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Avon
Pas de chenille.
Just une mite laide. Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ


Alter
3 Jahre
Geschlecht
Rüde
Größe & Gewicht
67cm, 59kg

Charakterbogen
_

Dabei seit: 29.11.2012
Beiträge: 163

Avon ist offline
07.06.2024 20:38

Stolz verharrte er unweit der neuen Fähe und grinste wie ein Honigkuchenpferd. Jetzt gerade fühlte er sich wie ein jugendlicher Aufreißer, ein kecker Jungwolf, der seine neue Flamme das erste Mal mit auf einen spannenden Ausflug nahm. Sie beide kitzelte es nach Nerven, man konnte in diesem Zusammenhang auch schlicht von einem Nervenkitzel reden und Valdis wollte gleich wissen, was er dabei empfand. Äh, nee. Sie fragte, ob ihm die Dunkelheit der finsteren Höhle Angst einjagte. Natürlich ni- nee, fragte sie ja gar nicht. Sie wollte wissen, wie er die Aussicht fand. Bitte? Der Timber streckte den Hals, bis er ungefähr an ein fernab lebendes Tier erinnerte und versuchte über die Höhle hinweg zu schmulen. War es schon wieder Sonnenuntergang? Konnte sie höher sehen als er und meinte die sacht im Wind wippenden Baumspitzen? Nö. Sie meinte die kahle dunkle Höhle, die wie ein Totenschädel vor ihnen lag und sie angähnte. Ja, wie sollte er diese Aussicht denn finden? Romantisch traf es nicht ganz, viel mehr lag vor ihnen ein Abenteuer, das nur die Mutigsten unter den Mutigen ... Draufgängern eingehen würden. Wie war das doch gleich mit Ladies first?

„Weißt du, die Aussicht macht mir nichts aus. Ich würde sogar behaupten, diese Aussicht berührt mich nicht mal. Sie lässt mich kalt, kalt wie einen Kada- ehr, kalt wie Schneckenschleim ... ich meine ...“

Oh Fenris. Wieso nur zwang diese Wölfin ihn, irgendetwas zu äußern? Er wusste, dass er sich mit jedem Laut nur um Kopf und Kragen brachte. Konnten sie nicht einfach still und schweigsam diese ... öhem, Aussicht genießen und sich zusammen fürchten? Er beschloss, dass das ging und grinste sie mutmachend an ... von dem er selbst nicht viel hatte. Aber Avon ahnte auch, dass das nicht reichen würde. Gesetz dem Fall, seine Nase trog ihn nicht und da wohnte tatsächlich ein Bär ... ein Bär?! ... oh nein, was für eine Vorstellung! Er konnte doch seine Angeherzte nicht direkt in die Klauen eines bösartigen Bären treiben! Aber wenn er sich für sie opferte, hatte er auch nichts mehr von ihrer Bewunderung? Was tat man denn nur in so einem vertrackten Moment? Gäbe es doch nur jemanden, den man besten Gewissens vorschicken ... huha, was war das? Seine Nase folgte dem Geruch zweier ihm wohl bekannter Wölfe. Nette Vorstellung, tatsächlich. Wenn dieses teuflisch-fürchterliche Pärchen jetzt wirklich hier wäre und nicht nur Einbildung ... halt mal. Das roch viel zu echt, um nur seinem spatzigen Hirn zu entspringen.

„Wi- witterst du das auch? Diesen .. Gestank?“

Nein, er spielte nicht auf Ursus Ursus an. Viel schlimmer noch als die mögliche Nähe eines Braunbären war die zweier ihm so ungewollter, ungeliebter, abgelehnter Wölfe ... wie Roghir und Takata! Das Dämonenpaar hatte zueinander gefunden und kam, um sie heimzuholen! Rasch sprang er vor seine Angebetete und baute sich auf, als würde er sie gleich gegen drei Bären verteidigen müssen.

„Keine Angst, Valdis! Ich rette dich!“

Avon übte sich in der finstersten Miene, die er nur aufbringen konnte, senkte den Kopf, legte die Ohren an und zuckte voller Erwartung mit der mittelmäßig erhobenen Timberwolfrute. Es war das erste Mal, dass er sich vor Roghir nicht zu fürchten brauchte ... denn er hatte einen schändlich-schönen Plan.

(bei Valdis, Nähe Roghir & Takata)



Avatarbild © Oliver Matla

Signaturbild CC BY svenja81

IP
Chester
Nebelfänger


Alter
4 Jahre
Geschlecht
Rüde
Größe & Gewicht
85cm & 62kg
_

Dabei seit: 13.11.2023
Beiträge: 11

Chester ist offline
08.06.2024 20:01

Die Antwort des Kleinen fiel ziemlich einsilbig aus. Aber er widersprach Chesters dreist geäußerten Vermutung nicht, was den Rüden darauf schließen ließ, dass er Recht hatte. Ausgenutzt und weggeworfen. Was ein trauriges Schicksal. Doch der unsichere Rüde lud ja auch fast zu einem solchen Verhalten ein. Und wer sich ausnutzen ließ war am Ende ja auch irgendwie selber Schuld. Zumindest wenn man Chester fragte.

Apropos Chester fragen, wollte der Kleine den Spieß nun etwa umdrehen? Pah, das hätte ihm wohl so gepasst dem kleinen Schlawiner! Hoffentlich hatte er starke Zähne, denn er würde ohne Zweifel bei Chester auf Granit beißen.

“Bin ich ja nicht! Ich hab schließlich meinen neuen besten Kumpel Venryn bei mir!“, antwortete er mit einem frechen Grinsen und rempelte seinen Weggefährten verschwörerisch an. Hach, welch diplomatisches Geschick! Und sicherlich die bessere Lösung als: Das geht dich einen feuchten Dreck an! Selbstzufrieden grinste Chester in sich hinein.


[bei Venryn | Nähe Mondscheinsee]

IP
NPC
... unverhofft kommt oft ...


Alter
variabel
Geschlecht
wechselt
Größe & Gewicht
was glaubst du?
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Dabei seit: 20.02.2010
Beiträge: 115

NPC ist offline
10.06.2024 23:14



Unweigerlich folgte sein morscher Leib den Kräften der Gravitation, so wie es das andere Tier tat, das er als seine Beute auserkoren hatte. Es brauchte nicht lange und sie machten Bekanntschaft mit dem nahgelegenen Fluss, der aufgrund seiner stetigen Bewegung nicht zugefroren war. Er konnte sich nicht dagegen erwehren, wurde einfach in das kalte Nass befördert, begleitet vom Spritzen der Wassertropfen, die weit bis auf das Ufer reichten. Ein Schockmoment ergriff den Erkrankten und er riss noch ein letztes Mal seine milchig gewordenen Augen auf. Das Letzte, was man sah, war sein gebrochener Lauf, der als nutzloses Anhängsel hinterhergewirbelt war und noch einen Moment auf dem Wasser trieb, eh auch dieser durch das Gewicht des restlichen Körpers mit nach unten gezogen wurde.
Bedrückende Stille.
Dumpfe Geräusche.
Blubbern,
Es war das erste Mal seit längerer Zeit, dass der unglückliche Rüde wieder so etwas wie vitale Erscheinungen an seinem Körper feststellte, denn es verlangte überraschend nach Sauerstoff in ihm. Bald schon wurde ihm klar, dass er sterben würde, wenn er den Weg zurück an die Oberfläche nicht fand. Also begann er, von einem nicht mehr vorhanden geglaubten Überlebensinstinkt gepackt, wie wild zu strampeln und zu rudern. Das brachte mehr, als man glauben mochte und der einstige Schattenwolf erreichte die Luft oberhalb des rauschenden Flusswassers. Hier war alles sehr laut, doch dafür versprach man ihm noch einen Moment des Lebens. Das Dunkel in seinem kaputten Hirn lichtete sich etwas und formte seltsame Figuren und so etwas wie Farben, wenn auch schwach ausgeprägt. Erstmals seit einiger Zeit kam ihm wieder so etwas wie Erinnerung und ihm wurde bewusst, was er angerichtet hatte mit seiner Gier nach einem vermeintlichen Gegenmittel. Doch was war geschehen? Wie konnte er nach diesen irreparablen Schäden in seinem Leib, an seinem Hirn, wieder so etwas wie einen Gedanken fassen? Es schien, als töteten die unzähligen Stiche, die von der Eiseskälte ausgingen, etwas in ihm ab, als löschte das Eiswasser ein Feuer, das in seinem Innern gelodert und gewütet hatte. Es wäre übertrieben zu behaupten, er wäre wieder der Alte gewesen ... sein Körper war noch immer morsch und im Grunde zu nichts mehr zu gebrauchen. Aber ein Fünkchen Überlebenswillen war zurückgekehrt und er japste voller Panik - etwas, das ihm bis eben abhanden gekommen schien.

„Hef- Hiffe ... Hiff- iff ... hiffe ...“

zwar konnte er kaum etwas sehen, denn seine Augen waren längst zu fauligen und matschigen Früchten verkommen, die kein klares Bild mehr übermittelten, aber in mittlerer Distanz konnte er die beiden Gestalten ausmachen, die auch jetzt noch mehr Wolf waren als er. Was hatte er getan? Was hatte er sich und anderen angetan?
Die anfänglich lindernde Kühle, die seinen Brand löschte, kehrte sich bald in ein unbarmherziges Frieren um. Er wusste, wenn er keinen Halt bekam und nicht zurück ans Ufer gelangte, war es aus mit ihm. Doch warum sollte er noch versuchen, sich zu retten? Abgesehen davon, dass er zwei unschuldige Artgenossen ins Verderben gerissen hatte, war sein Körper durch die Krankheit so weit entstellt und verkrüppelt, dass er in der Wildnis unmöglich überleben konnte. Und auf Hilfe ... brauchte er am wenigsten hoffen. Mit der Enttäuschung eines kleinen Jungwolfs sah er, wie die unklaren Gestalten in der Ferne immer kleiner wurden, wie die Finsternis vor seinen Rest-Augen die Oberhand gewann und die Kälte, der Schmerz, der von ih ausging, wie ein neuerliches Ungeheuer in ihm hochkroch, jede Ader besetzte und zum Sprengen brachte. Es war aus. Die Erstarrung im eiskalten Nass war die einzige Rettung, die ihm noch zuteil wurde. Nun mehr von vollkommener Leblosigkeit erfasst, trieb sein nutzloser Leib – geheilt und unbrauchbar zugleich – ab, auf eine Reise in eine bessere Welt, in eine bessere Zeit, in der ihm mehr Glück beschieden war ...

[Enaid, Eden | Kältesturm-Halbinsel, beim Fluss]

Avatar © Aarinath

IP
Eden
Jungspund


Alter
4 Monate
Geschlecht
Fähe
Größe & Gewicht
55cm & 30kg
_

Dabei seit: 03.08.2023
Beiträge: 18

Eden ist offline
20.06.2024 13:52

Ein Ruck ging durch ihren Körper, als Enaids Fang sich um die lose Haut in ihrem Nacken schloss und damit ihren Fall stoppte. Vorerst zumindest, denn auch die weiße Decke unter den Pfoten des Rüden knirschte verdächtig, begann zu bröckeln und gab schließlich nach. Mit aller Kraft versuchte sie Halt zu finden, sich ab zu stützen und wieder auf die Beine zu kommen, doch vergebens. Während ihr vermoderter Angreifer bereits mit einem lauten Platschen im Wasser des Flusses gelandet war, kamen nun auch Eden und ihr weißer Begleiter den eisigen Wogen immer näher.

"Enaid!", rief sie verzweifelt. Durch das Herumgewirbel in den stürzenden Schneemassen hatte sie ihn aus den Augen verloren. Die Tarnfarbe seines Fells machte es einem auch nicht gerade leicht. Bevor sie ihn jedoch erspähen konnte, tauchte auch sie in die Wasseroberfläche ein, wenn auch nicht mit einer solchen Wucht, wie es der kranke Wolf getan haben musste.

Der Schock der Eiseskälte fuhr ihr in alle Glieder und lähmte sie für einige Sekunden. Die junge Fähe wagte es kaum sich zu bewegen, es fühlte sich an, als drohten ihre Beine abzubrechen, wie Eiszapfen, sollte sie sie irgendeiner Belastung aussetzen. Doch es dauerte nicht lange, bis ihr die Luft ausging und ihre Lungen sie dazu drängten Luft zu holen, sie musste an die Oberfläche und zwar schnell. Mit kräftigen Tritten strampelte sie sich nach oben und sog dann japsend die Luft ein.

Dann prallte sie gegen etwas Hartes. Eden öffnete die Augen. Die Fluten hatten sie gegen eine stabile Felsformation gedrückt, die ihr nun ein rettender Anker waren. Hektisch krallte sie sich an Ort und Stelle fest, um nicht im nächsten Moment wieder abgetrieben zu werden. Wieder rief Eden nach ihrem Begleiter, mit etwas Glück würden sie sich hier gemeinsam aus dem Wasser hieven können.

Ein Geräusch drang an ihre Ohren und sie versuchte so gut es ging ihren Kopf in die Richtung zu drehen, aus der es kam. Ein verzweifeltes Japsen war es, was sie hörte. Jemand flehte um Hilfe! Enaid? Dann war es plötzlich still um sie herum. Bis auf das Plätschern des Flusses, der sich unberührt seinen Weg durch die Einöde bahnte.

[bei Enaid | im Fluss, Kältesturm-Halbinsel]

signatur-leaves

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Eden am 20.06.2024 13:53.


IP
Yarok
Beschützer


Alter
2 Jahre
Geschlecht
Rüde
Größe & Gewicht
82cm & 60kg

Charakterbogen
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Dabei seit: 16.10.2018
Beiträge: 121

Yarok ist offline
21.06.2024 10:52

Avon hatte es tatsächlich geschafft, die Fähe namens Valdis so sehr einzulullen, dass sie einwilligte, sich von dem eigenartigen Rüden das Revier zeigen zu lassen. Na ob das so der richtige Zeitpunkt für einen Spaziergang war? Doch niemand erhob Einwände und so blieb auch Yarok stumm. Vielleicht war es besser so. Die Fähe war Yarok nicht ganz geheuer, sie war schlau aber auch berechnend, so schätzte der junge Rüde sie bisher ein. Vielleicht war es ganz gut, wenn sie und der launische Avon erstmal das Weite suchten. Apropos Avon, der rannte erstmal Kachnik um und gab seinem ständigen Rivalen auch prompt die Schuld daran. Kopfschüttelnd sah Yarok ihm nach, als er mit der grauen Fähe in der Ferne verschwand.

Sein Blick wanderte zurück zur Gruppe und heftete sich schließlich auf Pan, der auf Shiros Frage nach dem Verbleib von Lynx nur stotternd eine Antwort fand. Er.. hat es nicht geschafft. Verdammt. Yarok schluckte schwer und senkte kurz den Kopf. Er hatte den Rüden zwar nicht gekannt, doch solch ein Schicksal verdiente keiner. Kurz dachte er an Isthaka zurück, die alte Fähe, die er ebenfalls an der Krankheit hatte zugrunde gehen lassen. Und Roghir und Takata hatten nun ebenfalls jemandem beim Sterben zusehen müssen. Ausgerechnet Takata, die aus Furcht vor ebendiesem Schicksal das Rudel verlassen hatte…

Unschlüssig tappte Yarok kurz von einer Pfote auf die andere. Auch die anderen schienen einen Moment lang zu zögern, als würde die Welt kurzzeitig stillstehen. Und Yarok? Der ertappte sich dabei, dass sein Blick immer wieder abwartend zu Shiro glitt. Ob ihr klar war, dass sie hier das Sagen hatte? Es schien ihr offensichtlich so langsam zu dämmern, denn schließlich richtete sie zunächst zögerlich das Wort an alle Anwesenden. Und als hätte das Rudel darauf gewartet, begann die Welt wieder, sich weiterzudrehen.
Auch die Fähen sicherten sich nun ihren Anteil an der Beute und kurz flammte leichter Stolz in Yarok auf. Er hatte mit dafür gesorgt, dass die anderen nun zumindest ein wenig ihren Hunger stillen konnten. Auch Kachnik sollte nicht außen vor bleiben, Ayjana nahm sich dem kleinen Tollpatsch an und brachte ihm etwas von der Beute.

Yaroks Blick fiel auf Pan, der immer noch etwas unschlüssig das winzige Stück Beute vor seinen Pfoten beäugte. Freundlich mit der Rute wedelnd machte er ein paar Schritte auf den Neuankömmling zu.

“Keine Sorge, mehr als das wird sicherlich für dich herausspringen“, versuchte er das Eis zu brechen und ließ sich neben dem Rüden auf den Boden plumpsen.

“Freut mich dich kennenzulernen. Du hast es sicherlich schon mitbekommen, aber ich bin Yarok.“ Er freute sich tatsächlich über den Neuzugang, er war ihm schon jetzt deutlich lieber als Avon und Kachnik, mit denen er die letzten Stunden verbracht hatte.


[bei Pan, Shiro und Aarinath | Ayjana und Kachnik in der Nähe | Mondscheinsee]

IP
Roghir
Courageous Fighter


Alter
3 Jahre alt
Geschlecht
Rüde
Größe & Gewicht
80 cm & 58 kg

Charakterbogen
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Dabei seit: 06.01.2017
Beiträge: 551

Roghir ist offline
21.06.2024 13:39

Roghir schob sich langsam vorwärts, hielt Ausschau nach den beiden Wölfe, die er zuvor gewittert hatte. Die Reaktion der weißen Takata auf die Gerüche konnte er ihr nicht verübeln; sein unterdrücktes Knurren zeigte ebenfalls, dass er nicht begeistert war. Aber sie hatten nicht wirklich eine Wahl und wenn Roghir recht überlegte, konnte er - wenn er es geschickt anstellte- den tollpatschigen Avon davon abhalten, sofort Alarm zu schlagen. Vermutlich würde Valdis ihn, so gut es ging, auf der Erde behalten. Aber wer wusste schon, was in seinem Gehirn vorging? Roghir gefiel es nicht, dass Avon nicht berechnend war, er wusste nie, was als nächstes mit dem groß-gewachsenen Welpe einher kam. Was ihn wiederum stutzig machte war, das die graue Wölfin bei ihm war, jedoch wusste er nichts über ihre Beweggründe. Roghir schnupperte kurz und schob sich über eine kleine Anhöhe vor. Vor ihm ragte eine dunkle Höhle auf; vor der Höhle standen Valdis und Avon. Avon hatte sich in seine Richtung gedreht und hatte sich beschützerisch vor der Fähe aufgebaut und schaute ihn mit herausfordernden Blick an. Roghir blieb stehen und drehte ein Ohr zur Seite. Einerseits überraschte es ihn nicht, das Avon ihm nicht gerade mit Wohlwollen begegnete - nach der Sache mit Ayjana im Mondscheinsee- und andererseits war er irritiert, das der graue Wolf Valdis wirklich beschützen wollte. Vor ihm. Mutig. Zwar eine sehr ungewöhnliche und unkluge Aktion, nicht nachvollziehbar; aber mutig. Der schwarze Rüde leckte sich über die Lefzen, bevor er zu sprechen begann:

"Hallo Avon. Hallo Valdis. Wie ich sehe, haben du und Pan das Rudel gefunden."

Und dabei gleich den Welpen aufgelesen, dachte Roghir für sich selbst und lächelte freundlich, wedelte leicht mit seiner Rute. Hoffentlich eskalierte die Situation nicht so schnell.
Er schaute kurz zu der weißen Fähe an seiner Seite, bevor er abwartend auf die beiden Wölfe vor sich schaute. Auf die beschützerische Haltung ging er nicht ein.

[Bei Avon, Valdis & Takata | Höhle in der Nähe des Mondscheinsee]


Lyrics by Visions of Atlantis
Wolf Picture by Lakela (dA), skyfever (dA) Wald (Pixabay, stevepb) & Schrift (Pixabay, ractapopulous)

IP
Takata
ώintersonne .:. ħerzensgut


Alter
4 Jahre
Geschlecht
Fähe
Größe & Gewicht
70cm und 52kg

Charakterbogen
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Dabei seit: 28.04.2010
Beiträge: 4501

Takata ist offline
22.06.2024 17:17

Da waren sie nun. Zurück im alten-neuen Revier. Es war der Ort, den sie einst vorgeschlagen hatte (Folgt den Störchen, denn sie wissen, wohin!) und an den Skadi sie geführt hatte. Sie war zurück, doch ohne die kluge Sandfarbene war er nicht mehr derselbe. Hier lag nichts mehr, das ihr noch von Bedeutung war. Skadi war tot, Lynx ebenso, Niyol sicherlich noch immer verschwunden, Kyevjen ebenso ... was also tat sie hier? Sie war Roghir gefolgt. Nicht, dass es sie gekitzelt hatte, zurück an einen Ort voller Fremde zu gehen, der einst ihr Zuhause gewesen war. Man konnte auch nicht behaupten, sie hatte Roghir einen Gefallen tun wollen ... aber insgeheim wusste sie, dass sie nur in der Gruppe eine Chance hatten, auch dann, wenn die Gruppe der Tod bedeutete, denn wenn die Krankheit irgendwie ansteckend war, dann war das Rudel ihr aller Untergang. Sollten sie nicht Abstand halten, nachdem sie so nahe bei dem sterbenden Lynx gewesen waren? Doch noch spürte die Weiße nichts in ihrem Körper, das auf ein Symptom dieser mysteriösen Seuche hindeutete. Auch Roghir wirkte ganz normal. Erwischte es am Ende nur bestimmte Tiere?
Die Ersten, die sie bei ihrer Rückkehr trafen, waren Susi und Strolch, nur viel dümmer. Obgleich sie an diesem Ort keine Freunde mehr hatte – und über eine Shiro hätte sie sich ganz sicher auch nicht gefreut – aber dass es gleich diese beiden Schlumpis waren, regte sie dann doch innerlich ein Stück auf. Sie war nicht scharf auf eine erneute Auseinandersetzung, immerhin hatte sie neben Roghir auch niemand gebeten, zurückzukehren. Doch ausgerechnet Avon und diese freche Fähe, deren Namen ihr entfallen war. Ernsthaft? Das Schicksal stellte sie nach dem furchtbaren Dahinscheiden ihres einzigen richtigen Freundes auf eine weitere harte Probe. Mehr noch ... der Anblick dieser beiden Wölfe war der fleischgewordene Hohn. Sie grummelte tief in sich hinein, als sie den Beiden so nahe gekommen waren, dass sie sie vor einer Höhle stehen sehen konnten. Roghir stand weiter vorn, sie hielt sich etwas im Hintergrund und grub die Krallen tief in den Untergrund. Was waren das für Gefühle, die die Begegnung mit solchen Zeitgenossen in ihr hervorriefen? Skadi hätte sie vermutlich gescholten dafür, war sie selbst doch einst die Friedfertigkeit in Person gewesen. Was war davon noch übrig? Das unbarmherzige Schicksal, das sich wie Pech an ihre Fersen geheftet hatte, war erbarmungslos und hatte sie zu dem gemacht, was sie heute war. Das mit dem „Gestank“ jedenfalls war ihr nicht entgangen. Der Timber war auch nicht gerade das, was man eine Wohltat für den Geruchssinn bezeichnen konnte!
Aus Takatas Augen glitt förmlich ein greller scharfer Blitz. Nur ganz kurz warf sie einen Blick auf das so passende Paar. Der Rüde hatte sich vor die freche Göre gestellt und faselte etwas von „beschützen“ – ein Wolf, der seinem eigenen Schwanz hinterherjagte!
Ihr Blick glitt mit einer gewissen Ehrfurcht zu Roghir herüber. Sie bewunderte den Rüden für seine Ruhe, für seine Ausgeglichenheit und seine Geduld. Er begrüßte die beiden, dabei meinte sie ganz deutlich zu spüren, dass auch er nicht viel für den Trottel übrig hatte, der sich stets so witzig gab. Wie er zu ihrer Geschlechtsgenossin in Grau stand, wusste sie zwar nicht, aber vermutlich rangierte sie nicht viel weiter oben in seiner Reihenfolge der Lieblingsartgenossen, allein durch ihr Zusammentun mit dem Trotteltimber ruinierte sie sich früh genug ihren Namen ... wie auch immer dieser gewesen war. Valdis, erfuhr sie durch Roghir. Aha. Takata vermochte es, nicht die Zähne zu blecken, nicht abwertend zu zischen, ja nicht einmal, die gelben Augen zu verdrehen. Aber sein freundliches Hallo konnte sie nicht nachmachen, zu viel Widerspenstigkeit versperrte den Weg. Sie setzte sich hin und ließ den Blick herumschweifen, als ging sie das alles nichts an. Viel mehr wartete sie darauf, wie Roghirs Plan aussah. Sie nahm sich vor, sich von nun an einfach an das zu halten, was er ihr empfahl. Viel zu sehr hatte sie sich in die Idee hineingesteigert, er könnte der nächste Anführer sein, der in Skadis Stapfen trat. Seine Geduld, die er gegenüber zwei solchen Bruchwölfen aufbrachte, bewies das einmal mehr.

[Avon, Valdis & Roghir | Höhle, Nähe Mondscheinsee]



Hintergrund: Natalia_Kollegova, pixabay | Echoes © L'Âme Immortelle

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