Venryn
zwischen Licht & Schatten
Alter
5 Jahre
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Geschlecht
Rüde
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Größe & Gewicht
81cm & 54kg
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Charakterbogen
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Dabei seit: 29.11.2023
Beiträge: 35
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Nach einigen Sprüngen schaffte es Venryn, Chester einzuholen. Es war anstrengend im Schnee zu laufen und Eisklumpen blieben an seinem Fell hängen, aber er schaffte es mit Chester mitzuhalten und nach einer kurzen Anhöhe, unter der sich ein Fluss schlängelte, sah er die beiden fremden Wölfe. Er konnte es kaum glauben, dass sie tatsächlich Artgenossen gefunden hatten. Er musste nur hoffen, dass sie ihnen freundlich gesinnt waren.
Die Anhöhe hinunter ließ er Chester vorlaufen und hielt sich hinter ihm. Falls die zwei böse Absichten hatten und sie angriffen, wollte er nicht mitten in einem Kampf stehen. Aber so wie es auf den ersten Blick schien, waren die beiden wohl nicht gefährlich.
Da Venryn hinter Chester lief, hatte er die Worte der Fähe nicht mehr gehört aber er ließ sich nichts anmerken und setzte sich neben Chester und nickte eifrig, um ihm zu zustimmen. Er versuchte sich nichts anmerken zulassen, aber er konnte den Drang nicht unterdrücken etwas nervös mit der Rute hin und her zu schwenken und seine Ohren wollten wohl nicht mehr auf ihn hören, da sie sich ohne Venryns Zustimmung leicht nach hinten legten. Er versuchte sie wieder nach vorne zu stellen, aber es klappte nur bedingt. Nun sah es so aus als würde er mit den Ohren wackeln.
Der Größere der beiden stellte sich vor den kleinen, braunen Welpen und knurrte ihnen etwas entgegen. Wieso war der jetzt so aggressiv? Chester und er wollten ihnen doch helfen. Instinktiv wich Venryn leicht zurück und sah hilfesuchend zu Chester. Er selbst brachte kein Wort heraus, weil seine Kehle wie zugeschnürt war. Zu viel Angst hatte er davor, etwas falsches zu sagen und den Anderen völlig zu verärgern.
[bei Chester, Eden und Enaid | Kältesturmhalbinsel]
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Pantalaimon
Rabenfürst
Alter
5 Jahre
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Geschlecht
Rüde
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Größe & Gewicht
85cm & 55kg
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Dabei seit: 21.11.2021
Beiträge: 86
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Aufgebracht, wie auch Shiro und Kachnik, der ebenfalls hinter ihnen aus dem Gebüsch gestolpert war und sich nach Ayjanas todesmutigen Rettungssprung neben ihnen positioniert hatte, starrte er auf die Szene unter ihnen herab. Eilig und mit mehr Kraft, als man ihr womöglich zugetraut hätte zog und zerrte die weiße Fähe ihr bewusstloses Ebenbild Meter um Meter weg von dem tosenden, braunen Ungetüm, dass Takata ansonsten wohl den Gar aus gemacht hätte.
Die Anspannung war so präsent, dass man sie beinahe hätte greifen können. Sie schickte kleine, elektrisierte Blitze durch die Luft und ließ Pan das Fell zu Berge stehen. Er war sich sicher, dass der Tod gerade hinter einem der umstehenden Bäume lauerte und siegessicher darauf wartete, dass der Ursus seinen letzten Schlag setzte - ihm damit möglicherweise gleich zwei Seelen bescherte. Doch es kam nicht dazu. Stattdessen hielt der braune Riese Inne, beobachte die Szene aus seinen kleinen, stierenden Augen und.. ließ sich dann einfach zurück auf alle Viere sinken. Die Nachricht, die er ihnen anschließend mit Gestik und seltsamen, gutturalen Lauten sandte, war klar; der Kampf war fürs Erste vorbei. Aber keiner von ihnen sollte sich gerade noch einen Fehltritt leisten, ansonsten würde er keine Gnade mehr walten lassen. Gnade... Das war etwas, was Pan den Bären bisher abgesprochen hätte. Doch hier und heute ließ er sich gern eines Besseren belehren.
Eins seiner Ohren schnippte zur Seite, als Kachnik neben ihm zu murmeln begann. Das Knurren des Trübäugigen hatte er im Hyperfokus auf das Geschehen glatt überhört, doch das verzweifelte Zittern in seiner Stimme erregte seine Aufmerksamkeit. Offenbar hielt er Takata für tot - was angesichts der unbändigen Kraft einer Bärenpranke auch nicht ganz abwegig war. Doch irgendetwas sagte dem Braunpelz, dass die verbissene Wölfin ihren letzten Atemzug noch nicht getan hatte.
Gern würde er den jüngeren Rüden beruhigen, doch er befürchtete, dass er sich gerade ohnehin nicht darauf einlassen können würde. Am besten wäre es, er würde sich selbst davon überzeugen können. "Seid ihr okay?", bellte Pan den anderen also zu. Takata rührte sich weiterhin nicht und Ayjana, ihre Retterin, stand über ihr, stupste sie an, zitterte wie der Jungwolf. Pan kniff die Augen zusammen und hielt den Atem an. Wenn man ganz genau hin sah, konnte man erkennen, dass sich die Flanken der widerspenstigen Weißen sachte hoben und senkten - oder?
[neben Kachnik und Shiro; in der Nähe von Ayjana, Roghir, Takata, Avon, Valdis | Bärenhöhle, Nähe Mondscheinsee ]
'You crave the applause, yet hate the attention, then miss it - Your act is a ruse.'
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Niyol
Und was, wenn ich fliegen kann?
Alter
4 Jahre
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Geschlecht
Rüde
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Größe & Gewicht
79cm, 61kg
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Dabei seit: 22.12.2010
Beiträge: 427
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Auch wenn er seine Frage nicht wirklich beantworten konnte, der Rüde versuchte die Unterhaltung fortzuführen und allein dafür war Niyol dankbar. Ihm war jede simple Ablenkung recht, bei der es nicht um irgendwelche schwerwiegenden Themen ging. Also nickte er verständnisvoll. Ja im Eis hatte man andere Sorgen, als die Tage und Mondläufe zu zählen.
Seine nächste Frage ließ Niyol kurz überrascht innehalten. Stimmt. Er wusste zwar, dass der Rüde Anouk hieß, doch nur, weil er dies aus der Unterhaltung mit dem Raben mitbekommen hatte. Belustigt über seine eigene Verträumtheit schüttelte er den Kopf und wandte sich dann doch noch einmal direkt Anouk zu:
"Tut mir Leid, das habe ich irgendwie völlig verschlafen. Mein Name lautet Niyol, freut mich, dich kennenzulernen."
Unterstreichend dazu, pendelte er mit der Rute. Die zurück geworfene Frage brachte ihn indes ebenfalls zum Nachdenken. Es schien unendlich lange her zu sein, aber am Ende war eigentlich nicht so viel Zeit vergangen. Die Entdeckung dieser seltsamen Krankheit, das folgende Zerwürfnis und zuletzt Skadis Tod hatten jedoch derart viel Dramatik in ihr Leben gebracht, dass die emotionale Reise seit sie hier waren, ziemlich rasant gewesen war. Und das wo sie eigentlich gedacht hatten, hier nach der langen Reise endlich zur Ruhe zu kommen.
"Ich schätze es sind mittlerweile zwei Mondläufe.",
antwortete er also letztendlich.
"Eigentlich nicht besonders lange, aber irgendwie passiert ständig etwas neues. Langeweile bekommt mal hier also leider auch nicht."
Mit einem leichten Schulterzucken drehte er sich wieder in Richtung Rudelplatz.
"Von wo aus bist du in diese Richtung gestartet? Hat dich auch der Komet überrascht oder warst du vorher schon auf Reisen?"
Ja, es war eine mutige Frage, denn er riskierte, dass der Kleine wieder in seine eigene Welt abtauchte, aber etwas besseres wollte ihm auf die Schnelle einfach nicht einfallen. Hoffend, dass er die Stimmung jetzt nicht wieder gekippt hatte, wartete er also auf die Antwort des Hellen.
(Anouk | zwischen Kristall- und Mondscheinsee)
"Der Wind wird dein Begleiter sein;
Und du wirst ihn vermissen, wenn völlige Ruhe herrscht."
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Anouk
Gefangener des Schicksals [Mod.]
Alter
3 Jahre
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Geschlecht
Rüde
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Größe & Gewicht
65 cm & 50 kg
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Dabei seit: 30.06.2024
Beiträge: 99
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Der Fremde stellte sich ihm nun als Niyol vor und war damit schon nicht mehr ganz so fremd. Ja, es war irgendwie ein erleichterndes Gefühl, endlich einen Namen zu haben, es machte eben alles etwas..leichter. Bisher hatte es sich angefühlt, als würde ihn und diesen fremden Wolf eine unüberwindbare, endlos tiefe Kluft trennen. Doch allein sein Name ließ diese nicht mehr ganz so unüberwindbar erscheinen. Das Pendeln seiner Rute erwiderte er, indem er seine ebenfalls leicht hin und her bewegte.
Während er dann weiter erzählte hörte er ihm aufmerksam zu. Zwei Mondläufe, besonders lang also noch nicht. Vielleicht hätte er aber auch fragen sollen, wie lang sie schon zusammen unterwegs waren? Denn das war es, was er eigentlich herausfinden wollte - wie lange und wie gut sich diese Wölfe kannten. Auch, wenn er gar nicht genau wusste, ob es gut war, das zu wissen. Zum einen würde er dadurch einschätzen können, wie stark die Bande des Rudels schon war, zum anderen..war aber auch genau das das Problem. Denn je stärker die Bande, umso schwerer würde er es haben. Doch darüber wollte er jetzt nicht nachdenken..und die gewünschte Ablenkung sollte auch gleich folgen. Nur mit dem Unterschied, dass er sich diese Ablenkung nie gewünscht hätte.
Die Frage, die er ihm nun stellte, traf ihn tief ins Mark und er blieb augenblicklich stehen. Bilder schossen ihm durch den Kopf. Bilder von Augen, die ihn ansahen. Manche abschätzig, manche voller Abneigung und manche voller Gleichgültigkeit. Augen, die es nicht kümmerte, was aus ihm wurde. Was mit ihm geschah. Augen, die in ihm nur eines sahen - einen minderwertigen Wolf. Ein Nichts. Ein Niemand. Doch da waren noch andere Augen..dunkle, warme, bernsteinfarbene Augen..die Augen seiner Mutter, Anura. So oft sie konnte hatte sie ihm so viel Liebe, wie möglich geschenkt. Doch auch all ihre Liebe, all ihre Wärme konnte nicht gegen die Kälte anhalten, die ihm die anderen Wölfe entgegen warfen. Aber sie war immer eine Zuflucht gewesen, er wusste, dass er immer zu ihr zurück kehren konnte, wenn er sich nach dieser Wärme sehnte. Und jetzt, wo er ihre Augen so vor sich sah..da wünschte er sie sich zurück. Sehnlichst. Er wollte auf sie zugehen, sich an ihr Fell schmiegen..doch ihre Augen erloschen und an ihre Stelle traten zwei Augenpaare, deren Blicke ihn durchbohrten. Ein Paar war hasserfüllt, das andere sah ihn nur missbilligend an. Es waren stechend gelbe Augen..Niray und sein Ziehvater, Umbra. Heftig schüttelte er den Kopf und schloss dann die Augen..er wollte sie nicht mehr sehen. Als er sie dann wieder öffnete erschrak er, denn überall um ihn herum war Nebel. Nebel, welcher sich an ihn heftete und wie eine kalte Decke auf ihm lag. Inmitten des Nebels stand ein Wolf. Langsam und mit zittrigen Beinen lief er auf ihn zu. Je näher er kam, umso deutlicher wurde sein Fell - graues Fell. Was..machst du hier..?, wollte er ihn fragen, doch er brachte kein Wort heraus. Dafür erinnerte er sich aber an eine Frage - eine Frage, die ihm dieser Wolf gestellt haben musste: Woher kommst du?
"Ich..komme aus dem Land des ewig kalten Nebels..zumindest..nannten es alle immer so..", antwortete er dann. Er spürte, wie die Leere drohte, ihn wieder einzunehmen. Erneut schloss er die Augen und atmete durch, danach öffnete er sie wieder, um auf die zweite Frage zu antworten. Der Nebel war verschwunden, doch nun war er von tiefschwarzer Dunkelheit umgeben. Dunkelheit und eine Kälte, die noch unbarmherziger war als die, die er bisher kannte. Unter seinen Pfoten spürte er Waldboden. Kleine Steinchen, die sich in seine Ballen bohrten. Und dann..hörte er das knacken eines Astes neben sich. Erschrocken wirbelte er herum..und sah stechend gelben Augen entgegen, die ihn aus der Dunkelheit anblitzten.
Er tat einen Satz zurück und drückte sich flach auf den Boden, doch so plötzlich, wie die Dunkelheit gekommen war..war sie auch wieder verschwunden. Er befand sich nun wieder im eisigen Ödland, bei ihm war Niyol und vor ihm saß Karasu, welcher ihn besorgt von unten anblickte.
Niyol also..was für ein ulkiger Name!, dachte er sich, nachdem der Graue sich vorgestellt hatte. Ein ulkiger Name für einen, irgendwie, ulkigen Wolf. Also sehr passend! Aber passte sein Name denn auch zu ihm? Das war eine dieser Fragen, die man sich nicht allzu oft stellte - aber wenn, dann begann man, an sich selbst zu zweifeln. Was waren denn schon Namen? Sie wurden einem bei der Geburt, im besten Falle, von den Eltern verliehen und dienten dann als Erkennungsmerkmal. Namen waren unverkennbar eng verbunden mit einem selbst. Aber Namen machten einen nicht aus - was einen ausmachte, steckte doch im Inneren. Brauchte man Namen also unbedingt? Er schüttelte das Gefieder. Schluss! Seinen Namen trug er mit Stolz, schließlich hatte ihn seine Mutter eigens ausgewählt, und das wollte er ganz sicher nicht anzweifeln.
Bevor er aber noch anfing, den Sinn des Lebens zu ergründen fokussierte er sich wieder auf das Gespräch. Er lauschte Niyols Fragen und merkte dann, wie Anouk abrupt inne hielt. Das versetzte ihn sofort in Alarmbereitschaft, sodass er sich in die Lüfte schwang und vor dem cremefarbenen Rüden landete. Eine gute Entscheidung, wie sich zeigte, denn dieser schüttelte kurz darauf heftig den Kopf. In seine Augen war eine seltsame Leere getreten - eine, die er nur zu gut kannte. Und das, so wusste er, bedeutete nichts gutes.
"Anouk? Hey..hörst du mich?", fragte er dann, doch es kam keine Reaktion. Stattdessen antwortete er dem Grauen auf seine erste Frage. Dann schloss er die Augen, atmete tief durch..und tat dann kurz darauf einen Satz zurück, um sich dann flach auf den Boden zu drücken. Ihm war deutlich anzusehen, dass er Angst hatte. Seine Pupillen waren geweitet, seine Ohren angelegt. Besorgt hüpfte er auf ihn zu und senkte den Kopf, um ihn anzusehen.
"Anouk! Alles ist gut, ja? Du..", er zögerte kurz und senkte dann die Stimme, bevor er fort fuhr. "Du bist nicht mehr..dort, und..du bist auch nicht allein..ich bin bei dir"
Ob das etwas brachte wusste er nicht so ganz, doch Anouk richtete sich danach wieder auf und schien in die Gegenwart zurück zu kehren. Der Blick in seinen Augen normalisierte sich langsam wieder und er gab Niyol mit zittriger Stimme die Antwort auf seine letzte Frage. Er selbst erhob sich abermals in die Lüfte und landete dann vorsichtig auf seinem Platz auf Anouks Rücken. Von dort arbeitete er sich dann nach vorn zu dessen Kopf vor und zupfte ihm sanft am Ohr, dann gab er leise, tschirpende Laute von sich, um ihn zu beruhigen - und es wirkte. Die Atmung des kleinen Wolfs wurde wieder normal.
Nachdem er sich wieder aufgerichtet hatte, war Karasu auf seinem Rücken gelandet und zupfte ihn sachte am Ohr, was ihn zum Schmunzeln brachte. Egal, was passierte - auf den Raben würde er sich immer verlassen können. Bevor er nun wieder zum Grauen sah schluckte er kurz..
"E..Entschuldige..der..Komet? Ich..bin erst..eine Weile nach ihm aufgebrochen.., brachte er dann hervor. Dabei sah er ihn aber nicht direkt an..denn er wollte nicht wissen, was er davon dachte, dass er sich wieder mal so seltsam verhalten hatte. Stattdessen versuchte er nun abermals, das Thema zu wechseln.
"Und..wie lang bist du schon..beim Rudel?" Er hatte sich zwar davor gescheut, diese Frage zu stellen, aber etwas besseres fiel ihm jetzt nicht ein. Er musste zuerst auf andere Gedanken kommen um sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Er musste es irgendwie schaffen, klare Gedanken zu fassen.
[Niyol | Zwischen Kristall- und Mondscheinsee]
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Yarok
Beschützer
Alter
2 Jahre
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Geschlecht
Rüde
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Größe & Gewicht
82cm & 60kg
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Charakterbogen
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Dabei seit: 16.10.2018
Beiträge: 137
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Zugegebenermaßen etwas geknickt blickte Yarok seiner neuen Bekanntschaft Pan hinterher, als er sich nach wenigen freundlichen Worten verabschiedete und sich ausgerechnet zu Kachnik gesellte.
Doch viel Zeit blieb ihm nicht darüber zu schmollen, da ertönte aus der Ferne ein Ruf, der ihm das Fell zu Berge schießen ließ. War das… Takata? Seine Rudelgenossen waren schneller als er und in windeseile leerte sich der Bereich um ihr erlegtes Reh. Unsicher fiepte der Junge Rüde kurz auf. Sollte er ihnen folgen und die Beute hier zurücklassen? Er tappte einige Sekunden unsicher auf der Stelle, schüttelte aber schnell die Zweifel ab. Wenn das Rudel in Gefahr war konnte er wohl kaum hier bleiben und das Reh bewachen. Takatas Ruf schrie nach Gefahr und sicherlich konnte sie jede Hilfe brauchen, die sie bekommen konnte.
Also sprintete Yarok leicht verzögert seinem neuen Rudel hinterher, Adrenalin pulsierte durch seine Adern.
Sein Sprint endete schneller als erwartet als sich vor ihm eine große Lichtung auftat. In dessen Mitte lieferten sich Takata und Roghir ein lebensgefährliches Tänzchen mit dem braunen Koloss. Shiros Rüge schallte gerade scharf über die Lichtung, als der Bär plötzlich ausholte und Takata unter dem Schlag zusammenbrach. Erschrocken zuckte Yarok zusammen und konnte nur hilflos zusehen, wie ausgerechnet die sanfte Ayjana der Weißen zur Rettung eilte. Doch der Bär schien sich zurückzuziehen und Yarok wagte nicht, sich ihm weiter zu nähern. Angespannt trat er schräg neben Shiro und behielt vor allem Roghir im Blick, der sich nach wie vor am nächsten zu dem Ungetüm befand.
“Ich denke er zieht sich zurück.“, verkündete Yarok, verwundert dass seine Stimme nicht zitterte.
[Takata, Roghir, Shiro, Ayjana, Pan, Kachnik | Mondscheinsee]
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Niyol
Und was, wenn ich fliegen kann?
Alter
4 Jahre
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Geschlecht
Rüde
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Größe & Gewicht
79cm, 61kg
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Charakterbogen
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Dabei seit: 22.12.2010
Beiträge: 427
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Eigentlich hatte er es irgendwie schon vorher gewusst. Dennoch hatte er gehofft, den Kleinen doch nicht zu triggern. Aber: zu spät. Der Rabe brachte sich noch rechtzeitig in Sicherheit und stand erneut zeternd neben dem Rüden. Stumm schaute sich Niyol das Schauspiel ein weiteres Mal an. Immerhin: Anouk fing sich deutlich schneller als beim letzten Mal.
Da Niyol sich automatisch wieder umgedreht hatte und an weiterlaufen ohnehin nicht zu denken gewesen war, blieb er auch nach Anouks letzter Frage kurz regungslos stehen und sortierte seine Gedanken. Das schwarze Federtier war indes wieder auf Anouks Rücken gesprungen.
"Ich muss sagen ich würde eure Situation nicht wirklich mit 'alles ist gut' bezeichnen.", meinte er ausnahmsweise mal an den Raben gewandt. Als nächstes richtete er seinen Blick wieder zu Anouk.
"Es tut mir Leid, dass dich meine Frage so aus der Fassung bringt. Deine Heimat scheint genauso ungemütlich gewesen zu sein, wie sie klingt. Ich weiß nicht genau, was für Bilder dir da immer wieder im Kopf herumgeistern. Aber vielleicht solltet ihr wirklich mal mit jemandem darüber reden. Eine Wölfin, die ich mal kannte hatte auch solche Aussetzer und es ist durch Verdrängung nicht gerade besser geworden."
Nur zu gut konnte er sich an die Katzer an Catoris Ohren erinnern. Wunden, die nach ihrem ersten Auftauchen nie wieder zugeheilt waren, weil sie regelmäßig wieder aufgerissen worden waren. Mit einem Seufzen schüttelte er den Gedanken ab. Zurück in die Gegenwart.
"Um deine Frage zu beantworten: ich bin gewissermaßen irgendwie Gründungsmitglied. Ich war dabei als es sich entwickelte, was bereits vor dem Kometen geschah. Allerdings hatten wir von Anfang an häufig mit wechselnden Mitgliedern zu tun."
~Und trotzdem bin ausgerechnet ich die ganze Zeit geblieben.~ Augenblicklich tauchte die Szene von seiner ersten privaten Unterhaltung mit Skadi in seinem Kopf auf. Rückblickend betrachtet hatte er sich selbst ganz schön lächerlich gemacht. ~Oh Skadi, wenn ich diesen Gedanken nur mit dir teilen könnte!~ Andererseits: Wann wäre ihm die Wahrheit aufgefallen, wenn sie nicht plötzlich aus seinem Leben verschwunden wäre? ...eine Frage, die niemand je beantworten konnte.
Jetzt könnte er Catoris philosophisches Geschwafel über die Welt doch tatsächlich mal gebrauchen. Aber auch sie hatte sich aus dem Staub gemacht und er war so dumm gewesen, seine Freundin einfach gehen zu lassen. Im Gegansatz zu Skadi, hätte er ihr vielleicht helfen können.
Doch insgeheim wusste er genau, welches Wort er fürchtete und welches er sich sogar in Gedanken zu nennen verbot. Nein, es gab einen guten Grund, warum er nichts Festhalten wollte. Und das bedeutete im Umkehrschluss, dass er auch jeden gehen lassen musste.
(Anouk | zwischen Kristall- und Mondscheinsee)
"Der Wind wird dein Begleiter sein;
Und du wirst ihn vermissen, wenn völlige Ruhe herrscht."
Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von Niyol am 27.10.2024 20:16.
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Valdis
Die Eiskönigin
Alter
2 Jahre
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Geschlecht
Fähe
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Größe & Gewicht
79 cm & 54 kg
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Dabei seit: 24.09.2022
Beiträge: 182
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Valdis sprintete hinter Avon her, bis dieser anhielt. Die Fähe keuchte leicht, unterdrückte jedoch ihren schnellen Atem. Er sollte ja nicht merken, dass sie außer Atem war. Ihre Vorderläufe zuckten leicht und sie war wirklich um ihr Leben gerannt.
Doch was war ein wenig Erschöpfung, wenn sie Avon hatte? Sie kannte den Rüden wenig bis gar nicht, aber seine sanften Worte tauten die Eiskönigin auf. Valdis war bisher immer auf sich selbst ausgerichtet und brauchte im Prinzip niemand anderen. Da war es dann eine völlig neue Erfahrung, dass sie jemand mochte wie sie war. Valdis drehte sich von Avon weg und lächelte eingebildet. Er sollte es jedoch nicht merken, schließlich war sie die Eiskönigin und nicht die Prinzessin in diesem Märchen.
„Was auch immer dieser Bär für ein Problem hatte“, sagte sie dann und grinste Avon dann doch noch einmal an, „aber zumindest ist er außer Reichweite!“
Valdis wusste nicht genau, wo sich die beiden befanden. Schließlich war sie erst vor kurzem durch das Revier der hier ansässigen Wölfe gestromert und dann ja auf Takata, Pan und die anderen gestoßen. Interessiert ließ sie den Blick schweifen.
“Wo sind wir hier eigentlich?“, fragte die Graue und sah Avon an. Sie hielt den Fang in die Höhe und sog die frische Luft ein.
Ihr Herz pochte immer noch schnell und kräftig in ihrer Brust. Was für ein Abenteuer! Da war sie ganz normal auf der Suche nach Anschluss, doch dann passierte eine verrückte Situation nach der anderen!
(Avon / weg vom Bären)
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Chester
Nebelfänger
Alter
4 Jahre
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Geschlecht
Rüde
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Größe & Gewicht
85cm & 62kg
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Dabei seit: 13.11.2023
Beiträge: 21
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Entspannt saß der Graubraune nun auf seinem Hinterteil und musterte die beiden jüngeren Wölfe vor ihm mit unverborgenem Interesse. Und tatsächlich staunte er nicht schlecht, als der Schneeweiße mit einem schnellen Satz nach vorne sprang und sich bedrohlich aufplusterte. Chester legte verwundert den Kopf schief, beschränkte seine Reaktion allerdings darauf, seine spielenden Ohren nun aufrecht nach vorne zu stellen und den Jüngeren warnend in den Focus seiner Bernsteinaugen zu nehmen. Ein anderer Wolf als Chester wäre vermutlich zumindest aufgestanden und hätte eine Haltung angenommen, in der er sich verteidigen könnte, doch Chester war nunmal alles andere als gewöhnlich. So saß er nach wie vor auf seinem Hintern und zog die Lefzen zu einem gutmütigen Grinsen hoch.
“Kleiner, du solltest nicht in die Pfote beißen, die dir Unterstützung anbietet. Nicht, dass ich deinen Mut nicht beeindruckend finde. Aber hier ist er verschwendet, meinst du nicht?“, fragte Chester und linste an dem Weißen vorbei zu seiner jüngeren Begleitung, die fleißig mit der Rute wedelte. Schon beeindruckend, wie sehr der Weiße sich ins Zeug legte, um sie zu verteidigen. Dabei rochen sie nicht, als wären sie verwandt und sie sahen auch ehrlich nicht danach aus.
Zum ersten Mal wandte Chester nun den Blick zurück zu Venryn, der beim Knurren des Weißen sofort ängstlich zurückgewichen war. Chester unterdrückte ein Seufzen. Ein wahrlich hoffnungsloser Fall, dieser Venryn…
[bei Venryn, Eden und Enaid | Kältesturmhalbinsel]
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Anouk
Gefangener des Schicksals [Mod.]
Alter
3 Jahre
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Geschlecht
Rüde
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Größe & Gewicht
65 cm & 50 kg
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Dabei seit: 30.06.2024
Beiträge: 99
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Aufmerksam hörte er ihm zu - oder zumindest versuchte er das. Denn er hatte noch mit sich und seinen Gedanken zu kämpfen und musste dafür sorgen, nicht wieder abzudriften. So dachte er also über das, was Niyol sagte nach, um seinen eigenen Gedanken nicht zu viel Spielraum zu lassen.
Der erste Satz des grauen Rüden, den er an Karasu richtete, versetzte ihm einen leichten Stich. Es war natürlich kein Geheimnis, dass es ihm nicht gut ging..aber das so von ihm, oder von irgendjemandem, zu hören..war dann doch noch etwas anderes. Dass die Worte auch an Karasu nicht einfach so vorbei gingen bemerkte er dadurch, dass er ein kurzes rascheln seiner Flügel vernahm, nachdem der Satz ausgesprochen war. Ansonsten kam von ihm aber nichts. Leise seufzte er und beschloss, diesen Satz zu ignorieren. Der Graue hatte ja bereits gesagt, dass er sich nicht als "Seelentröster" eignete..zwar hätte er darauf gut verzichten können, doch er zeigte, dass diese Worte nicht nur einfach so daher gesagt waren.
Immerhin waren seine nächsten Worte nicht verletzend. Nein, im Gegenteil, sie waren sogar sehr vernünftig. Denn Niyol hatte Recht - Verdrängung machte die Sache nicht besser, das wusste Anouk nur zu gut. Egal, wie sehr er versuchte, den Schatten seiner Vergangenheit zu entkommen..es war unnütz. Sie würden ihn immer wieder einholen. Aber wenn er sich jemandem anvertrauen konnte..dann war das vielleicht etwas anderes. Sicher, er hatte Karasu, seinen besten Freund, ihm hatte er schon einiges anvertraut. Doch bei vielen Dingen wusste auch er keinen Rat. Und das, obwohl er schon so einiges an Erfahrung hatte sammeln können. Das lag aber daran, dass das Dinge waren, die wohl nur ein Wolf verstehen konnte. Das Verhalten der Wölfe, wie sie dachten, wie sie fühlten..da gab es kleine, aber feine Unterschiede, die hier leider entscheidend waren. Dann fiel ihm auf, dass er kurz pausierte, dann seufzte und den Kopf schüttelte, bevor er weiter sprach. Ging ihm auch etwas im Kopf herum? Eigentlich würde er gern fragen..aber warum sollte sich Niyol ausgerechnet ihm anvertrauen?
Als er seine nächsten Worte sprach, bohrte sich vor allem das Wort "Komet" in seine Gedanken. Flüchtig sah er Bilder eines hellen Himmelskörpers, der am Sternenzelt vorbei zischte. Doch sofort verbannte er diese Bilder wieder..er wollte nicht sehen, was danach kam. Er wollte nicht wieder in seinen eigenen Gedanken gefangen sein. So beobachtete er also Niyol. Dieser schien nun nachzudenken und selbst in seinen Gedanken zu versinken. Aber was beschäftigte ihn? Gern würde er ihn noch länger beobachten in der Hoffnung, vielleicht noch einen Hinweis darauf zu bekommen, was in ihm vorging..doch das war nicht möglich, schließlich wollte er ihn nicht anstarren. So nahm er selbst also nochmal seine Gedanken zusammen und atmete dann durch.
"Die Bilder..sind Erinnerungen. Erinnerungen, die mich verfolgen. Erinnerungen an diese sogenannte..'Heimat'. Denn..du hast Recht. Egal, wie sehr man versucht, die Erinnerungen an die Vergangenheit zu verdrängen..irgendwann holen sie einen wieder ein." Leise seufzte er, bevor er fortfuhr. "Dafür musst du dich aber nicht entschuldigen..ohne etwas über mich zu wissen..kannst du nicht wissen, welche Frage was auslöst..nicht mal ich weiß das genau. Die ganze Zeit zu schweigen ist aber auch keine Lösung..und..letztendlich..bewahren mich diese Fragen auch vor der Verdrängung. Nur..ist es nicht gerade leicht, sich alldem zu stellen.." Kurz wandte er den Blick ab. Der Gedanke, sich allem zu stellen erschien ihm wie eine riesig große, unlösbare Aufgabe. Wie ein gigantischer Felsbrocken, der auf ihn zurollte und ihn schließlich unter sich zerquetschte, da er seiner Last nicht gewachsen war. Doch..welche Wahl blieb ihm denn?
"Sag..du erwähntest eine Wölfin, der es ähnlich ging..was ist aus ihr geworden?" Vor der Beantwortung dieser Frage hatte er etwas Angst. War sie vielleicht an der Last der Aufgabe, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, zerbrochen? Die Antwort sollte aber noch etwas auf sich warten lassen, denn Karasu unterbrach sie.
"Ich..unterbreche euer Gespräch wirklich nur ungern, aber..", sagte er, bevor Anouk etwas sagen konnte. Er hatte Niyols Worten geduldig zugehört - auch, wenn er am liebsten schon nach seinem ersten Satz etwas gesagt hätte. Was ging nur in diesem Wolf vor? Wenn er sich jetzt etwas wünschen dürfte, dann würde er auf jeden Fall gerne Gedanken lesen können. Denn dieser Wolf war ihm ein Rätsel, das er nicht zu lösen vermochte. Und doch..gab es jetzt eine Sache, die getan werden musste.
Noch ein weiteres mal sprang er von Anouks Rücken und ging dann auf Niyol zu, um dann vor ihm stehen zu bleiben und zu ihm aufzusehen. Die Augen richtete er dabei fest auf ihn.
"Niyol..dürfte ich dich vielleicht für einen Moment sprechen, bevor du Anouk eine Antwort gibst? Nur du und ich, von Wolf zu Rabe. Es dauert auch nicht lang..versprochen." Er verspürte den inneren Drang, sofort loszuwerden, was er zu sagen hatte, doch..er musste sich jetzt noch kurz gedulden. Aber das würde er auch noch schaffen, schließlich hatte er es eben auch geschafft, zu warten. Er deutete mit dem Kopf zur Seite und lief dann schon vor. "Wenn du reden möchtest..dann folge mir." Er war gespannt, ob der Graue sich darauf einließ. Zwingen würde er ihn nicht - konnte er auch gar nicht. Aber er hoffte, dass er auf sein Angebot einging.
[Niyol | Zwischen Kristall- und Mondscheinsee]
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Avon
Pas de chenille. Just une mite laide. Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
Alter
3 Jahre
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Geschlecht
Rüde
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Größe & Gewicht
67cm, 59kg
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Charakterbogen
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Dabei seit: 29.11.2012
Beiträge: 174
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Er sah noch immer hechelnd zurück. Da hinten ging gerade richtig die Polonaise ab. Wie gut, dass sie da raus waren. Moment, hatten sie beide sich gerade in den Rang richtiger Gesetzesloser versetzt? Huu .. ein Gefühl von Freiheit schwang mit - Narrenfreiheit! Er und seine Angeherzte brannten zusammen durch, während ihnen die anderen den Bären vom Leib hielten. Konnte es besser kommen? Avon warf seiner neuen Freundin einen kecken Blick zu und wedelte kurz. Was der Bär für ein Problem hatte ... gute Frage. Vielleicht hatte er schlecht geschlafen oder war mit dem falschen Bein aufgestanden. Viel wichtiger war, dass er es nicht mehr mit ihnen hatte! Nicht auszudenken, wenn ihm ... oder gar seiner neuen Flamme hier etwas zugestoßen wäre. Also wenn er es sich aussuchen konnte ob Vi-Va-Valdis oder Augen-Auskratz-Takata, dann doch wohl letztere, oder? So weit er sich erinnern konnte, war sie seit ihrem Abgang so beliebt wie Flohbefall. Und einen rohgierigen Roghir würde er bestimmt auch nicht vermissen.
Ihre nächste Frage war berechtigt. Sie hatten es schon ziemlch an den Rand des Reviers geschafft, immer schön am Fluss entlang.
„I-ich weiß nicht ...", gab er ehrlich zu, „lass mal gucken.“
Der aufgeregte Rüde tapste voran, denn er hatte so eine Ahnung. Diese Insel oder Halbinsel bot viel mehr zu bieten als nur den Mondscheinsee, in welchem Roghir ihn fast ertränkt hätte oder den Beerenwald. Es wurde Zeit, mehr zu erkunden und mit wem konnte er das besser, als mit seiner neuen Herzensdame?
Sie erreichten schon nach kurzer Zeit einen weiteren See, der still inmitten schwankender Bäume lag, die leicht mit dem Wind gingen. Avon zögerte nicht, trat ans Ufer und nahm ein paar Schlucke. Aufmunternd sah er auf seine Begleiterin zurück und wedelte.
„Komm her, es ist köstlich erfrischend!“
Für ihn war es schon jetzt das Paradies, denn er hatte endlich jemandem, der ihm Anerkennung zollte. War es nicht das, was er sich immer gewünscht hatte?
(Valdis / Silberfischchensee (außer Hörweite von Niyols Rufen) )
Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Avon am 03.11.2024 15:50.
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Niyol
Und was, wenn ich fliegen kann?
Alter
4 Jahre
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Geschlecht
Rüde
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Größe & Gewicht
79cm, 61kg
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Charakterbogen
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Dabei seit: 22.12.2010
Beiträge: 427
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Anouks Worte brachten zum ersten Mal seit ihrer Begegnung ein warmes Lächeln in Niyols Gesicht. Es war äußerst freundlich von Anouk, ihn in Schutz zu nehmen. Aber Niyol kannte sich selbst zu gut. Auch wenn er eigentlich aufhören wollte; er konnte seine Spielchen nicht lassen. Zwar verfolgte er dabei nicht unbedingt bösartige Hintergedanken, wie manch einer vielleicht vermutete. Doch er war sich durchaus bewusst, dass ihn dabei die emotionale Balance seines Gegenübers egal war. Sie musste es sein, um herauszufinden, was er herausfinden wollte.
Trotzdem widersprach er dem hellen Rüden nicht, sondern nickte nur einmal verständnisvoll, als dieser feststellte, dass es nicht leicht war, sich der Vergangenheit zu stellen. Die daraufhin folgende Frage überraschte ihn allerdings. Im Endeffekt hatte er ja bereits angedeutet, dass es nicht besser geworden war. Falls Anouk hoffte, von einem positiven Ausgang der Geschichte zu hören, steckte doch noch mehr Optimismus in dem Rüden als ursprünglich gedacht.
Bevor er jedoch seine Antwort zurechtgelegt hatte, folgte eine weitere Überraschung: Der Rabe mischte sich ein, sprang von seinem sicheren Platz herunter um auf ihn zu zu watscheln und bat unbeholfen um eine private Audienz.
Niyol konnte ihm im ersten Moment nur mit schiefgelegtem Kopf belustigt ansehen. War das sein ernst? Wollte er ihm jetzt ins Gewissen reden, keine 'bösen' Antworten zu geben? Denn genau danach sah es aus. Anouk schien irgendwie mit diesem Eingreifen zufrieden zu sein und widersprach nicht. Ließ er sich bewusst von Informationen fernhalten und hatte keinerlei intrinsische Motivation mitzubekommen, was offensichtlich von ihm gesprochen wurde?
"Bitte entschuldige Anouk, es sieht so aus als müssten wir kurz über dich reden.",
konnte er sich nicht verkneifen zu Anouk zu sagen, bevor er sich von dieser skurrilen Situation treiben ließ und zu dem Raben aufschloss. Wie weit wollte der Rabe sich wohl entfernen, damit Anouk ihn nicht hören konnte? In Anbetracht seiner kurzen Beinchen hätte er wohl lieber fliegen sollen. Doch Niyol fand laufende Vögel ohnehin witzig und schlenderte ihm gemütlich hinterher.
(Anouk | zwischen Kristall- und Mondscheinsee)
(zur Erinnerung an alle in der Nähe vom Mondscheinsee: Niyol hat vor drei Beiträgen für euch hörbar geheult
Original von Niyol, am 04.10.2024, um 13:04: "Ich bin zurück und bringe jemand Neues mit.")
"Der Wind wird dein Begleiter sein;
Und du wirst ihn vermissen, wenn völlige Ruhe herrscht."
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Enaid
Foren As
Alter
2 Jahre
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Geschlecht
Rüde
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Größe & Gewicht
79 cm & 55 kg
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Dabei seit: 05.08.2023
Beiträge: 75
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Das einzige was er im ersten Moment zu den Worten des anderen gab, war ein abfälliges schnauben. Wer war er um zu Urteilen? Um ihm erklären zu können was er durfte und was nicht? Sein Blick glitt zu Eden die sich ein Stück vorwärtsbewegt hatte doch immer noch hinter ihm stand. Die Ohren aufgestellt blickte er den Wolf an der gesprochen hatte, der andere schien sich eher im Hintergrund zu halten.
"Der letzte ... Wolf, dem ich freundlich begegnet war, hat vor wenigen Minuten noch versucht uns umzubringen und viel hat nicht gefehlt um sein Ziel zu erreichen.", seine Stimme bebte leicht, das wusste er, resultierend aus Erschöpfung, Anspannung und auch Trauer über das was geschehen war. "Entschuldige also, wenn ich nicht mehr freudestrahlend jedem Fremden begegne."
Er spürte wie die Kälte in seine Knochen zog, immer tiefer. Eden und er brauchten dringend einen Platz an dem ihr Fell von dem Eisbad im Fluss trocknen konnte und sie sich ausruhen könnten. Es hatte vermutlich keinen Sinn hier weiter zu stehen, es würde sie beide nur immer näher an die Erschöpfung bringen. Schon fast mit Gewalt zwang sich Enaid die angespannte Haltung aufzugeben, wobei er nicht verhindern konnte das ihm ein leises winseln entschlüpfte, denn seine Muskeln brannten, jetzt wo das Adrenalin verbraucht war. Er schüttelte den Kopf einmal kurz und atmete durch, bevor er sich zwang erneut zu sprechen.
"Ich bin Enaid und das ist Eden. Alles was wir jetzt gerade brauchen ist ein Ort an dem wir Unterschlupf finden um zu trocknen und um uns auszuruhen." Enaid hielt kurz an in seinen Worten und deutete dann mit der Schnauze Richtung Fluss. "Und wir brauchen Abstand vom Fluss, auch wenn ich vermute das die Gefahr durch den ... Wolf gebannt ist." Vor den Fremden wollte er ihn nicht Schattenwolf nennen, weshalb er jedes Mal kurz zögerte bevor er das Wort Wolf nannte. "Ist... die Umgebung sicher? Habt Ihr Anzeichen der Krankheit gesehen?", erneut ein kurzes Nachdenken. "Wisst ihr überhaupt davon?"
[bei Chester, Eden, Venryn | Kältsturmhalbinsel]
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Roghir
Courageous Fighter
Alter
3 Jahre alt
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Geschlecht
Rüde
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Größe & Gewicht
80 cm & 58 kg
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Charakterbogen
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Dabei seit: 06.01.2017
Beiträge: 579
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Roghir stand immer noch an Ort und Stelle, schräg am Rand etwas unterhalb von Shiro. Mit seinen bernsteinfarbenen Augen beobachtete er die Szene; wagte er es nicht, sich dem braunen Ungetüm zu nähern. Der Bär hatte sich brüllend erhoben und seine Pranke nach der weißen Fähe schlagen lassen. Da Takata in der Nähe verweilte, bekam sie die Pranke direkt auf dem Kopf verpasst, was den schwarzen Wolf kaum merklich zusammenzucken ließ. Mist! Die weiße Wölfin fiel zu Boden und lag nun reglos da. Roghir knurrte, er trippelte unruhig auf der Stelle. Verdammt!, hoffentlich war Takata nur Bewusstlos und nicht tot. Auch, wenn sie ihm einiges zu erklären hatte, wollte er nicht, dass sie nun das Zeitliche segnete. Der schwarze Wolf registrierte aus den Augenwinkeln, dass ein weißer Schatten an ihm vorbei in die Senke schoss; Ayjana lief auf Takata zu, packte sie am Nackenfell und versuchte sie aus der Gefahrenzone zu ziehen. Roghirs Herz setzte für einen Herzschlag aus; wenn nun auch noch Ayjana getroffen werden würde, würde er es sich nie verzeihen! Der schwarze Wolf spannte sich an, um zu Ayjana und Takata zu eilen, doch dann bemerkte er eine Veränderung im Verhalten des Bären:
Er brüllte, jedoch schnappte er nicht mehr nach ihnen, sondern schenkte drohende Blicke. Warnende Blicke. Roghirs Ohren drehten sich nach hinten, während er den Bären nicht aus den Augen ließ. Der Allesfresser schien sich zurückzuziehen; er drohte zwar noch, doch er schritt rückwärts in die Höhle hinein, bis er nicht mehr zu sehen war. Roghir wagte er noch nicht, sich zu bewegen, hoffte er dadurch, den Bär nicht nochmal herauszulocken. Erst als er sicher war, dass keine Gefahr mehr in der Luft lag und der Bär vom Höhleneingang verschwunden war, erlaubte er sich, sich zu entspannen. Das Rauschen in seinen Ohren nahm ab, seine Muskeln entspannten sich und seine Rute richtete sich gen Boden. Sein Fell legte sich ebenfalls. Der schwarze Wolf hörte nur wie durch Watte, dass Kachnik und Yarok – die es offenbar zur Senke geschafft hatten – einerseits den Rückzug des Bären und andererseits den Zustand von Takata kommentierten. Roghir nickte, ohne jedoch einen der beiden genau anzusprechen. Er fühlte sich ausgelaugt, müde, erschöpft. Erst neue Gesichter, Tod eines Artgenossen und jetzt auch noch die Situation mit dem Bären. Er hatte genug für den Rest des Tages. Seine Ohren drehten sich nach vorne, als ein bekanntes Heulen vernahm:
“Niyol…!“
, murmelte Roghir leise und seufzte lautlos. Er war froh, dass es dem grauen Wolf gut zu gehen schien. Und er brachte jemand Neues mit. Hoffentlich nicht noch so jemanden wie Avon oder Valdis; es reichte, wenn sie zwei Chaoten hatten, um die sie sich kümmern mussten. Müde richtete er seinen Blick auf Pan.
“Soweit ich sehen kann, alles gut.“
, beruhigte er den Dunkelbraunen, obwohl ihm nicht wirklich wohl war. Besonders im Hinblick auf Takata. Der schwarze Wolf richtete seinen bernsteinfarbenen nun auf Ayjana und Takata; Ayjana zitterte am ganzen Leib und stupste ihre Fellschwester immer wieder an. Hilflos. Roghir setzte sich in Bewegung, um zu ihnen zu gelangen.
“Hey… Ayjana…Danke!“,
bedankte er sich traurig, aber erleichtert, während er an ihrer Seite zum Stehen kam. Er leckte ihr über die Wange und drückte seinen Nasenrücken gegen diese. Er spürte ihr Zittern, hoffte er doch, ihr ein wenig Zuversicht zu vermitteln. Sicherheit. Dass sie nicht allein war. Es gehörte einfach viel Mut dazu, sich in eine solche Situation zu begeben. Und er hätte das nie von Ayjana gedacht, dass sie all ihren Mut zusammennahm, um Takata zu helfen. Der Wölfin, die sie nicht gerade nett behandelt hatte. Doch Ayjana schien ebenso einen vernünftigen Gerechtigkeitssinn zu haben wie er. Roghir ließ von Ayjana ab und blickte zu Takata hinunter. Er positionierte sich Ayjana gegenüber und leckte bzw. stupste seinerseits Takata an. Er hoffte, sie dadurch aus ihrer Bewusstlosigkeit herauszuholen. Auch schnupperte er vorsichtig am Kopf der weißen Fähe, die Stelle, die der Bär mit seiner Pranke getroffen hatte.
[bei Takata, Ayjana | in der Nähe von Pan, Shiro, Kachnik, Yarok – Mondscheinsee/Höhleneingang]
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Eden
Mitglied
Alter
4 Monate
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Geschlecht
Fähe
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Größe & Gewicht
55cm & 30kg
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Dabei seit: 03.08.2023
Beiträge: 39
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Eden lauschte der Unterhaltung der beiden Rüden aufmerksam. Doch während ihr heller Blick zwischen den beiden hin und her glitt, blieben ihre Augen an dem Wolf hängen, der sich zurückhaltend hinter dem forschen Grauen hielt. Wie sie selbst schien auch er eher unsicher, fast schon ängstlich ihrem Aufeinandertreffen gegenüber. Ungewöhnlich für einen so erwachsenen Wolf, der sich der Überlegenheit ihres Duos bewusst sein musste.
Neugierig verlagerte die Jungwölfin ihr Gewicht nach vorne, reckte den Hals und hielt witternd die Schnauze in die Richtung der beiden Fremden. Etwas an der ungerührten Art des größeren Rüden, machte sie stutzig, aber jetzt, wo sie sich etwas akklimatisiert und realisiert hatte, dass keiner von ihnen auf Ärger aus war, konnte sie sich etwas entspannen. Mit Wegfallen der Anspannung begann ihr Körper wie zur Untermalung von Enaids Worten zu zittern. Es wurde von Minute zu Minute deutlicher, dass sie Hilfe brauchten.
Auch die Kräfte des Weißen vor ihr, schienen weiter und weiter zu schwinden. Die ganze Sache schien ihm mehr zugesetzt zu haben, als ihr. Kaum verwunderlich. Immerhin hatte er ihren Angreifer Mal um Mal tapfer abgewehrt, um sie zu schützen. Sorgenvoll huschte ihr Blick zu ihm, während ihr Atem in kleinen Wolken aufstieg. Sie konnten nur hoffen, dass die anderen beiden eine zündende Idee hatten, die sie schnell wieder zu Kräften bringen würde.
Bei Erwähnung der Krankheit hob Eden den Kopf, der der Erschöpfung wegen etwas abgesunken war, und erwartete gespannt die Antwort der beiden. Wenn auch sie schon Bekanntschaft mit der Seuche gemacht hatten, würden sie ihnen womöglich noch auf andere Art und Weise behilflich sein können, als bei der Suche nach einem geeigneten Unterschlupf.
[bei Enaid, Chester und Venry | Kältesturm-Halbinsel]

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Anouk
Gefangener des Schicksals [Mod.]
Alter
3 Jahre
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Geschlecht
Rüde
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Größe & Gewicht
65 cm & 50 kg
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Dabei seit: 30.06.2024
Beiträge: 99
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Es war ihm wichtig, dieses Gespräch mit Niyol zu führen. Ja, sogar sehr wichtig. Natürlich bildete er sich dabei nicht ein, sofort etwas ändern zu können, aber wenn seine Worte wenigstens nachhaltig etwas bewirkten..dann wäre er schon vollkommen zufrieden damit. Was er sagen wollte hatte er sich auch schon zurechtgelegt. Er würde versuchen, Worte zu wählen, die nicht provozierend wirkten - denn das wollte er ja nicht erreichen. Viel eher wollte er die Stimme der Vernunft sein, das passte auch viel besser zu ihm, machte er sich ja nichts aus sinnlosen Sticheleien. Sicher, gerade der Graue könnte, so, wie er sich verhielt, das ein oder andere klare Wort gut vertragen. Aber wer war er schon, dass er sich das anmaßen durfte? Zudem wollte er nicht riskieren, dass er sie vielleicht doch nicht zum Rudel führte - ging es hierbei ja auch weniger um ihn, sondern viel mehr um Anouk. Denn diesem würde ein Rudel, das ihm Rückhalt bot, sehr gut tun. Er brauchte so etwas nicht unbedingt, ihm war es nur wichtig, dass es dem Kleinen gut ging.
Doch wenn man mit so einem wie Niyol zu tun hatte, dann konnte man sich Pläne zurechtlegen, wie man wollte. Das musste er jetzt auch einsehen, als der Graue einen weiteren Kommentar von sich gab, der ihn sofort innehalten ließ. Eigentlich war er stets ruhig gesinnt und man konnte ihn nicht so schnell zur Weißglut bringen, aber dieser Wolf..der hatte ein Talent dafür!
Abrupt drehte er sich um und schlug aufgebracht mit den Flügeln, während er ein lautes Krächzen ertönen ließ. "Okay..es reicht! Was fällt dir eigentlich ein?!"
Anschließend ging er schnellen Schrittes auf ihn zu und sah ihn dann eindringlich von unten an. "Du verstehst rein gar nichts, oder? Und Feingefühl muss dir auch ein Fremdwort sein!"
Daraufhin begann er, ihn zu umkreisen, denn still stehen konnte er nicht, so aufgebracht war er. Dabei ließ er ihn keinen Moment aus den Augen. "Natürlich ist es das! Einer wie du kann nichts anderes, als am Rande zu stehen, alles nur zu beobachten und von Zeit zu Zeit taktlose, besserwisserische Kommentare einzuwerfen! Verhältst du dich den anderen aus dem Rudel gegenüber auch so? Dann musst du ja nicht sehr beliebt sein, denn dieses Verhalten ist nicht sehr hilfreich! Oder ist es, weil man es mit uns ja machen kann? Weil wir neu sind? Weil Anouk ein leichtes Opfer ist? Das wäre ziemlich niederträchtig!"
Den Fehler, jetzt vor ihm stehen zu bleiben, würde er sicher nicht machen. Schließlich musste er damit rechnen, dass dieser Wolf wieder nach ihm schnappen könnte. So erhob er sich also, als er gerade hinter dem Grauen war, in die Lüfte und flog dann einen kleinen Kreis um ihn, um dann etwas über seinem Kopf in Sichtweite anzuhalten und auf der Stelle zu fliegen, so sah er zu ihm hinab "Sag..was hätte ich Anouk vorhin denn anderes, als "alles ist gut" sagen sollen? Meinst du, einer deiner besserwisserischen Kommentare wäre hilfreicher gewesen? Sicher nicht! Aber von Empathie verstehst du nichts..und von Freundschaft sicher auch nicht, wenn du dich immer so benimmst!"
Mit diesen Worten flog er davon, blieb aber in Anouks Nähe und in seinem Sichtfeld damit dieser wusste, dass er jetzt nicht auf sich allein gestellt war. Ja, es könnte ein Fehler gewesen sein, ihm all das zu sagen, doch..es war einfach aus ihm heraus geplatzt und nun konnte er es auch nicht mehr rückgängig machen. Dieser Wolf verstand sich wie kein anderer darin, seinen Geduldsfaden so lang zu strapazieren, bis dieser riss. Er hoffte nur, dass das nun nicht Anouk zum Nachteil wurde und er ihm das Kennenlernen des Rudels vielleicht doch noch verwehrte.
Ratlos blickte er den beiden hinterher. Zuvor hatte Niyol ihm noch ein warmes Lächeln geschenkt, was für sich selbst gesehen schon verwirrend genug war. Doch er hatte gar keine Zeit, über all das nachzudenken, denn Niyol warf Karasu noch einen Kommentar entgegen, was diesen zum platzen brachte. Zuerst hatte er den Impuls, einzuschreiten, doch..er konnte sich kein Stück rühren. Zu viel ging in seinem Kopf herum. Was war nur mit Niyol? Was sollte sein Kommentar? Daran, dass Karasu mit ihm unter vier Augen sprechen wollte, war nichts verwerfliches. Und selbst, wenn es dabei um ihn ging..warum sollte ihn das stören? Er wusste, dass Karasu nichts schlechtes zu sagen hatte, schon gar nicht einem Fremden. Ganz kurz gesagt..er vertraute ihm. Was wollte er also mit diesem Kommentar bezwecken? Er dachte daran zurück, dass Niyol nach Karasu geschnappt hatte..und an seine eigenen Gedanken dazu. War das auch wieder eine Provokation, damit er seine Belustigung bekam? Zwischenzeitlich dachte er, er hätte sich vielleicht in der Annahme, dass es ihm nur um seine eigene Belustigung ging, getäuscht..oder zumindest wollte er ihm eine Chance geben, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Aber gerade sah es ganz danach aus, als hätte er doch richtig gelegen..und das wollte ihm nicht so recht gefallen, denn das..brachte auch den Vergleich zu Niray wieder zurück. Und so einen Wolf, wie ihn, ertrug er nicht nochmal..nein, ganz besonders nicht jetzt.
Von all diesen Gedanken eingenommen blieb ihm also nichts anderes, als den beiden zuzuhören. Und mit jedem Wort, das der Rabe sprach, legte er die Ohren etwas weiter an. Er wollte nicht, dass sich die beiden stritten..oder dass irgendjemand sich stritt. Aber die Machtlosigkeit, die ihn nun ergriff, war kein gutes Gefühl, ebenso wie die Schuld. Denn im Grunde war er Schuld an diesem Streit. Ginge es ihm nicht so schlecht, dann wäre all das nie passiert. Doch selbst, wenn er sich rühren könnte..wenn all diese Gefühle ihn nicht lähmen würden - was sollte er dann schon sagen?
Als Karasu dann schließlich geendet hatte beobachtete er diesen, wie er davon flog um dann den Blick wieder auf Niyol zu richten. Was nun? Sollte er etwas sagen? Etwas machen? Wenn ja..was? Wie würde Niyol die Worte aufnehmen? Und was hatte das für ihn selbst zu bedeuten? Würde er sie nun doch nicht zum Rudel führen? Was er bei letzterer Frage fühlen sollte wusste er nicht mal, hatte er sich doch gerade erst dazu überwinden können. Natürlich würde er diese Chance aber gern ergreifen, so viel stand fest. Aber wie sollte es jetzt weiter gehen? Was war, wenn er nun von ihm verlangen würde, sich von Karasu zu trennen, wenn er das Rudel kennenlernen wollte? Nein..daran wollte er lieber gar nicht denken. Auch, oder vielleicht gerade weil er nicht lange darüber nachdenken müsste, um sich in diesem Fall zu entscheiden.
[Niyol | Zwischen Kristall- und Mondscheinsee]
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Valdis
Die Eiskönigin
Alter
2 Jahre
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Geschlecht
Fähe
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Größe & Gewicht
79 cm & 54 kg
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Avon ging an ihr vorbei in die Nähe des kleinen Sees und nahm ein paar Schlücke. Valdis konnte den Rüden nicht wirklich einschätzen. Klar, er war nett - sehr nett! - und schmeichelte der Grauen mit sanften Worten. Aber was war er hinter seinen Worten für ein Wolf? War er ganz ehrlich zu ihr, konnte sie ihm vertrauen und sich fallen lassen? Konnte sie Loyalität ihm gegenüber zeigen? Man konnte vieles über die Wölfin sagen, aber eine ihrer besten Eigenschaften blieb wirklich ihre loyale Seite. Wenn man ihr Vertrauen errungen hatte (was zugegebenermaßen seine Zeit brauchte) dann hatte man wirklich eine Freundin fürs Leben gefunden.
Avon wusste anscheinend genau so wenig wie sie, wo sie genau steckten. Sie ließ den Blick schweifen. Es war wirklich sehr, sehr schön hier. Ihre kleine Romanze hatte den besten Schauplatz, wie es schien.
Die Graue setzte sich neben den Rüden und steckte auch die Nase ins kalte Wasser. Gierig schlappte sie ein paar Schlücke und ließ das Wasser die Kehle herunterlaufen.
„In der Tat!“, entgegnete sie, „wirklich erfrischend. Das brauchte ich nach der Flucht vor dem Braunpelz!“
Sie grinste und sah Avon an. „Wie kommst du eigentlich hierher? Seit wann bist du hier?“ Valdis blinzelte. “Ich hatte einmal eine Familie…doch…“, ihre Stimme verebbte. Bitterkeit kam in ihr hoch und sie dachte an die schmerzhaften Stunden ihrer Vergangenheit. Ihr wurde klar, sie war noch nicht bereit darüber zu reden. „Wie auch immer“, tat sie ab und schluckte. Es war noch nicht die Zeit, Avon so sehr zu vertrauen.
(Avon / Silberfischchensee)
Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Valdis am 18.11.2024 17:31.
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Niyol
Und was, wenn ich fliegen kann?
Alter
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Rüde
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Größe & Gewicht
79cm, 61kg
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Sein letzter Kommentar schien das schwarze Federtier dann doch endgültig gegen ihn aufzubringen. Empört watschelte er erst zurück und dann um ihn herum. Im ersten Moment dachte Niyol, er wollte sich bei seinen Worten vorsichtshalber zurück in Anouks Sicherheit wissen und drehte sich soweit mit. Als Karasu dann jedoch noch weiter um ihn herumwatschelte, ließ er nur noch seine Ohren mitwandern. Immerhin schien der Vogel mittlerweile genügend Respekt zu haben, um bei seiner Tirade einen gesunden Sicherheitsabstand zu halten. Erst als er fertig war, brachte er sich bei seinem Wolfskumpel in Sicherheit.
Anouk sah dabei irgendwie aus wie ein gescholtener Welpe und tat Niyol schon fast leid.
Trotzdem war es wirklich eine ulkige Situation. Er hatte grundsätzlich kein Interesse daran, sich mit den Persönlichkeiten anderer Tiere zu befassen. Es machte das Leben einfach zu kompliziert, wenn man ihnen mehr Inneres zugestand. Was jetzt vielleicht mit einem Raben anfing, endete am Ende damit, das er ein Reh als besten Freund bekam und jämmerlich verhungern musste. Nein, nein. In dem Fall hatte seine Familie früher Recht gehabt, auch wenn sie leider nicht in der Lage gewesen waren, es verständlich zu erklären.
Da sein Gegenüber aber so sehr an diesem Vogel klammerte, musste er wohl oder übel eine Ausnahme machen. Im Endeffekt hatte er das ja ohnehin bereits.
Soweit so gut. Aber wie sortierte er die Worte des Raben nun passend?
"Ich bin kein bequemer Zeitgenosse, das ist mir durchaus bewusst. Aber ich kann euch beruhigen, ich mache eigentlich keine Unterschiede. Ihr kommt also in den selben Genuss wie alle anderen.",
einmal mehr musste er grinsen. Diese Situation war einfach urkomisch für ihn. Trotzdem wollte er den beiden helfen, also schüttelte er kurz den Kopf und sprach halbwegs ernst weiter:
"Wie ich vorhin schon sagte, eigne ich mich nicht als Seelentröster. Du hast vollkommen Recht, denn ich glänze nicht mit Empathie. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass es durchaus andere Wege gibt, jemanden zu helfen.
Ich habe euch eben versucht zu provozieren, weil ich es nicht für Richtig halte, dass du Anouk bevormundest und ihn damit immer mehr in seiner Wohlfühlzone versinken lässt. Außerdem kann er meiner Meinung nach eine gute Portion Aggression vertragen, um auf die Beine zu kommen."
Hatte er schon einmal seine Art mit anderen zu agieren erklärt? Es gab wohl immer erste Momente. An sich nahm er sich damit selbst den Wind aus den Segeln. Wenn sie ihn wirklich verstanden, würde es schwieriger werden, mit ihnen zu spielen.
Aber jetzt war es ohnehin zu spät. Die Worte waren heraus. Mit einem Seufzen setzte er sich hin, legte den Kopf schief und schaute Anouk an.
"Allerdings bist du schwer aus der Reserve zu locken. Muss ich wirklich dein Vögelchen jagen, damit du für dich und deine Interessen einstehst?"
(Anouk | zwischen Kristall- und Mondscheinsee)
"Der Wind wird dein Begleiter sein;
Und du wirst ihn vermissen, wenn völlige Ruhe herrscht."
Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von Niyol am 20.11.2024 02:22.
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Anouk
Gefangener des Schicksals [Mod.]
Alter
3 Jahre
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Geschlecht
Rüde
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Größe & Gewicht
65 cm & 50 kg
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Dabei seit: 30.06.2024
Beiträge: 99
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Sich in der Luft aufzuhalten schien genau die richtige Entscheidung gewesen zu sein. Nicht aber, weil Niyol wieder drohte, ihm etwas anzutun - nein, es war einfach ganz angenehm, etwas Abstand von diesem Wolf zu bekommen. Als er dann etwas sagte landete er allerdings wieder, denn obwohl er noch einen Groll auf den Grauen hatte wollte er keines seiner Worte verpassen. Schließlich würden ihm diese letztendlich helfen zu verstehen, was in dessen wirren Kopf vorging. Die Mühe, wieder zu landen hätte er sich aber sparen können, denn wie auch schon zuvor kam nichts wirklich sinnvolles aus der Schnauze des Fellträgers. Zwar waren seine Worte diesmal nicht spöttisch, aber den Besserwisser ließ er trotzdem heraus hängen - und das, obwohl er immer noch nichts verstand. Ja, da wollte dieser Wolf schon ein Besserwisser sein und damit helfen und konnte nicht mal das so richtig! Nichts wusste er besser!
Belustigt funkelten seine Augen auf und das Krächzen, das nun von ihm erklang glich einem Lachen.
"Ha! Helfen nennst du das!"
Leicht legte er den Kopf schief. Wusste der Graue denn überhaupt selbst, was in seinem Kopf vorging? Nur so ließe sich erklären, wie er auf so irrsinnige Schlüsse kam!
"Sagen wir also, eines deiner Rudelmitglieder ist zu schwach, um selbst zu jagen..setzt du dich dann auch mit einem selbst erlegten Hasen neben ihn und frisst diesen genüsslich vor seinen Augen, um ihn so zu verspotten? Weil du bezwecken willst, dass er von wer weiß wo plötzlich neue Kräfte bekommt und selbst jagen kann? Wenn das deine Art der Hilfe ist, dann..habe ich schlechte Neuigkeiten für dich - denn das ist gewiss keine Hilfe! Wenn du also glaubst, damit zu helfen, dann heuchelst du dir nur selbst etwas vor!"
Kurz schüttelte er sein Gefieder. Noch war er nicht fertig, was jetzt kam war ihm besonders wichtig, denn er würde sich von einem Wolf wie diesen nicht vorschreiben lassen, wie er Anouk zu behandeln hatte! So sah er ihn nun eindringlich an, bevor er fortfuhr.
"Ein Wolf, der keinerlei Empathie besitzt will mir also sagen, wie ich mit einem anderen Wolf, dem es ganz eindeutig nicht gut geht und den ich rein zufällig auch sehr viel besser kenne, umzugehen habe? Wie ich schon sagte - du verstehst nichts! Ich bevormunde ihn nicht. Ich passe, so gut ich kann, auf ihn auf - weil ich es jemandem versprochen habe und, was noch viel wichtiger ist, weil er mein Freund ist! Aber was verstehst du schon von Freundschaft?"
Bisher hatte er sich alles angehört weil er unentschlossen war, was er tun sollte. Doch die letzten Worte Niyols hatten etwas in ihm ausgelöst. Zuerst redete er davon, dass er eine gute Portion Aggression vertragen konnte, um auf die Beine zu kommen. Als er das aussprach, durchzuckten ihn abermals Bilder seiner Vergangenheit wie Blitze. Doch anstatt alles in gleißendes Licht zu tauchen wurde es dunkel um ihn herum. Und wie schon zuvor sah er auch diesmal wieder die stechend gelben Augen, die ihn verachtend, aber auch höhnisch ansahen. Dieses Mal war es aber nicht Nirays Stimme, die sprach - nein. Ein Augenpaar trat aus der Dunkelheit und er erkannte seinen Ziehvater, welcher ihn aus missbilligenden Augen von oben herab ansah. Seine mächtige Brust hob und senkte sich gleichmäßig, sodass er eine seltsame Ruhe ausstrahlte, welche im Kontrast zu seinen Worten stand, die nun folgen sollten.
"Sieh dich nur an..wie du hier auf dem Boden kauerst und zitterst..erbärmlich und bemitleidenswert. Du ziehst den Namen aller Wölfe in den Dreck..und den Namen all derer, die vor dir ihr Leben lassen mussten. Also steh gefälligst auf! Steh auf und beweise, dass du es Wert bist, noch am Leben zu sein!"
Erschrocken schlug er die Augen auf und hörte Niyols nächsten Worte, doch statt ihm sah er nun Niray vor sich und hörte diese Worte auch in dessen Stimme.
"Wie immer machst du das, was du am besten kannst..wimmern wie der Schwächling, der du bist. Dabei liegt dir dein kleiner Freund doch so am Herzen.."
Zu Nirays Pfoten lag ein Wolf, der ihm schmerzlich bekannt vorkam. Jedoch schaffte er es weder, ihm einen Namen zuzuordnen, noch ein klares Aussehen. Der Nebel, der seine Erinnerungen verschleierte, war zu dicht.
"Ich würde so gern sehen, was du wirklich drauf hast, Anouk. Also sag - was muss ich dafür tun?" Mit diesen Worten legte er dem anderen Wolf eine Pfote auf die Kehle woraufhin dieser zunächst röchelte und dann leise und erstickt winselte.
"Wie wäre es, wenn ich seinem kleinen, jämmerlichen Leben ein Ende bereite?.."
Ein tiefes Grollen drang aus seiner Kehle und er schüttelte den Kopf, um die Bilder loszuwerden. Er bemerkte, dass Karasu drauf und dran war, weiter auf das einzugehen, was Niyol gesagt hatte - doch er unterbrach ihn.
"Lass gut sein, Karasu..", sagte er schließlich und trat vor ihn, um dann selbst Niyol eindringlich anzusehen. In seine Augen war nun ein ernster und fast schon kalter Ausdruck getreten.
"Er wird es nicht verstehen. Denn..wie ich bereits sagte.."
Kurz musste er schlucken, denn das Bild von Niray war noch nicht vollkommen verschwunden. Immer wieder flackerte er auf und trat für einen kurzen Augenblick an Niyols Stelle. War das hier also sowieso schon nicht einfach für ihn, so erschwerte es dieser Umstand noch deutlich. Doch er musste das jetzt durchziehen..es gab keine andere Möglichkeit.
"..du weißt nichts über mich. Du weißt nicht, was ich durchgemacht habe."
Die Kälte hatte seine Augen nun ganz eingenommen und unterstrich damit seine Ernsthaftigkeit, allerdings zeugte sie auch von einer gewissen Distanz. Eine, die er wahrte, um das hier machen zu können, aber auch, um sich selbst zu schützen.
"Wölfe wie dich kenne ich zu genüge. Sie haben einen großen Teil zu der Verfassung beigetragen, in der ich mich heute befinde. Besonders einem Wolf ähnelst du dabei sehr.."
Als er das aussprach manifestierte sich Niray abermals vor ihm, doch diesmal blieb er einen Augenblick länger. Lange genug, um die Lefzen zu einem tödlichen Grinsen zu verziehen, das ihm einen Schauer durch den ganzen Körper laufen ließ. So musste er für einen Moment die Augen, um durchzuatmen.
Du bist nicht hier..du machst mir keine Angst..
Als er sie wieder öffnete sah er wieder Niyol vor sich. Bevor er weitersprach tat er nun einen Schritt auf den Grauen zu und behielt dabei den Blick auf ihn gerichtet. Dabei hob er, ohne es zu merken, den Kopf und nahm allgemein eine gerade Haltung ein, die ihm eine gewisse Anmut verlieh und seine Ernsthaftigkeit noch mehr unterstrich.
"Ein Wolf, der alles dafür tat, mich leiden zu lassen. Mich spüren zu lassen, wie sehr er mich hasste. Ein Wolf, der, wie du, seine Spielchen spielte..und seine Belustigung an dem Leid anderer fand."
Noch ein weiterer Schritt. Entschlossenheit blitzte nun in seinen Augen auf und gesellte sich zu der Ernsthaftigkeit und der Anmut.
"Karasu ist einer der wenigen, die mich anders behandelten..die mir zeigten, dass nicht jeder so ist, wie die Wölfe aus meinem einstigen Rudel. Er zeigte mir, was Freundschaft bedeutet. Wie es sich anfühlt, nicht mehr allein zu sein und jemanden zu haben, auf den man sich verlassen kann. Du willst, dass ich für meine Interessen einstehe?"
Ein letzter Schritt, er war nun kaum noch eine Schweiflänge von Niyol entfernt.
"So lange ich lebe, wird Karasu nichts passieren..willst du also an ihn heran, dann musst du zuerst an mir vorbei. Ich habe keine Angst vor dir oder deinen Drohungen..diese Wölfe haben mir weitaus schlimmeres angetan, als du es jemals könntest. Denn anders, als ihnen, geht es dir nicht um das Leid anderer..auch Hass ist nicht dein Motiv. Und deine Hilfe? Ich bin dir sehr dankbar dafür, dass du uns die Chance gibst, dein Rudel kennenzulernen..aber mehr Hilfe benötige ich von dir nicht. Du weißt kaum etwas über mich..und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Zumindest nicht so lange du nicht zeigen kannst, dass du es Ernst meinst. Denn ich werde Wölfen wie dir, Wölfen, denen es nur um die eigene Belustigung geht, nicht mehr die Macht über mich geben. Würde ich das zulassen..dann wäre alles, was ich durchgemacht habe, umsonst."
Nachdem er zu Ende gesprochen hatte, ließ er den Blick nicht von Niyol ab, auch seine Haltung änderte sich nicht. Er würde nicht zulassen, dass er Karasu Leid zufügte, das wollte er ihm zu verstehen geben. Etwas anderes zählte für ihn gerade nicht.
[Niyol | Zwischen Kristall- und Mondscheinsee]
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Takata
ώintersonne .:. ħerzensgut
Alter
4 Jahre
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Geschlecht
Fähe
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Größe & Gewicht
70cm und 52kg
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Charakterbogen
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Dabei seit: 28.04.2010
Beiträge: 4589
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Takata ... Takataaaa ...
Eine entfernte Stimme drang zu ihr durch wie durch eine dicke Wand, dumpf und undeutlich, wie ein Bild durch Nebel. Obgleich sie im Stande war, etwas wahrzunehmen, konnte sie nichts mit ihrem Körper ausführen, das auf Leben hindeutete - von einem leicht auf- und abgehenden Brustkorb einmal abgesehen. Die Pfoten lagen neben ihrem Leib wie fremde Dinger, die Rute nicht spürbar, nur in ihrem Kopf dröhnte es furchtbar.
Glückwunsch ... du hast versagt. Die Stimme fuhr fort, stimmte eine neue Strophe ein in ihrem hässlichen monotonen Gesang. So wie du immer versagst.
Ihre Augen. Sie konnte ihre Augen bewegen ... zunächst nur langsam, später rascher, deutlicher. Tageslicht fiel in ihre honiggelben Augen und ließ sie schimmern.
Und was jetzt ... Willst du dort liegen bleiben? Nutzlose Dinge liegen herum, Takata ... Willst du nutzlos sein? Du bist nutzlos ... nutzlos ...
Nein! Sie hatte nicht gezögert, sondern den Bären attackiert. Sie hatte sich für jemanden eingesetzt, der es wert war, dass man etwas für ihn riskierte. Ein dunkler Wolf, fast schwarz ... Es war Roghir, der sie auf ihrem Weg zurück zum Rudel begleitet hatte. Sie hatten es gefunden, doch dann war alles sehr schnell gegangen. Langsam kehrten auch ihre übrigen Erinnerungen zurück. Da war der junge Timberwolfrüde gewesen, zusammen mit der vorlauten jungen Fähe, das perfekte Pärchen. Hatten sie mit dem plötzlichen Auftauchen des Bären zu tun? Fragen kreisten in ihrem Kopf, die auf ihre Beantwortung warteten. Aber sie war kraft- und machtlos. Was war nun? War der Bär noch immer da? Sie öffnete die Augen weiter und erkannte, dass sie nicht allein war. Da war kein Tihar, der ihr ins Gewissen redete. Aber jede Menge anderer Wölfe. Sie erkannte eine weiße Gestalt unweit ihrer selbst. Die zweite Fellschwester mit den roten Augen nahm sie nicht wahr, da sie außerhalb ihres Blickfeldes lag. Und sie sah die dunklen Pfoten ... es mussten Roghirs sein. War er es, der sie berührte, mit der Schnauze, der Zunge? Ihre Augen weiteten sich, als ihr klar wurde, dass sie nicht nur zurück in der Wirklichkeit war, sondern auch noch Wölfe um sich herum hatte, die ihr offenbar beistanden. Obgleich ihr Kopf noch immer furchtbar schmerzte, wollte sie versuchen, sich zu erheben, um nicht länger unwürdig herumzuliegen. Tihar hatte Unrecht ... sie war nicht nutzlos. So wie er immer Unrecht gehabt hatte. Mit zittrigem Körper und ganzer Anstrengung, versuchte sie sich zurück auf ihre vier Läufe zu kämpfen. Sie ächzte, stöhnte und zwinkerte mit den Augen. Noch immer drehte sich alles und sie nahm die Dinge und Wölfe nur leicht verzerrt wahr. Ja, sie hatte überlebt. Vielleicht auch dank der Artgenossen, die sie umgaben. Hatten sie den Bären in die Flucht geschlagen? Sie traute es dem Dunklen zu, mit dem sie zur Zeit wohl besser konnte als mit allen anderen. Weit entfernt nahm sie sogar ein Heulen war, doch das nur hintergründig. Die Weiße nahm es zunächst nicht ernst, da sie Schwierigkeiten hatte zu trennen, was in ihrem angeschlagenen Kopf vor sich ging und was der Wirklichkeit entsprach. Immerhin schien es nicht, als ob sie bleibende Schäden davontragen würde, was für sich beruhigend war. Nur zögerlich wagte sie einen Blick über die Runde und erkannte, dass hier noch einige Wölfe mehr standen, von denen ihr besonders Shiro ins Auge fiel. Sie versuchte sie zunächst zu ignorieren, auch wenn sie ahnte, dass sie wieder den ein oder anderen gehässigen Spruch auf den Lefzen haben würde. Lieber hielt sie sich an Roghir, der noch immer Mut machend neben ihr stand und offenbar ganz froh darüber schien, dass der Ursus Ursus sie nicht völlig ausgeschaltete hatte. Unsicher und ratlos sah sie zu Boden, zitterte noch immer und hielt sich mit Mühe auf der Hinterhand.
„W- wo ... ist ... er ... der ... Bär ...? Ha- hast du ihn ... geschlagen?“
Es entbehrte nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet Roghir den wütenden Allesfresser in die Flucht geschlagen hatte, schließlich hatte Takata ihm doch zu Hilfe kommen wollen. Die Erinnerungen an das Erlebnis damals, als Tihar sie im Stich gelassen hatte, wogen noch immer schwer und hatten ihr nichts andere übriggelassen, als sich mit vollem Eifer ins Getümmel zu stürzen ... beinahe, hätte sie dies mit dem Leben bezahlt.
(bei Roghir, Ayjana, Shiro, Kachnik, Yarok und Pantalaimon | Nähe Mondscheinsee)
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IP
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Avon
Pas de chenille. Just une mite laide. Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
Alter
3 Jahre
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Geschlecht
Rüde
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Größe & Gewicht
67cm, 59kg
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Charakterbogen
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Dabei seit: 29.11.2012
Beiträge: 174
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Sein Herz pochte höher und höher ... So glücklich hatte er sich seit Ewigkeiten nicht mehr gefühlt! Es war ein Wellenbad der Kontraste ... erst der wütende Bär, Roghir dabei und jetzt stand er hier abseits mit seiner neuen Angeherzten am Ufer und kühlte sich die Kehle mit erfrischendem Nass. Verträumt sah der Timberwolf auf ihrer beider Spiegelbild und grinste idiotisch, seine Rute wippte dazu, als ob er unter dem Restless-Tails-Syndrom litt.
„Sieh doch“, wisperte er angetan und sah unaufhörlich auf ihrer beider Abbild. „Siehst ... siehst du diese ... beiden ... glücklichen ...“ Plötzlich hüpfte einer dieser schuppigen Wasserbewohner aus dem See und verschwand so schnell wieder, wie er gekommen war ... nicht, ohne das Pärchen noch etwas vollzuspritzen. „... Fische ...?!“
Ohoh, der Braunpelz ... dass sie ihn auch daran erinnern musste. Ob sie inzwischen fertig geworden waren mit ihm? Vielleicht labten sie ja längst vom nächsten Festmahl und sie begnügten sich hier mit läppischem H2O.
Der neuste Neuzugang, mit Namen Valdis, wollte wissen, woher er kam und wie lange er schon mit von der Partie war. Huh, sie stellte Fragen! Avon sah nachdenklich in den grauen Himmel und überlegte.
„Wo ich .. hergekommen bin?“ Aus meiner Mutter. Na gut, den fand sie bestimmt nicht lustig. Tja, letzten Endes kamen sie wohl fast alle aus dem Tal, das inzwischen unter einer Schneewüste lag. Er erinnerte sich schmerzvoll an die Zeit mit Chihiro und Thyca zurück, die ihn heute noch bedrückte, weil es damals so glorreich verkackt hatte. Sollte er flunkern und ihr eine viel unbekümmertere Geschichte auftischen? Nein, er wollte diese neue Zweisamkeit nicht mit einer Lüge beginnen, aber sie ganze Wahrheit musste sie dann auch nicht wissen.
„Nun ... also ... ich komme aus dem Tal der Nacht und ... hab Wölfe getroffen, die ... ehm ... mir leider ... abhandengekommen sind.“ Schluck. Das klang ja wahrlich abstoßend. Nicht, dass sie auch gleich die Flucht ergriff. Er sah verunsichert zu ihr zur Seite und versuchte abzuschätzen, wie sie das aufnahm.
„Aber ich bin schon ‘ne ganze Weile hier! Länger als die anderen!“, verkündete er stolz und richtete sich kerzengerade am Ufer ab, wozu er wie ein Honigkuchenpferd grinste. Ob sie das zufrieden stellte?
„Ich kenne die schönsten Ecken auf diesem Flecken Land, weißt du?“
Es lag nahe, dass er auch etwas über sie erfuhr. Doch kaum, dass sie ansetzte, verstummte sie auch schon wieder. Erstmals kam wieder ein Funken Melancholie auf und er legte ein Ohr getroffen an. Ob ihrer Familie etwas zugestoßen war? Er wagte nicht, weiter nachzubohren, musste aber doch zu erkennen geben, dass sie es ihm anvertrauen konnte, wenn sie wollte.
Er räusperte sich und versuchte es auf die elegante Art, ohne aufdringlich zu sein.
„Mach' dir nichts draus! Wenn du es mir mitteilen willst, dann hab ich ein offenes Ohr für dich.“ Er lugte nach oben und spielte mit den Dingern. „Ich kann ein wahrer Kalavier ... Klavier ... nee, äh, du weißt schon ... kann ich sein!" Er grinste stolz, stellte die Vorderpfoten eng zusammen und kniff die Augen zu. Bekam er jetzt einen Kuss?
(Valdis / Silberfischchensee )
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