinem Dickkopf und deinem Egoismus zu gefährden."
hr Atem ging schwer, doch unverwandt blickte sie die Weiße an. Sie zitterte vor Wut, ihre Stimme bebte vor Zorn, als sie weitersprach.
"Du willst wissen, wieso ich keinen besseren Weg gefunden habe? Weil du vorstürmst, ohne auch nur eine Sekunde daran zu denken, dass andere eine bessere Idee haben könnten.
Weil du es nicht ertragen kannst, das diese Welt und dieses Leben nicht nur aus Sonnenschein, Harmonie und fetter Beute besteht und die Augen davor verschließt, dass es auch Hunger, Gefahr und falsche Entscheidungen gibt."


Jetzt sprudelten all die Gedanken hervor, die die Schwarze so lange zurückgehalten hatte, um den Frieden zu wahren.

"Ob mir das Spaß macht, willst du wissen? Ob es mir Spaß macht, hinter einer unverbesserlichen Traumtänzerin durch ein lebensfeindliches Gebiet zu spazieren, als gäbe es den Tod, der uns im Nacken sitzt, nicht? Nein, Takata, das macht mir keinen Spaß. Aber im Gegensatz zu dir habe ich den Blick für die Realität nicht verloren und ich gedenke nicht, dich in deiner Traumwelt weiterleben zu lassen und unser aller Verderben damit zu besiegeln."

Sie schnaufte abfällig und holte tief Luft. Ihr Atem ging noch immer stoßweiße und das Adrenalin pumpte durch ihre Adern, doch langsam normalisierte sich ihr Herzschlag wieder. Die Hitze der Wut verflüchtigte sich nach und nach und das Zittern ließ nach. Doch ihr Blick lag nach wie vor unverwandt auf Takata.
Shiro wusste, sie hatte sich weit nach vorn gewagt - vielleicht zu weit. Doch selbst, wenn sie mit dieser Meinung alleine da stand, musste jetzt Klartext gesprochen werden. Solche emotionalen Ausbrüche waren nicht Shiros Art, erstRecht nicht, wenn sie damit für alle anderen eine Entscheidung traf.
Doch sie würde nicht weiter hinter der Weißen in den Tod kraxeln.

[Lynx, Takata, Teyjen, Skadi, Anstieg hinaus aus der Eisschlucht]



Still the seeing eye is useless, if you haven't a feeling heart.


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NPC ist offline
05.07.2014 10:28


Zita



Die Reise der beiden Altbekannten hatte noch einige Tage in Anspruch genommen, eh sie endlich auf Spuren von Artgenossen gestoßen waren. Der vertraute Geruch von Wölfen lag vor ihnen. Doch wirklich bekannt war er nur für eine – Zita wusste wohl, wem die Witterung der einzigen Fähe entsprang. Auch Niyols Geruch war ihr entfernt bekannt. In ihrem Kopf mussten alte Erinnerungen aufflackern. Es waren nicht die besten, nicht die schlimmsten. Aber sie reichten aus, um traumatische Erlebnisse zurück vor die geistigen Augen zu rufen. Sie ahnte, dass es Pilgrim noch schwerer traf, der das eigentliche Opfer dieses Rudelwahnsinns gewesen war. Die Graue ließ das alte Haupt müde sinken. Catori … Niyol … sie mochten noch in Ordnung sein. Doch konnten die anderen Wölfe nicht weit sein, zu denen sie gehörten. Jetzt war es nicht mehr weit, bis sie Takata und die anderen erreicht hatten … Tihar. Die Fähe schluckte schwer, ihr Schritt hatte sich fast bis zum Stillstand verlangsamt. Unsicher schaute sie zurück auf den Rüden. Sie hatte mit Marrok nun beschlossen, zu den anderen zu schreiten. Doch verstand er ihre Lage nicht? Er mochte ihr vielleicht nicht böse gewesen sein, dass sie ihm all das so lange verschweigen hatte. Aber ob er auch wirklich verstanden hatte, welche Ängste sie begleiten? Sorgen, die wieder anwuchsen, alte Wunden, die wieder zu bluten begannen, je näher sie dem Rudel kamen. Sie atmete schwer durch, ihr besorgter Blick galt dem Ältesten und Schwächsten ihrer Gruppe. Er musste jetzt stark sein. Einen wirklichen Plan hatten sie nicht … außer … überleben. Vielleicht konnten sie sich die anderen beiden zu Vertrauten machen, eventuell sogar zu Freunden, falls sie dazu im Stande und gewillt waren. Dann hatten sie wenigstens zwei Verbündete, denn die Rückkehr würde noch hart genug werden. Obwohl sie Takata und das Rudel noch nicht witterte, so ahnte sie, dass ihnen der schwerste Schritt noch heute bevorstand. Sie wollte sich nicht als Verliererin fühlen! Sie hatte es getan, um Vernunft zu zeigen, um Pilgrim bessere Chancen auf ein Überleben einzuräumen, der Nahrung brauchte, vielleicht auch Schutz.
Die Witterung der fremden Fähe wusste sie nicht zu deuten, es spielte zunächst allerdings auch eine untergeordnete Rolle.
Bis zum Schluss zwang sich die Grauwölfin zur Zurückhaltung. Der Reflex, umzudrehen und zurück in die Ödnis zu gehen, war da. Sie war eher bereit ihr eigenes Überleben dort draußen in Schnee und Eis aufs Spiel zu setzen, als sich Tihar auszuliefern. Ein kaltes, ewiges Grab im Eis zog sie dann doch dem Dasein als Aas
einem kranken Rüden vor, der den anderen Wölfen sprichwörtlich die Augen auspickte wie ein Rabe. Aber im letzten Moment überwand sie sich doch. Mit dem stillen Schwur, stark zu sein und notfalls gegen das Übel zu kämpfen, holte sie zum Heulen aus. Sie war diesmal nicht allein mit dem Schwächsten, sondern hatte Marrok an ihrer Seite. Vorausgesetzt sie wurden überhaupt wieder aufgenommen im Rudel, so war er womöglich auch ein treuer Gefährte an ihrer Seite, der nicht zuließ, dass sie bei dem Kampf gegen das Übel und das Unheil kaputtging. Wenn schon Takata nicht Sorge dafür trug, so war es doch die tief verwurzelte Ehrlichkeit im gleichgesinnten Rüden Marrok.
Zita stieß ein starkes Heulen aus. Nicht melancholisch, nicht verzweifelt, nicht bettelnd aber auch nicht streng, sondern einfach nur so kräftig, wie es ihr möglich war.


(Pilgrim, Marrok, in der Nähe von Niyol, Catori und Luca, Küste zur Eisschlucht)

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