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Thema: The Den of Roghir
19.03.2019 15:47 Forum: Kreatives Pfötchen

zum Bild darüber noch ... he, der Delfin ist aber hübsch. ^^ Und die Quallen hast du toll hinbekommen.
Ich würde lediglich die Außenlinien des Delfins noch etwas weiter ausarbeiten. Sie wirken noch sehr einfach. ^^'

Und zu der kleinen Bildgeschichte ... thaha, Roghir weist Takata zurecht? lächel Ich bin gerade unsicher, wer wirklich wer ist, da es ja erst mal nur Skizzen sind. Aber die Gesichter sprechen für sich. ^^
Vielleicht ist Roghir auch nur deshalb so sauer, weil er es nicht ertragen würde, würde ausgerechnet Avon zu seinem Rausschmiss aus dem Rudel führen. Zunge raus
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
15.03.2019 05:56 Forum: Das Tal

Sie musterte ihr Gegenüber sehr genau und versuchte jede Regung ihres Gesichts oder ihrer Ohren, jede Veränderung der Rute in ihrer Höhe wahrzunehmen. Und es gab keine Menge zu sehen. Für einen Moment hatte Takata das Gefühl, sie genau an der Ecke bekommen zu haben, wo es am stärksten faulte. Es war so etwas wie Furcht, Unterwürfigkeit, vielleicht fühlte sie sich ertappt. Hatte sie nicht geglaubt, dass man sie dabei gesehen hatte? Es war doch zu offensichtlich gewesen. Oder sie hatte es nicht so schlimm gesehen, da die Alpha ja nicht hier war und sie, Takata, als durchschnittliche Rudelwölfin sicher nicht so aufmerksam sein würde. Aber da hatte sie sich gebissen. Sie hatte sich vorgenommen, wann immer es von Nöten war, Skadis zweites Paar Augen, zweites Paar Ohren zu sein, wenn es ihrem Wohl und Überleben diente. Denn sie hielt Skadi durchaus für eine gerechte Alpha. Dennoch hätte sie die Neuen nicht ohne weiteres ins Rudel aufgenommen. Hatten sie nicht noch eine Probezeit für die Fremden ausgemacht? Oder war es insgeheim so, dass Skadi fürchtete, die Fremden nicht mehr loszuwerden und sie wollte eine kriegerische Auseinandersetzung verhindern? Es war ein offenes Geheimnis, dass sie nicht so gut gestellt waren, nun, nachdem ihnen alle Wölfe, die ihnen in der Verteidigung des Rudels eine Hilfe hätten sein können, nicht mehr hier waren … Marrok zum Beispiel. Es war doch so, dass sie, da sie nun den einzigen Flecken Erde ausfindig gemacht hatten, an dem es sich einigermaßen (über-)leben ließ, in steter Gefahr schwebten, dieses Gewinns wieder beraubt zu werden.
Ayjana war gewissermaßen der Prototyp einer zwielichtigen Wölfin. Sie trat auf der einen Seite auf wie ein kleines Mädchen, das nicht wusste, was das Böse der Welt war, andererseits – und das fiel ihr nun grade auf – wurde sie schnell unnachgiebig und vorlaut. Die Polarwölfin rümpfte die Nase. So wie die Fremde abstritt, etwas mit dem Komiker zu haben, erhärtete sich in ihr der Verdacht eher noch. Natürlich hatte sie nichts mit ihm laufen! Die Weiße nickte sacht, doch weniger aus dem Glauben heraus, sondern viel mehr, weil sie sich schon gedacht hatte, dass so etwas kam.
Dann aber wendete sich das Blatt. Ayjana war dabei aus Avon gewissermaßen einen Musterknaben zu machen, der natürlich vollkommen liebenswürdig war, ein liebenswertes Dummchen, das man einfach gern haben musste, nur lieben tat sie ihn nicht. Sie schnaufte. Als sie dann über „das Rudel“ zu berichten begann, wurde sie noch hellhöriger, denn letztlich war das für Takata ja der Kern des Ganzen. Sie stellte die Ohren auf und sah sie forsch an. Ja? So stellte sie sich vor, dass das in einem Rudel lief?
Sorglos … so so. Auch wenn Takata einen direkten Blick auf den Timberwolf gerade vermied, wirkte er alles andere als sorglos. Außerdem nahm sie ihm seine Harmlosigkeit nicht ab. Wenn ihr weißes Gegenüber nur gewusst hätte … Takata hob den Kopf etwas an, tat noch einen minimalen Schritt vor und begann mit leiser Stimme.

„Du hast ja keine Ahnung, was unser Rudel durchgemacht hat. Sorglos ist das Letzte, was wir sind. Wir hatten genug Scherereien und brauchen hier keine Wölfe, die uns nur Probleme bereiten.“ Sie legte den Kopf etwas schief und presste die Lefzen fest zusammen. „Wir werden alles tun, um jede Gefahr von unserer Gruppe abzuwenden. Wir brauchen keine … Dämonen mehr in unserem Rudel“, meinte sie und spielte dabei auf Tihars Eigenbeschreibung an. Mit zusammengekniffenen Augen und ernster Mine ergänzte sie. „Was auch immer der sorglose Avon in Zukunft anrichtet, geht auf eure Rechnung, vergiss das nicht.“

Es war genau so, wie sie es geäußert hatte: Ayjana hatte ihr für diesen „Avon“ geradewegs eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt und sie war bereit, sie daran festzunageln. Wenn er wirklich so nett und harmlos war, würde sie für die Schäden aufkommen, die er anrichtete. Es war ihr nur recht, wenn sie die Neuen bald wieder los waren und so, wie sie den Timberrüden einschätzte, würde das keine drei Tage dauern.

( bei Ayjana, die anderen außer Skadi, Shiro & Yarok in der Nähe | Mondscheinsee )
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
26.02.2019 13:49 Forum: Das Tal

Es verwunderte die Polarwölfin anhaltend, dass das Feuerauge so anstandslos auf ihre Forderung eingegangen war, sich dem Timberwolf noch mal anzunehmen. Aus Erfahrung, aber nicht aus der Erfahrung mit ihr oder den anderen Neulingen, hatte sie befürchtet, dass es viel mehr zu einer heftigen Diskussion kommen würde, von wegen, der Kerl war gar nicht so schlimm und sie sollten sich nicht so haben oder … oder aber viel mehr .. was willst du, du hast uns gar nichts zu sagen. Im Grunde war Aarinath die erste Wölfin seit gefühlten Jahren gewesen, die ihr Wort, Takatas Wort, ernst genommen hatte und ihren Rang im Rudel nicht erst hinterfragte. Dass gerade Wölfe ihres Geschlechts gern einen Mangel an Respekt vor Geschlechtsgenossinnen zeigten, war nicht selten. Sie dachte dabei ganz besonders an zwei in diesem Rudel, die zwar „ihrem“ Geschlecht angehörten, sonst aber keine Gemeinsamkeiten mit Takata besaßen. Ohne es jemals zugeben zu wollen, war sie insgeheim ein wenig dankbar dafür, dass Aarinath sie respektierte, wie sie war, obgleich ihre ganz offizielle Alpha zur Zeit nicht einmal hier war. Die Frage war natürlich, wie lange das noch so blieb und Takata schwor sich, dass sie weder ihr noch den anderen Neuen von nun an gestatten würde, diesen Respekt zurückzunehmen, den sie ihr einmal offenbart hatten.
Bei Ayjana war das etwas anders. Es wäre Unsinn gewesen, sie als respektlos zu bezeichnen, obgleich sie Fragen stellte, die etwas taktlos schienen. Respekt sah bei ihr anders aus, bei ihr war es vielleicht eine Art Ehrfurcht und sie selbst fragte sich in diesem Augenblick, ob sie wirklich derart furchteinflößend gewirkt hatte. Sie hatte sie doch, so weit sie wusste, nicht einmal offen dafür kritisiert, dass sie so etwas gefragt hatte. Die Weiße sah ihr Gegenüber kurz schief an, als sie zu stottern begann. Jetzt war sie sich für einen Moment sicher, wollte es aber noch nicht offenlegen. Es war schon paradox, dass Ayjana eben noch aufgetreten war wie ein unbefangenes kleines Mädchen, das nichts Böses kannte, nun aber dafür umso sensibler war und ihren eigenen Fehler bemerkte, obgleich Takata nichts dazu geäußert hatte. Die Frage war in diesem Moment auch gar nicht das Dringlichste, viel mehr war da etwas anderes, das sich in ihrem Kopf gerade manifestierte und das nach Antworten verlangte. Jetzt, da die andere weiße Fähe sozusagen „geständig“ war, schien ihr der Moment passend.

„Was .. was ist das, mit diesem ,Avon' – was teilst du mit ihm?“ Der Widerspruch lag auf der Zunge, sie konnte ihn schon wittern, schon hören, bevor er aus Ayjanas Maul kam. Aber so einfach kam sie ihr nicht davon. „Ich hab euch gesehen. Du wirktest nicht gerade, als würdest du dich für ihn schämen.“ Ob das suggerierte, dass man das für einen wie ihn musste? Um jede Widerrede im Keim zu ersticken, erhöhte sie den Druck etwas, trat ein Stückchen näher heran und sah sie eindringlich an. Obwohl sie beide fast dieselbe Körperhöhe hatten, so schien sie ihr in diesem Moment doch ziemlich klein.
„Hast du … was mit ihm laufen?“ Takata sah zurück auf den besagten Rüden, mit dem sie selbst im Leben nichts angefangen hätte, nicht einmal, wenn er das letzte männliche Wesen auf Erden wäre und vor allem warf sie einen Blick auf Aarinath.
„Aarinath hört dich nicht, du kannst offen sein“, legte sie nach und zeigte dabei nicht einen Hauch von Amüsement, denn sie meinte das ganz ernst. Takata war gut darin, anzunehmen, etwas gefunden zu haben, dass für das Rudel und die Alpha von großer Wichtigkeit sein konnte, selbst wenn der Auslöser dafür nur eine kurze, kleine Geste zwischen ihm und ihr war.

( bei Ayjana, die anderen außer Skadi, Shiro & Yarok in der Nähe | Mondscheinsee )
Thema: Neuigkeiten & kleinere Meldungen
19.02.2019 15:47 Forum: Grundlegendes & Neues

Liebe Nachtwölfe,

bestimmt habt ihr alle schon vom neuen EU-Gesetz zum Schutz der Urheberrechte, v.a. aber von den Artikeln 11 und 13 dieses Entwurfs gehört.
EU-Copyright-Reform und Artikel 13: Neue...r Upload-Filter
V.a. Artikel 13 ist brisant, da er, einfach gesagt, einen Filter beim Hochladen von Inhalten im Internet zur Voraussetzung macht (zumindest, wenn der Entwurf von Deutschland so übernommen wird). Diesen Filter können sich jedoch in der Regel nur große Konzerne wie Google, Farcebook, Twitter usw. leisten, die kleineren Unternehmen wären gezwungen, eine Version zu kaufen.

Kurz gesagt ... streng genommen kann der Eigentümer einer Plattform dafür haftbar gemacht werden, wenn Inhalte hochgeladen wurden, die gegen Urheberrechte verstoßen, sobald das geschehen ist. Würde man ganz weit gehen, müsste jeder Beitrag im Forum erst von den Admins durchgesehen, auf Urheberrechtsverstöße geprüft und dann ggf. freigeschaltet werden.

Abgesehen davon, dass Artikel 13 noch nicht ganz spruchreif ist, da jedes EU-Mitglied (also auch Deutschland) zwei Jahre Zeit hat, einen nationalen Gesetzesentwurf aus den neuen Richtlinien zu machen, würde ich von übereilten Maßnahmen hier im Forum absehen.
Das Einzige, worum ich euch jetzt schon bitten würde ist, dass ihr auch beim Einstellen von Signaturen oder Titeln darauf achtet, fremde Urheber stets anzugeben (etwa den Musiker, wie in meiner Signatur mit L'Âme Immortelle) oder wenn es aus einem Film stammt, dort den Namen des Films und die Quelle. Ich denke, dann sollten wir auf der sicheren Seite sein.

Wie gesagt ... keine Panik. Wir hatten so was schon mit ACTA und der DSGVO und meine Erfahrung ist, dass es nicht so heiß gegessen wird, wie es gekocht wurde. ^^'
Thema: Neuregelung der Aktivität und Konsequenzen
13.02.2019 20:31 Forum: Grundlegendes & Neues

Nun, ich war in diesem Fall nicht so aufmerksam, aber ich glaube ich spreche für Skadi und für mich, wenn ich sage, wir zählen normaler Weise nicht jeden Tag explizit. Zumindest mir fällt nach einer gewissen Wartezeit nur auf, wenn scheinbar jemand schon übermäßig lange dran ist und erst dann gucke ich nach, an wem es hapert.
Da kann es schon mal vorkommen, dass jemand auf dem 11. Tag ist, ohne dass mir das auffällt.

Aber wenn du möchtest, zähle ich in Zukunft genau mit. Zunge raus
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
05.02.2019 11:00 Forum: Das Tal

Sie fragte sich, wo ihre Alpha so lange blieb. Warum hatte sie ihnen nicht Bescheid gegeben, was der Anlass für ihre Abwesenheit war? Und noch dazu mit Shiro im Gespann? Das konnte nichts Gutes verheißen. Es hätte sie nicht gewundert, wenn die Dunkle der Leitwölfin allerlei Lügen steckte, aber sie vertraute der Sandfarbenen so weit, dass sie sich nicht so einfach beirren ließ. Skadi gehörte nicht zu den Wölfen, die sich einfach manipulieren ließen.
Takata äußerte eine knappe Geste mit dem Kopf, als Aarinath ihr Verständnis äußerte. Dann hatten sie das ja so weit geklärt. Doch die Weiße war nicht so naiv zu glauben, dass es von nun an keine Schwierigkeiten mehr mit dem Timberwolfrüden geben würde. Ob nun Absicht oder nicht, sie konnten, wie Skadi es einmal formuliert hatte, „keine weiteren destruktiven Elemente gebrauchen“ und dazu gehörten auch solche, die sich selbst nicht im Griff hatten. Nicht auszudenken, wenn er ihnen die nächste Jagd sprengte, weil er ein Niesen nicht zurückhalten konnte. Das Feuerauge schien so weit d'accord, war nur die Frage, was mit der anderen Weißen war, die augenscheinlich eng verwoben mit dem Schwarzen war. Das hieß … hatte sie sich nicht eben noch an den besagten Rüden geschmiegt? Was hielt sie auf ihn, wenn er doch so unfähig war? Sie verstand es nicht. Es wäre ihr auch egal gewesen, denn Takata hatte sicher nichts übrig für den Katastrophenwolf. Aber wenn sie ihre Zustimmung nur spielte, würde sie alarmbereit bleiben. Die Polarwölfin mit den gelben Augen pflichtete Aarinath bei.

„Ja, das solltet ihr tun“ und war schon fast dabei, sich abzuwenden, wohl wissend, dass Aarinath wahrscheinlich sie Drei damit gemeint hatte.
Doch Takata sah gar nicht ein, ihm gegenüberzutreten und sich in den Pelz rotzen zu lassen. Es war schön, dass Skadi so etwas so einfach wegsteckte, aber sie hatte schon jetzt Aversionen, mit dem Kerl in Kontakt zu kommen.
Aber bevor sie dazu im Stande war, kam von Ayjana schon eine Frage. Sie lenkte vom Thema Avon ab, was ihr im Grunde recht gewesen wäre, nur war sie nicht sicher, ob der Timberwolf nicht in Verbindung mit Niyol noch zum viel größeren Fettnäpfchentreter wurde. Gleich und gleich gesellt sich gern?
Nach der Frage der weißen Fähe hielt sie erst einmal einen Moment inne und dachte nach. Nicht, weil sie erst überlegen musste, wer noch alles dazugehörte oder dazugehört hatte, sondern vor allem, weil sie sich fragte, was die Wölfin mit dieser Frage bezweckte. Waren sie nicht ohnehin in der Überzahl? Sie entschied, dass diese Frage mindestens als kurios einzustufen war, wenn nicht gar als verdächtig. Welcher Wolf hätte Interesse gehabt, ihre zahlenmäßige Stärke zu wissen, wenn nicht der, der noch etwas vorhatte? Ihr ging das Bild nicht aus dem Kopf, wie Ayjana den Chaoswolf angeschmiegt hatte. Sie würde zu gern wissen, was es damit auf sich gehabt hatte … irgendeine Verbindung mussten sie doch zueinander haben. Sie wirkten nicht wie Zwei, die sich erst seit kurzem kannten.

„Es … gibt noch mehr“,
meinte sie dann mit langsamer Stimme und sah skeptisch heraus. Das stimmte nur halb, denn sie hatte kaum mehr die Hoffnung, dass der andere junge Katastrophenwoplf, Jellin, der Skadi ungewöhnlich gut zur Weißglut gebracht hatte, noch einmal wiederkehrte. Ähnliches galt für Marrok oder Lynx. Wobei die beiden durchaus gebraucht würden, entschied sie. Takata würde sie nicht wissen lassen, wer da noch alles war, um offen zu lassen, wie groß ihr Rudel wirklich war. Wenn Skadi entschied, dass sie alles wissen durften … gut, aber sie wollte nicht noch einmal verantwortlich sein, wenn jemand ihre gesamte Gruppe zu torpedieren versuchte.

( bei Aarinath & Ayjana, die anderen außer Skadi, Shiro & Yarok in der Nähe | Mondscheinsee )
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
24.01.2019 12:33 Forum: Das Tal

Zu gerne hätte sie gewusst, was dieser „Avon“ und Niyol miteinander austauschten. Dabei machte Niyol einen vergleichsweise teilnahmslosen Eindruck und schien nur hin und wieder etwas zurückzuwerfen. Ob er mit dem fremden Rüden überfordert war? Sie hatte ja viel mehr den Eindruck, der Neuling war genau seine Kragenweite.
Als sich dann Aarinath mit der Bemerkung an sie wandte, von ihm ginge keine Gefahr aus, schrak sie etwas zurück. Wie … wie war das … konnte sie Gedanken lesen? Sie kniff die Augen zu Schlitzen zusammen und musterte sie. Ihre Rute war längst wieder auf eine normalen Niveau gesunken, aber ihre Haltung etwas verkrampft.Ob das alles Masche war? Vielleicht sollte er ja den leicht zurückgebliebenen Wolf mimen, damit die anderen ihr Rudel infiltrieren konnten? Nach Tihars Betrug an ihrem Vertrauen traute sie keinem Fremden mehr über den Weg. Es war so, dass sie nicht bereit war neu hinzugekommen Wölfen zu viel Vertrauen zukommen zu lassen. Selbst wenn Skadi sie gewähren ließ, verpflichtete sie sich insgeheim, jede mögliche Verschwörung rechtzeitig aufzudecken, um Fehler der Vergangenheit wieder gut zu machen. Es erstaunte sie ja schon, dass Zita so gut mit dem Neuen zurecht kam, diesem seltsam duftenden Rüden, der noch ziemlich jung sein musste. Aber ein Blick zur Seite, vorbei an der Weißen mit den rötlichen Augen verriet ihr, dass Zita keineswegs so ruhig blieb, wie sie anfangs gewesen war. Allerdings hatte sich ihr Ton, mehr konnte die dem Austausch nicht entnehmen, nicht etwa dem zwielichtigen Jungrüden gegenüber verändert, der so seltsam milchige Augen hatte und Takata eher zu mehr Misstrauen veranlasste, sonder gegenüber Ro...Roghir hieß der, genau. Vielleicht erinnerte er Zita durch sein schwarzes Fell noch viel mehr an jenen Wolf, der so viel Unglück über sie gebracht hatte.
Aarinath aber forderte sie auf, Avon wieder in Augenschein zu nehmen. Die Weiße war überfordert. Sie konnte unmöglich jeden hier im Blick behalten und sah nach einem kurzen Blick auf diesen Avon wieder nach vorn, dann leicht verstört zu den Seiten, als just eine weitere Fähe ihrer Fellfarbe hinzukam. Wie war das … hilflos? Takata zischte. Nein, er wirkte nicht hilflos, er benahm sich viel mehr fahrlässig! Niemand, der zwei funktionierende Augen im Kopf hatte, konnte einfach so vor die Füße einer fremden Alpha fallen oder mit einem nicht zu bestehenden Rüden wie Niyol zusammenstoßen. Sie nahm ihnen diese Geschichte nicht ab! Ihr Lächeln veranlasste sie nur zu einem kurzen Lefzenzucken, das von Unsicherheit herrührte. War das ein freundliches Lächeln oder ein Auslachen?
Die andere Weiße, Ayjana, stellte sich dazu und begann, ihre Meinung kund zu tun. Erst verstand sie nicht, wie sie die Aussage meinte. Das Gesprächsthema? Takata dachte gerade an so viele Wölfe, von denen im Grunde jeder einen persönlichen Aufpasser gebraucht hätte, schließlich war nicht nur Avon unerlaubt vom Rudelplatz gegangen, sondern auch das Milchauge. Im Grunde untermauerte Ayjana das von Aarinath Geäußerte nur und pflichtete ihr bei. Die Polarwölfin quittierte das zunächst mit einem nachdenklichen Schweigen. Sie suchte nach Anzeichen, die auf Lüge hindeuteten. Aber die Gesichter der beiden neuen Fähen wirkten unauffällig freundlich … beinahe zu freundlich. Nach einer Weile schüttelte sie sich instinktiv und beantwortete ihre Aussagen.

„Ein Wolf muss nicht gefährlich sein, um für ein Rudel zum Problem zu werden.“ Sie senkte den Kopf etwas und presste die Lefzen aufeinander. Mit viel Ahnung konnte man das als Anspielung Takatas auf sich selbst betrachten. Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint. „Ihr seid mit ihm hier aufgekreuzt, also seid ihr auch verantwortlich für sein Tun.“ Sie übte sich in einer strengen Miene und einer festen Stimme. Ein kurzer, unauffälliger Blick zur Seite ließ sie sicher sein, dass Skadi wirklich nicht in der Nähe war. Dennoch war sie sicher, nur in ihrem Interesse aufzutreten. „Lasst ihn nicht aus den Augen, bevor er irgendwelchen Mist anstellt“, endete sie trocken und sah noch einmal kurz auf Avon zurück. Es war doch Grunde nicht Avon, der das Problem darstellte. Es war viel mehr ihre eigene Überforderung, aber das mussten die beiden weißen Fähen hier nicht wissen.

( bei Aarinath & Ayjana, die anderen außer Skadi und Shiro in der Nähe | Mondscheinsee )
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
13.01.2019 15:43 Forum: Das Tal

Sie musterte ihr Gegenüber sehr genau, auch, als sie kaum zu ihr sah, da sie sich fast fremdzuschämen schien, was man ihr nicht verübeln konnte. Als dann endlich die erhoffte Antwort kam, war sie zunächst unzufrieden mit ihr. Natürlich hatte sie ihre Frage so formuliert, doch gemeint hatte sie das anders. Die Weiße hatte eher wissen wollen, was sie dazu bewegt hatte, einen Lulatsch wie diesen dort überhaupt mitzuschleppen. Welche Gründe, welche gut verborgenen Talente besaß dieser Komiker, dass sie ihn nicht einfach hatten links liegen lassen? Da gab es dich nur eine passende Antwort drauf – er hatte sich nicht mehr abschütteln lassen. Und als die Fähe mit den seltsamen Augen dann auch noch konkreter wurde, weiteten sich die Pupillen der Polarwölfin voller Erschrockenheit. Wie war das, er kannte sich hier aus? Er hatte sie gemeint? Prüfend glitt ihr Blick wieder zu dem Grauen weiter ab, der gerade dabei war Niyol zu belästigen, was sie in diesem Augenblick nicht mal unbedingt verkehrt fand, immerhin war er genauso ein Späßemacher. Die Weiße kräuselte die Haut ihrer Schnauze und ließ sich die Äußerung Aarinaths noch einmal genau durch den Kopf gehen. Das war … eine furchtbare Mitteilung, die sie in Angst und Schrecken versetzte. Also doch! Dieser … Avon … war ein Nachsteller, der offenbar etwas im Schilde führte. Er war nicht ganz sauber und hatte sie alle beobachtet. Sie nahm ich fest vor, es Skadi zu melden, sobald sie wieder hier bei ihnen war.
Takata gab sich Mühe, Aarinath ihre Nervosität nicht zu zeigen, aber das war wohl eher Wunschträumen. Natürlich konnte man anhand ihrer Bewegungen, ihrer Miene sehen, wie nervös und aufgebracht sie war. Um die Wölfin nicht unnötig darauf aufmerksam zu machen, kam sie also zu ihrer ersten Frage zurück, die an Berechtigung schließlich nichts verloren hatte.

„Und warum habt ihr ihn mitgeschleppt?“, wollte sie geradewegs fordernd wissen. „Was … ich meine … warum … warum der?“

Takata begann in dem fremden Timberwolf, der nach außenhin einen harmlosen, liebdummen Eindruck machte, eine ernste Bedrohung zu sehen. Immerhin hatte er ihnen verschwiegen, dass er sie beobachtet hatte. Er hatte sich nicht gleich beim ersten Mal zu erkennen gegeben, sondern war, schenkte man dieser Fähe hier Glauben, heimlich durch ihre Revier geschlichen. Und mochte diese Fähe hier auch noch so seltsam aussehen, sie schien fürs Erste deutlich glaubwürdiger als der … als der dort.

( bei Aarinath, die anderen außer Skadi und Shiro in der Nähe | Mondscheinsee )
Thema: The Den of Roghir
05.01.2019 13:14 Forum: Kreatives Pfötchen

Hübsch. ^^ Sieht verträumt aus.
Wie hast du das umgesetzt?

Edit. Uh. xD Ich hab das Obere noch gar nicht gesehen!
Mahn! Haha ... du hast echt deine Leidenschaft darin gefunden, was? Was für eine Szene stellt das Bild denn dar?
Und das Reh sieht auch sehr hübsch aus.
Thema: Weihnachts- /Neujahrschat 2018/19
05.01.2019 12:51 Forum: Grundlegendes & Neues

Jaa, genau. ^.^ -eigentlich noch mal erinnern wollte- xD''


Bitte denkt daran . Ich schreibe das Pw für den Chat ins Unterhaltungsforum. smile
Thema: The Den of Roghir
26.12.2018 19:52 Forum: Kreatives Pfötchen

Zitat:
[i]So und ich habe neulich mal wieder mit Tablet gezeichnet und ich muss sagen, ich bin stolz auf mich. großes Grinsen
Hab endlich mal mit etwas Farben und dem Schatten/Licht-Verhältnisse gespielt und das Ergebnis gefällt mir:

https://imgur.com/GgWHoAP

https://imgur.com/jEfXLHn



Wao : o Also das ist schon ql. ^^ V.a. das Zweite finde ich echt Hammer. -Daumen hoch-
Wenn du jetzt noch mit verschiedenen Strichstärken arbeitest .. aber auch jetzt schon nicht übel.

Wie lange hast du dafür gebraucht? V.a. das Zweite sieht sehr aufwändig aus, muss ich sagen (wegen des Grüns).
Gibt es eine Geschichte zu den Figuren?
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
15.12.2018 19:17 Forum: Das Tal

Was nun folgte, ging ihr alles etwas schnell. Hatte sie eben noch auf die Fragen ihres Gegenübers geantwortet, trat nun ein Wolf-wechsel-dich-Spiel ein. Roghir ging fort, Shiro auch (aber das war ihr gewiss nur recht) und es kamen Skadi und der Neue zurück. Was hatten sie miteinander zu tun gehabt? Wo waren sie gewesen? Die Weiße sah misstrauisch auf die beiden Gestalten, die sich sogleich voneinander trennten. Nun war der Schwarze, der eben noch so viel wissen wollte auch weg. Hatte ihn ihre Antwort nicht befriedigt? Dann war es ihr auch egal. Der andere Neue, Kachnik, war nun mehr sein Dialogpartner. Und unweit stand immer noch diese verwunschene Zita. Pilgrim tat das, was er immer tat – den großen Jäger spielen. Schade eigentlich, dass Zita nicht versuchte seine letzten verbliebenen Talente zu fördern. Dazu kam sie ja gar nicht, denn sie musste pausenlos die Haube über ihn halten und ihn vor jeder erdenklichen Gefahr beschützen. War ihr nicht klar, dass sie damit erst recht seine Abhängigkeit von ihr förderte? Doch, sicher war es das. Sie wollte ihn so unselbständig, denn nur so machte sie sich selbst unverzichtbar. Aber das merkte offenbar niemand. Takata schnaufte. Sie kam sich gerade ein wenig verlassen vor. Nun hatte sie sich schon auf die Konversation mit dem Dunklen eingelassen, da ließ dieser sie stehen. Für sie war er jedenfalls gestorben. Sie überlegte, den Haufen wieder zu verlassen und den Mondscheinsee von der anderen Seite zu inspizieren. Doch da wurde sie bereits von einer anderen Wölfin kontaktiert, die ebenfalls mit den Neulingen hier hergekommen war – es war die Fähe mit den beängstigenden Augen. Es fiel der Polarwölfin schwer, sie nicht mit entsprechender Verwunderung anzugucken, um nicht zu sagen, Abstand zu halten. Sie wusste nicht, was das zu bedeuten hatte. Sie erinnerte sich nur, dass Tihars Augen so dunkel gewesen waren, dass es fast an Schwarz gegrenzt hatte. Nomen es omen … oder Color est omen? Vielleicht. Jetzt waren seine Augen jedenfalls tot und sie stand hier völlig unerwartet vor einer neuen Herausforderung. Sie ertappte sich dabei, einem neuen Wolf nicht mehr so unvoreingenommen gegenüber treten zu können, wie einst.
Woher wusste sie zum Beispiel ihren Namen? Sie legte den Kopf schief und kaute von Misstrauen geprägt auf ihren schwarzen Lefzen herum. Aarinath … der Name war schon einmal herumgeschwirrt, seitdem die Neuen hier waren. Der Name klang, als wenn jemand durch die Luft schnitt. Sie drückt...n, sollten sie doch wieder gehen.
In dem Moment registrierte sie aus den Augenwinkeln, dass ihre Alpha wieder da war. Sie fragte sich, was sie mit dem Neuen, der in ihrer Begleitung erschien, zu tun gehabt hatte. Es wirkte beinahe so, als hatten sie etwas miteinander geklärt, das niemand anderes hören sollte. War das nicht der Typ, der sich so dermaßen lächerlich gemacht hatte? Es war zum innerlichen Kopfschütteln. Vielleicht hatte sie ihn auch nur zurecht gewiesen und wollte das nicht vor aller Augen und Ohren machen. Eventuell würde sie die Sandfarbene später danach fragen. Kaum, dass sie weiter überlegen wollte, wie sie der Weißen kontern konnte, ohne ihr den Respekt zu verwehren, da bemerkte sie, dass der Neue, der sich so dumm angestellt hatte, nun noch dümmer anstellte. Er rannte gegen Niyol, als hatte er keine Augen im Kopf. Vielleicht hätte die Frage auch eher lauten müssen, ob er kein Hirn im Schdel hatte. Sie sah ein wenig fragend auf ihr Gegenüber und hakte kritisch nach.


„Wo habt ihr denn den her?“,

fragte sie und deutete mit der Schnauze auf den Timberwolf. Sie konnte sich nicht vorstellen, welchen Vorteil es für die umherziehende Truppe aus Roghir, Aarinath und Ayjana gehabt haben sollte, diesen Chaotenwolf aufzulesen.

( bei Aarinath | Mondscheinsee )
Thema: Weihnachts- /Neujahrschat 2018/19
15.12.2018 17:42 Forum: Grundlegendes & Neues

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Liebe Nachtwuffis,

ich würde gern dieses bzw. nächstes Jahr wieder einen gemeinsamen Chat mit euch veranstalten, wie wir das in der Vergangenheit taten.
Ich weiß, dass viele im Vorweihnachtsstress keine Zeit haben, daher würde ich von vornherein den 5. Januar 2019 (Sonnabend) ab 18 Uhr vorschlagen. Dann können wir uns auch gleich ausfragen, was wer zu Weihnachten bekommen und wer wie viele Finger an Silvester verloren hat. großes Grinsen

Wir nehmen dann wieder unseren kostenlosen Chat-Raum hier her. Das Pw gebe ich später im Unterhaltungsforum bekannt.

Wer hat Lust? smile

Edit. Ach ja ... wer einen anderen Terminvorschlag hat, vielleicht doch dieses Jahr, der möge ihn hier gleich nennen. Augenzwinkern
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
28.11.2018 21:57 Forum: Das Tal

Falls es Roghirs Absicht war sie von Zita und diesem Kachnik dort abzulenken, so war ihm das gut gelungen. Die Weiße ahnte, dass man ihr ihre Scheinaufmerksamkeit nicht auf ewig abkaufen würde. Sie musste sich der Konversation mit dem schwarzen Rüden stellen, dabei hielt sich ihr ehrliches Interesse in Grenzen. Sie fragte sich viel mehr, was in diesem Moment mit Skadi war und weshalb sie nicht hier war, doch aus Niyol war ja nichts herauszubekommen gewesen.
Also schenkte sie den Großteil ihrer Aufmerksamkeit Roghir, was ihr nicht leicht fiel, denn neben der Frage nach Skadis Verbleib geisterten noch immer die Gedanken um Kachniks wahre Absichten und Shiros Anwesenheit durch ihren Kopf. Mit einer kleinen Geste gab sie dem Rüden zu verstehen, dass sie verstand. Er erwähnte Kachnik … im Grunde brachte sie das auf eine Idee. Doch dann fiel da auch der Name „Avon“. Takata bildete sich ein, einiges zu verstehen. Konnte es sein, dass Kachnik und dieser Avon eine gemeinsame Sache ausheckten? Nun, sie waren zwar nicht zusammen fortgegangen, hatten es aber geschafft, Chaos und Unordnung in ihr Rudel zu bringen. Der Kopf ihres Rudels war nicht hier und allein Kachniks Rückholung hatte zwei Rudelmitglieder bedurft. Wenn es also ihr Ziel war, sie auseinanderzuspalten, dann war das für die ersten Momente nach ihrem Eintreffen schon eine beachtliche Leistung. Wie dem auch war, aber bei dem Namen des zweiten Abtrünnigen schnippten ihre Ohren aufmerksam nach vorn. Die Weiße sah Gespenster seit dem Ableben Tihars, aber das war nur ein Teil des Problems.
Was ihr dagegen gar nicht passte war, dass der Dunkle als nächstes mit einer intimen Fragerei ansetzte. Ob sie hier schon länger war? Er wusste nicht, dass dies noch nicht lange überhaupt ein Rudel war und sie tat gut daran, Derartiges nicht gleich auszuposaunen und Skadi damit unwillkürlich in ihrer Autorität zu schwächen. Sie sollte etwas über ihre … Rudelkameraden zum Besten geben? Ihr Blick zuckte ganz unwillkürlich zu Shiro, um gleich danach wieder in Roghirs Gesicht zu sehen. Netter Versuch … aber wenn sie begann etwas über die anderen im Rudel preiszugeben, dann konnte das nur nach hinten losgehen. Sie konnte berichten, was vorgefallen war … ein finsterer Dämon in Wolfgestalt, den ausgerechnet sie ins Rudel geholt hatte, zwei verkrampfte Hasswölfe, die ihr die Pest an den Hals wünschten – eine davon stand direkt neben ihnen – und eine Alpha, die sie einst aufgefordert hatte, sie den Flammen zu überlassen. Oder aber sie drehte es um und stellte sich gleich als den Fluch des Rudels dar, dann nahm sie den anderen die schmutzige Arbeit ab, aber das würde sie gewiss nicht tun. Also verneinte sie mit einer neuerlichen Geste ganz entschieden.

„Tut mir Leid, am besten du fragst jeden für sich. Es …“ Ihr Versuch, nicht ein weiteres Mal zu Shiro zu sehen, scheiterte kläglich, „gab in der Vergangenheit manchmal Unstimmigkeiten … (eine Untertreibung, die ihresgleichen suchte) … es wäre nicht gerecht über die anderen zu urteilen.“ Nun aber blieb ihr Blick ganz gezielt in Shiros Gesicht hängen. Für den Fall, dass auch sie sich angesprochen fühlte, mochte sie durchaus richtig liegen. Um das ganze jedoch nicht ad absurdum zu treiben oder gar einen neuen Streit zu provozieren, schwenkte sie daher ein und sah wieder auf Roghir.
„Es ist aber richtig, dass ich mit zu den Ersten hier gehörte.“
Auch das durften die finsteren Ohren Shiros gern hören. Es war ein Fakt, den sie sicher bisher ignoriert hatte. Doch würde sie nie vergessen, mit welcher Unerfahrenheit, mit welcher Leichtgläubigkeit sie in ihr Rudel gestolpert war, etwas, das ironischer Weise Niyol hatte zu spüren bekommen müssen.

( bei Shiro, Ayjana, Roghir & Aarinath; Zita, Pilgrim & Kachnik in Sichtweite, beim Mondscheinsee )
Thema: Ombre Obscure
08.11.2018 02:58 Forum: Kreatives Pfötchen

Wochen später war die Aufregung um die Auseinandersetzung fürs Erste vergessen. Zarte Blumen
kämpften sich durch den rauen Boden und streckten der sanften Frühlingssonne ihre grünen
Blättchen entgegen. Es war die Zeit des ersten Löwenzahn, der wieder erwachenden
Gänseblümchen und der Insekten, die von Blume zu Blume summten, um den ersten Nektar zu
sammeln. Aus kleinen pelzigen Knäulen waren Miniaturwölfe geworden, die ihrer Mutter über das
saftige Gras folgten. Die Grau-Weiße mit den schwarzen Fellstellen entlang der Rückenseite lief
langsam und mit Bedacht an Bäumen und Steinen vorbei über die Wiese bis hin zum Bach, dessen
Sprudeln zum Träumen einlud.
„Mama, du riechst so anders als ich“, vermeldete die kleine Hellbraune und lenkte ihren
neugierigen, haselnussbraunen Blick hoch in Akhivas Gesicht. Die Fähe schenkte ihr nur einen
kurzen, aussagelosen Blick, bevor ihre Aufmerksamkeit zurück auf eines der etwas kleineren grauweißen
Wölfchen fiel, die rechts von ihr über den unebenen Boden stolperten.
„Zeigst du uns jetzt, wie man jagt?!“, wollte die kleine Rüdenstimme voller Erwartung wissen.
„Später“, entgegnete sie und machte am Bach halt.
„Wann ist später?!“
Sie nahm ein paar Schluck aus dem kühlen Nass und hob die tropfende Schnauze wieder. Ihr
wachsamer Blick lag zwischen den Bäumen auf der anderen Seite. Die Kleinen ahnten ja nicht,
welche Gefahren ihnen drohten. Ihre Sorglosigkeit war beneidenswert. Die Fähe nahm sich vor, die
Kleinen nicht herzugeben, wenn es hart auf hart kam, sondern im Zweifelsfall mit ihnen zu sterben.
Zu groß war die Bindung an die kleinen neugierigen Gesichter, die sie jeden Tag anschauten und
vielerlei Dinge wissen wollten.
„Trinkt. Wir müssen zurück, Papa wartet auf uns.“
„Papa ist ein Schlafwolf“, urteilte eine ihrer Töchter selbstbewusst und wurde sogleich von einem
ihrer Geschwister ins Wasser gestoßen.
„Selber Schafwolf“, piepste die andere Stimme und der kleine Rüde zeigte sich zufrieden über sein
Werk. Nur in Talejhachens Gesicht stand eine fast schon erwachsene Besorgnis, die der Grauen
nicht so recht gefiel. Es war nicht so, dass sie von den Übrigen ausgegrenzt wurde, viel mehr
isolierte sie sich selbst und ahnte, dass mit ihr etwas nicht stimmte.
Als die Familie zurück an ihrem Versteck im Wald war, unter den Eichen und Birken, rappelte sich
der schlaftrunkene Schwarze auf und verkündete seinen Unmut.
„Wo wart ihr? Warum bist du einfach weggegangen?“
Die Wölfin mit den blauen Augen antwortete selbstsicher. „Wir waren beim Wasser, die Kleinen
hatten Durst.“
„Du kannst nicht einfach irgendwo hingehen mit der ganzen Bande. Was, wenn die Men-“
Die Graue mahnte ihn zu mehr Zurückhaltung. Es war eine Abmachung zwischen ihnen, die
Zwerge nicht zu verunsichern und all zu früh mit den Gefahren durch die Zweibeiner zu
konfrontieren. Das würden sie noch früh genug mitbekommen, so oder so.
„Willst du mir ernsthaft beibringen, eine Mutter darf ihren Nachwuchs nicht mehr durch die
Landschaft führen, weil etwas passieren könnte?!“
Er hatte ansetzen wollen, um zu kontern, doch er ließ es bleiben, als er die Kleinen ausgelassen
spielen sah. Er wollte diese Harmonie nicht zerstören. Und gerade, da sie nachlegen wollte, da
ertönte ein Heulen weiter ab. Die beiden Köpfe der Erwachsenen schnellten in die Richtung, aus der
der Laut kam, um sich anschließend anzusehen.
„Ich geh' schon“, meinte sie und war bereits dabei loszugehen, als er dazwischenging.
„Nein, du bleibst hier bei den Kleinen und gibst auf sie Acht, wie es deine Aufgabe ist.“
„Das habe ich eben“, knurrte sie, „während du geruht hast. Jetzt passt du auf sie auf und ich
erledige das mit der Reviergrenze.“
Mit dunkler Stimme und einem Blick von unten herauf gab er Kontradiktion. „Akhiva … wenn sie
dich umlegen … hat unser Nachwuchs keine Mutter mehr.“
Sie fragte sich, ob das wirklich der einzige Grund für seinen Auftritt war oder ob er vielmehr darauf
aus war, den starken Verteidiger zu spielen, um sich selbst nicht überflüssig vorzukommen. Das
Heulen ertönte ein zweites Mal.
„Dafür bleibt ihnen ein selbstbewusster Vater, der sich von niemandem einen Bären aufbinden lässt
– ist das nichts? Die Jungen sind entwöhnt. Damit endet mein Mutterschutz. Wir sind von nun an
wieder gleichermaßen wichtig für die Welpen.“
Ohne seine Antwort abzuwarten, trat sie ab und lief dem Heulen entgegen, nicht ohne selbst noch
eines vorauszuschicken, um die alte Fähe, die da rief, wissen zu lassen, dass dieses Revier noch
immer aktiv besetzt war. Es wäre wohl nicht das erste Mal gewesen, dass die Reviergrenzen noch
frisch markiert, die Besitzer jedoch schon leichenstarr auf ihrem Grund und Boden lagen, von ihrem
eigenen Blute umspült.
Selbstbewusst stapften die vier grau-weißen Pfoten durch den frühlingsduftenden Mischwald, bis
die Fähe an einen kleinen Hang ankam, von wo aus sie einen guten Blick auf das knappe Tal
darunter hatte. Zum Fuße ihres Hanges stand eine alte, braungraue Fähe mit schwarzen Fellstellen,
deren gelber Blick müde und matt wirkte. Etwas gerupft sah ihr Fell aus und etwas kleiner war sie.
Und doch war ihr Anblick kein Erschrecken wert für die Graue, angesichts des Alters, das der
fremden Fähe auf dem Rücken lag. Im Gegenteil, die gebrechliche Braungraue durfte sich glücklich
schätzen, ein ganzes Wolfsleben hinter sich gebracht zu haben, etwas, das in diesen Tagen nicht
mehr für jeden ihrer Spezies galt.
„Was führt dich zu uns, Alte?“, fragte sie mit fester Stimme von oben herab.
Die ältere Wölfin, die mit Sicherheit schon das Dreifache Alter der jungen Fähe trug, senkte das
Haupt und legte die Ohren an die Seiten.
„Grüße … ich … bin Nadza. Ich kam hier her und … erbitte euer Revier durchqueren zu dürfen …
wenn ihr gestattet.“
Die Nasenflügel der Grauen zuckten. Der alte Geruch ihres staubigen Pelzes wehte bis hier oben. Es
war ein ganz eigenartiger, kaum zu beschreibender Duft, den wohl das Alter mit sich brachte. Was
die Junge stutzig machte war die Tatsache, dass ein alter Wolf, wie sie es war, noch auf Wanderung
war. Unmöglich konnte es sein, dass sie noch auf Suche nach einem Paarungspartner war. Zwar
gestattete der alte Fähenleib noch immer das Gebären frischen Lebens, doch schon der Gefahr
missratenen Nachwuchses wegen würde sich kein männlicher Wolf mit Verstand auf ein derartiges
Unterfangen einlassen, zumal die Alte kaum im Stande sein konnte noch immer größere Beute zu
schlagen. Ihr schmächtiger, abgemagerter Leib gab ihrer Vermutung Recht. Aber noch bevor die
junge Mutter nach dem Grund fragen konnte, lieferte die Alte ihn von selbst.
„Ich suche ein Niemandsland, ein unbedeutendes Randgebiet zwischen den Revieren, das mir ein
letztes Zuhause bietet und … in das sich von Zeit zu Zeit ein mageres Häschen verirrt, du
verstehst?“
„Was ist mit deinem alten Revier?“
Die betagte Fähe senkte erneut den Kopf und antwortete leise.
„Die Menschen … nahmen mir alles … alles. Ich habe keine Zuflucht mehr. Sie haben mein Revier
betreten und … für sich beansprucht. Sie … leben dort nun mit Beutetieren, die uns verboten sind
… ich ...“
„Schon gut“, antwortete sie, „du darfst passieren.“
„Hab vielen Dank.“ Die Alte suchte einen Weg hinauf, da kam Talejhachen angerannt. Sie hatte sich
vom Rest der Gruppe losgemacht, denn sie traute dem finsteren Vater nicht, der sie mit bösen
Blicken malträtierte, so als hatten sie beide noch eine Rechnung aus vorhergegangenem Leben
offen.
„Mutter!“ Sie schmiegte sich an das lange Bein der erwachsenen Fähe und sah erwartungsvoll zu
ihr.
„Warum bist du nicht bei den anderen geblieben? Ihr dürft nicht allein fortgehen, das habe ich euch
mehr als vier Mal beigebracht!“
„Ich wollte sehen, wo du ble-“ Da erblickte sie die alte Wölfin, die sich gerade auf den Hang
geschleppt hatte.
„Bezaubernd“, murmelte Nadza und in ihren Augen ging die Sonne auf.
„Wer ist die Wölfin?“, fragte sie leise. Sie war schon in dem Alter, dass sie wusste, dass nicht jeder
Wolf wie der andere war und dass man sich unvorteilhaft benehmen konnte, ganz anders als ihre
jüngeren Geschwister. Doch die Erwachsene mahnte sie, die Fremde zu ignorieren und mit ihr
zusammen zurück zum derzeitigen Rudelplatz im Wald zu gehen, was sie auch tat.
Als Akhiva mit Talejhachen zurück bei den anderen war, wurde die kleine Braune freudig von den
Graupelzen in Empfang genommen. Doch ihr wachsamer Vater, der Schwarze, erhob sich langsam
und zielte mit einem stechenden Blick auf das wölfische Wesen hinter seiner Fähe. Es brauchte
nicht lange und er legte seine gefährlichen Zähne frei, um die Wölfin auf Abstand zu halten. Die
Graue sah kurz zurück und erklärte gegenüber ihrem Partner.
„Das ist Nadza. Sie erbittet, unser Revier durchqueren zu dürfen.“
Das bekamen auch die Zwerge mit und so stürzten sie sich völlig hemmungslos und ohne, dass ihr
Vater im Stande gewesen wäre sie daran zu hindern, auf die Ältere.
Die Welpen, ausgenommen Talejhachen, umspielten die Beine der betagten Fähe wie kleine
Krabbeltiere und begannen sich dabei gegenseitig zu necken. Eines schnupperte an ihrem dünnen
Beinfell, bevor es feststellte. „Du riechst aber komisch.“
Die Alte lachte amüsiert und stubste eines der kleinen Geschöpfe an, was ohne nennenswerte
Verzögerung den wachsamen Vaterwolf auf den Plan rief.
„Weg von unserem Nachwuchs, Eindringling!“
Aber die Graue ging dazwischen und holte ihren Gefährten zurück auf den Boden der Tatsachen.
„Schon gut, was soll sie ihnen denn tun.“
Eines der unvoreingenommenen Wölfchen blickte zu Nadza auf wie ein Wanderer zu einem hohen
Berg und fragte mit piepsender Stimme.
„Hast du auch Kinder?!“
Die Alte überspielte dies mit einem unsicheren Lachen. Torbey zog sich nur widerwillig und von
seiner Partnerin wegstubsend zurück zu seinem Schlafplatz. Akhivas Schnauze ging dicht an sein
Ohr.
„Lass die Kleinen doch. Sie müssen die Welt kennen lernen, das kann ihnen niemand abnehmen.“
„Die Welt ist voller Gefahren“, stellte er mit harter Stimme fest und sah an ihr vorbei.
„Das war sie für uns auch, wir haben es trotzdem überlebt.“
„Das war eine andere Zeit. Der Druck durch die Menschen ist stärker geworden. Sie brauchen
unseren Schutz.“
Geduldig erwiderte sie mit eindringlichem Blick. „Den bekommen sie. Trotzdem müssen sie
Erfahrungen fürs Leben machen. Nadza, die alte Fähe, wird eine gute Erfahrung sein.“
„Erfahrungen können tödlich enden“, konterte er mit finsterer Stimme. „Du meintest, die Alte wolle
unser Revier nur durchkreuzen … dann bitte. Soll sie weitergehen und uns in Ruhe lassen.“
Jetzt trat sie näher an ihn heran und steckte ihre Nase seitlich in sein Halsfell.
„Aber Torbey, hast du nicht gesehen, in welchem Zustand sie ist? Sie ist unterernährt und schwach.
Sie wird keine drei Tage überleben.“
„Nicht unser Problem“, grummelte er und sah dabei starr auf ihr grauweißes Fell.
„Doch. Wir Wölfe müssen zusammenhalten. Du siehst doch, dass die Zwerge sie wunderbar
annehmen. Warum tust du dich so schwer?“
„Uns hat auch niemand was geschenkt.“
„Es ist kein Geschenk“, meinte sie und sah ihn kurz einmal eindringlich an, bevor sie weiter mit der
Schnauze in seinem dunklen Fell spielte. „Es ist ein gegenseitiges Nehmen und Geben. Sie kann
den Kleinen was beibringen, kann auf sie Acht geben …“
„Niemals lasse ich unseren Nachwuchs mit der Fremden allein!“, knurrte er und sah sogleich
wachsam hinter sie, um einen Blick auf die Jungen zu werfen.
„Und drei erwachsene Nasen wittern potentielle Gefahr eher als zwei. Wir können Verstärkung
ebenso gebrauchen wie sie etwas Fleisch. Gönn' ihr doch die Wertschätzung der Kleinen auf ihre
alten Tage.“
Er schnaubte. Im Grunde wollte er so von ihr nicht umgarnt werden. Sie streifte ihm durchs Fell
und ließ ihn ihre weibliche Wärme spüren. Er wusste, dass es Taktik war und konnte doch nichts
dagegen tun. In diesem Moment wagte er nicht sie wegzustoßen oder nach ihr zu schnappen. Auch
wenn er sich noch so oft eingeredet hatte, dass sie ja nichts anderes als seine
Reproduktionspartnerin war, so wusste er doch, dass es nicht stimmte. Sein Herz war unter ihrer
betörenden Wärme weich geworden, vielleicht zu weich in Zeiten, die so hart waren. Sie würde
noch einmal ihr beider Untergang sein. Aber für ein dunkles Grollen reichte sein Widerstreben dann
doch.
„Dann überlass' ihr doch die Braune. Soll sie glücklich werden mit dem Welpen und uns in Ruhe
lassen.“ Akhiva nahm Abstand und besah ihn, während er noch hinzufügte. „Vielleicht erbarmt sich
ein anderes Rudel ihrer und nimmt sie auf, wenn sie sehen, dass die Alte ein Balg an ihrer Seite
hat.“
„Du bist wirklich ungerecht“, urteilte die junge Wölfin und sah von unten herauf. „Talejhachen ist
ein Familienmitglied. Familienmitglieder gibt man nicht einfach weg. Wie kannst du so was nur
denken …“
Er spürte ihre weibliche Verachtung. Ihre Muttergefühle waren ihm zuweilen ein Dorn im Auge.
Was hatten sie am Ende von ihrer Fürsorglichkeit, wenn sie alle dafür draufgingen? Sie konnten
unmöglich jeden übrig gebliebenen Wolf retten. Sie hatten genug damit zu tun, ihre eigenen Jungen
vor der Bedrohung zu schützen.
Fürs Erste trat die Mutterwölfin ab und lief zurück zu den anderen. In dem Moment, als der
Erwachsenen auffiel, dass Talejhachen nicht bei den anderen war, erspähte sie sie auch schon. Sie
kauerte hinter einem Stein und lugte durch die jungen Grashalme wie durch einen Vorhang. Der
Blick in ihren kleinen Augen, die achtsam aufgestellten Ohren, gaben Akhiva eine Ahnung davon,
wie viel die Kleine bereits wissen mochte. Sie hatte sie belauscht.
Noch bevor die bräunlich gefärbte Wölfin im Stande war sie mit ihrem neu erworbenen Wissen zu
konfrontieren, trat die Grau-Weiß-Schwarze weiter hinaus auf den Rudelplatz, um der eifrig
umspielten Braunen mitzuteilen, dass sie mehr bekam, als sie erbeten hatte.
„Du bleibst vorerst bei uns“, meinte sie mit sanfter Stimme und einem liebevollen Blinzeln.
Die hagere Alte wirkte überrascht. „Ouh … das ist nett.“
„Ich werde schauen, ob ich etwas Fleisch auftreiben kann. Gib solange auf die Kleinen Acht.“
Die betagte Fähe stimmte dem mit einer Geste zu und stubste eines der Jungen zart mit ihrer
Schnauzenspitze an.
Akhiva trat hinein ins dichte Dickicht des angrenzenden Waldes, der immer mehr junge Knospen
und Blüten trug. Es konnte ein wundervolle Sommer werden, wenn sie es schafften, die Welpen vor
dem Bösen zu bewahren. Aber die selbstsichere Wölfin war erst wenige Schritte vom Rudelplatz
fortgegangen, da bemerkte sie, dass sie nicht allein war. Zunächst hatte sie an einen im Gesträuch
raschelnden Vogel, eine Amsel gar, geglaubt. Doch hinter ihr stellte sich selbstbewusst,
unumstößlich wie ein Felsen die schlanke Gestalt Talejhachens auf, die sie forsch ansah, als
versuchte sie sie allein mit dem Blick zu durchbohren. Ein harter Blick für einen Welpen.
„Was meinst du mit ,ein Familienmitglied gibt man nicht weg‘? Wieso will Papa mich weggeben?“
Die erwachsene Fähe spürte einen unangenehmen Stich in ihrer Seele. Sie hatte so gehofft, sie war
noch zu jung, um davon etwas zu verstehen. Aber die Braune war zu aufgeweckt, zu skeptisch, um
alles zu schlucken, das man ihr eingab. Sie war genauso widerspenstig wie ihr Vater, sofern sie das
von ihrer kurzen Bekanntheit zu beurteilen vermochte.
„Das will niemand. Geh zurück zu den anderen!“
„Ich will die Wahrheit wissen! Lüg' nicht!“
Das aber tat der Grauen noch viel mehr im Herzen weh. Es war das Erschrecken darüber, dass ein
so junges Wölfchen, das noch dazu unter ihrem Schutz stand, so mit ihr umzuspringen können
glaubte, gepaart mit der sicheren Erkenntnis, dass sie ja Recht hatte. Dennoch verbat sie ihr, so mit
ihr kommunizieren. In diesem Moment hatte Akhiva das Gefühl, eine Priese Torbey in sich
aufkommen zu spüren. Ein Reißzahn stand leicht hervor, ein unwillkürlicher Beweis für ihren
Unwillen, diesen Umgang Talejhachens ihr gegenüber hinzunehmen.
„Du gehst jetzt zurück zum Rudel“, befahl sie schlussendlich mit frostiger aber dennoch ruhiger
Stimme, den Blick ungebrochen. Kaum, da sich die schlaksige Welpin in Bewegung setzte, drehte
auch die Erwachsene ab und brach auf zur Jagd.
Es war eine kurze Jagd. Eine Herde Rehe, die das erste Grün genoss, das sich zwischen zwei
Waldflügeln aufgetan hatte. Die lose Gruppe Rotwild schien erst spät ablassen zu wollen von dem
saftigen Grün, als wollte sie nicht einsehen, die erfrischende Pflanzennahrung für das Erscheinen
eines Räubers aufzugeben. Das wiederum hatte die Grau-Weiß-Schwarze nur noch mehr angespornt
sowie die Gewissheit, dass, was auch immer ihr zustoßen mochte, es nun Wölfe gab, die für ihre
geliebten Jungen da waren. Kein Jagdunfall, kein Zwischenfall mochte ihr wirklich etwas anhaben,
solange sie beim letzten Atemzug nur sicher sein konnte, dass zwei erwachsene Wölfe für ihre
kleinen Schätze da waren. Sie hatte eines der Kleinen geschnappt, das noch unsicher auf den
dünnen Beinen gewesen war, gestackst war statt zu rennen, wie es die Großen taten. Ein kurzer
Biss, ein Verlagern ihres Gewichtes gegen das ungefährliche Rehkitz und der Fall, der sein Ende
besiegelt hatte. Nennenswert war allenfalls die kurze Szene, die sich nach dem raschen Tod des
Neugeborenen abgespielt hatte … die Mutter des jungen Rehs, die es wohl gewesen sein musste,
wie sie da gestanden hatte … unweit Akhivas, mit dem Blick zu ihr, dem Schnippen eines Ohrs,
dem Unwillen, den übrigen Artgenossen zu folgen und weiter zu fliehen. Es war der Blick von einer
Mutter zur anderen, das Gefühl, sie mochten etwas teilen. Dabei kam der Beutegreiferin noch nicht
mal der Gedanke, sie mochte soeben das Glück einer anderen Mutter zerstört haben, sondern einzig
die Frage, was die Kuh daran hinderte, das Weite zu suchen. Fast, als stünde eine ungewisse
Todessehnsucht in ihren nassen Pflanzenfresseraugen, die Müdigkeit eines Tiers, das dem
Jagddruck nicht mehr standhielt. Doch war es wirklich so oder gab sie sich der Einbildung hin?
Gehörte es sich nicht, dass das Reh vor dem Wolf floh, statt ihm mit eiserner Unentschlossenheit
entgegenzublicken, als war es ein Vorwurf, eine Frage an das Schicksal, wieso er und nicht das Reh.
Aber in dem Moment, als die Räuberin aufgesprungen war, um dem Reh nachzustellen, die Chance
nicht ungenutzt zu lassen das Rudel auf noch längere Zeit mit satter Beute zu versorgen oder
einfach nur um herauszufinden, ob das Räuber-Beute-Gefüge noch seine alte Gültigkeit besaß … da
ergriff das Rotwild die Flucht und folgte den anderen Mitgliedern der Herde über die junge Wiese
hinein in den angrenzenden Wald. Hier bei ihr war nur das Kitz geblieben, tot.
Das kräftige Heulen, das doch so weich erklang, sollte den übrigen Familienmitgliedern Bescheid
geben, wo sich Nahrung befand. Sie konnte das Fleisch unmöglich zu den anderen schleppen.
Stattdessen machte sich die Fähe daran, die Bauchhöhle des Jungtiers aufzureißen und das warme
Blut zu kosten. Es dauerte auch nicht lange, bis Torbey mit den kleinen Strolchen herbeigeeilt kam.
Akey, Tobay, Acaja und Torsay kamen direkt hinter ihrem Vater zum Platz des erlegten Wilds
gerannt. Weiter ab folgte ihnen die Fremde, Nadza. Ungeduldig wackelten die Ohren der stolzen
Jägerin. Wo war Talejhachen? Hatte sie den Anschluss verpasst? Die Grau-Weiß-Schwarze verließ
ihre Stelle voller Ungeduld und hastete der Dunkelbraunen entgegen.
„Talejhachen?! Wo ist sie?“
Zur selben Zeit verteidigte der Vater die Beute gegenüber den Kleinen.
„Weg da … zuerst fressen eure Eltern. Ihr kennt die Regeln!“
Das mochten sie tun. Dennoch hielten sich die ausgehungerten Zwerge nicht daran. Einer nach dem
anderen steckte seinen kleinen Kopf in das blutige Loch der Beute, um davon zu kosten. Torbay
unterdessen machte sich am Schenkel des Rehkitzes zu schaffen.
„War sie dir nicht gefolgt, als du zur Jagd aufgebrochen bist?“, meinte die Alte.
„Sie ist zurückgegangen. Ist sie nicht bei euch aufgetaucht?“ In Akhivas blauem Blick stand die
Panik geschrieben, ihre Ohren standen kerzengerade auf ihrem Kopf.
Die Alte verneinte. Nun wurde die Panik real. Akhiva bewegte sich von Hilflosigkeit beseelt über
das kurze Gras, bis sie entschied, ihren Gefährten mit der unangenehmen Tatsache zu konfrontieren.
„Torbay … Talejhachen ist nicht da. Wir … müssen sie suchen.“
Er nahm seine Blut befleckte Schnauze aus dem Kadaver und sah sie für einen kurzen Moment an.
„Vergiss es. Wenn wir jetzt gehen, macht uns jemand anderes die Beute streitig. Es wäre schade um
das schöne Reh.“
Wäre die Fähe nicht so voller Angst und Sorge gewesen, ein Indikator dafür, wie sehr sie sich der
Adoptivtochter längst verbunden fühlte, hätte sie ihren Gefährten wohl beißen müssen. Sie stieß ihn
stattdessen an und drängte ihn von der Beute weg.
„Komm! Wir müssen sie suchen, eh ihr etwas zustößt.“
Er grummelte böse. „Und was stellst du dir vor, wer in der Zeit auf unseren Nachwuchs aufpasst,
hm?!“
Die lange Schnauze der Wölfin zuckte in Richtung Nadzas. Anschließend meinte sie zu der Alten:
„Nadza, du bewachst unseren Nachwuchs. Such' ihnen Verstecke wie auf einem Rendez-Vous-
Platz.“
Die Alte erklärte sich bereit, da brach die Graue schon auf, um das verlorene Älteste zu finden. Erst
als sie bemerkte, dass ihr Partner dabei war erneut zur Beute zu gehen, um weiter zu fressen, drehte
sie um und zwickt ihn in die Flanke.
„Du kommst mit!“
„Ich denke nicht daran!“, wuffte er empört.
Also blieb sie noch einmal stehen und drohte Zähne bleckend und mit angelegten Ohren.
„Wenn du Talejhachen im Stich lässt und damit auch mich, bist du raus!“
Sein abfälliges, kurzes Auflachen bekam sie schon gar nicht mehr mit. „… urteilt wer? Du?!“
Nun mischte sich auch zum Ersten mal die alte Braun-Grau-Schwarze mit ein und meinte in
unterwürfiger Körperhaltung:
„I-ich glaube … sie meint es sehr ernst.“
Er sprang zu ihr herüber in nur einem Satz und drohte ihr mit einem krachenden Knurren.
„Wer hat dich gefragt, altes Weib?! Du gehörst nicht einmal dazu!“
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
08.11.2018 02:33 Forum: Das Tal

Takatas Blick hing heimlich fest an dem Müffelpelz, den sie wieder eingefangen hatte – Niyols Beitrag übertraf nicht den eines einfachen Statisten – und sie fragte sich, was er nun mit dieser Zita zu mauscheln hatte. Auch ihr Gesicht verzog sich dementsprechend und ihr Vorhaben, dem Austausch der Gruppe unmittelbar vor ihr zu lauschen, kam dabei abhanden. Genauer genommen bekam sie im ersten Moment nicht einmal mit, als sie sogar direkt kontaktiert wurde. Erst im nächsten Augenblick trat sie überrascht einen Schritt zurück, da sie bemerkte, dass ausgerechnet der schwarze Rüde überraschend nahe an sie herangekommen war. Was hatte der denn?!
Roghir … ja, den Namen hatte sie schon aufgeschnappt. Das sollte trotzdem nicht über eine geringe Ähnlichkeit seiner physischen Erscheinung mit Tihar hinwegtäuschen, zumal er größer war als sie. Unangenehme Erinnerungen wurden wach und sie tat gut daran, sie wieder einzuschläfern.

„Ehm … ja“, gab sie unbeholfen zurück und sah noch einmal prüfend auf diesen ominösen Kachnik in der Ferne. Konnte dieser Roghir nicht mal still sein? Wie sollte sie denn Kachniks und Zitas Dialog folgen?
„Ha- hallo Roghir“, warf sie zu seiner Beruhigung schnell zurück und lächelte entschuldigend. Dabei hatte sich ihre Rute von ganz allein wieder gesenkt, denn Dominanzgehabe war noch nie ihr Ding gewesen. Sie sah auch die anderen Wölfe der Gruppe an und fragte sich, weshalb von ihnen nichts kam. Besonders das Feuerauge ließ sie skeptisch werden, was sie aber zu verbergen versuchte.

Genauso, wie sie sich fragen konnte, was Zita und dieser Kachnik miteinander austauschten, konnte sie nur spekulieren, welche Informationen Shiro dieser Gruppe hier mitgegeben hatte, Bestimmt hatte sie die Neuen schon eindringlich vor ihr gewarnt, dabei war sie damals nicht gerade die Vorsicht in Person gewesen, nachdem der Dämonwolf seine Yuka verloren hatte. Takata vermied es, die Schwarze direkt anzusehen; ihre Gestalt aus dem Augenwinkel zu mustern und sicherzugehen, dass dieses unliebsame Gegenstück Abstand wahrte, genügte ihr völlig.
Was konnte sie dem noch hinzufügen, wenn Shiro doch sicher schon alles ausgeplaudert hatte? Ja, ich bin Takata und habe „das Rudel verraten“ in dem „ich an den falschen Wolf geglaubt habe“ ? Dummes Geschwätz.
Sie sah zu Roghir und zwang sich, ihn nicht mit denselben Vorurteilen zu versehen, wie zwei andere Fähen dies in ihrem Rudel zu tun pflegten.

„Takata … ist mein Name.“ Unwillkürlich glitt ihr Blick immer wieder in die Ferne. Verrückt, sonst fürchtete Zita stets um Pilgrims Wohlergehen, doch der Müffelpelz stellte dann keine Gefahr für ihn dar, nein?
„Und … wie geht es euch so? Seid ihr … gut angekommen?“, fragte sie beiläufig und sah nicht nur Roghir, sondern auch die beiden weißen Fähen kurz an, wobei sie der Blick Aarinaths, so hieß sie doch, eher abschreckte.

( bei Shiro, Ayjana, Roghir & Aarinath; Zita, Pilgrim & Kachnik in Sichtweite, beim Mondscheinsee )
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
23.10.2018 11:18 Forum: Das Tal

Sie wusste nicht, wie sie darüber denken sollte, dass nun gleich ein ganzer Stoß fremder Artgenossen auf ihr Rudel gestoßen war. Natürlich konnte man es ihnen nicht verdenken, denn die eisige Schneewüste, in der so viele ihrer unschönen Erinnerungen unter dickem Eis lagen, waren kein Ort für ein lebendes Wesen. Es gab dort nichts Richtiges zu fressen, keine Wärme, kein flüssiges Wasser und dementsprechend kaum Gesellschaft. Sie fragte sich gar, wie es diese Gruppe überhaupt so lange ausgehalten haben konnte. Viel ließ sich noch nicht über die Neulinge feststellen, außer dass sie sehr lebendig und rege wirkten. Bis auf diesen Kachnik, der ihr noch immer ein Dorn im Auge war. Es sollte sie nicht wundern, wenn er in Wahrheit etwas ganz Anderes ausbrütete. Konnten ihnen die Übrigen nicht Auskunft über ihn geben? Oder steckten sie am Ende alle unter einer Decke und Kachnik war nur der Einzige, der sich nicht fügen konnte? Dass der Kerl nicht normal war, sah doch ein Maulwurf.
Es war aber nicht so, dass sie im eigenen Rudel nicht schon genug merkwürdige Gestalten hatten. Wie mochten die neu angekommenen Wölfe über Pilgrim denken? Wie über Zita, die sie sicher gleich verwünschen und verstoßen würde, weil sie alles hasste, das ihre Scheinharmonie störte. Oder wie mochten sie über den hier denken, Niyol, das Vorzeigeexemplar für die Launen der Natur. Klar, nicht so schlimm wie ein Tihar, aber auch nicht gerade das, was man mit „normal“ bewerten konnte. Da hatte sie dem Grauen ein Mal eine normale Frage gestellt, anstatt weiter auf seine kleinen Sticheleien einzugehen, da kam das von ihm. Takata sah ihn schief an und legte ein Ohr an. Bitte was? Meinte er das ernst? Sie geriet ins Kopfschütteln und schnaufte verächtlich. Von welchem Stern kam er eigentlich?
Die Weiße machte Anstalten, ihn stehen zu lassen. Nicht aber ohne ihm vorher noch etwas an den Kopf zu werfen, dass ureigenster Empörung entsprang.

„Niyol, hat dir eigentlich schon mal jemand mitgeteilt, dass du einen an der Waffel hast?“ Sie ging näher an ihn heran und übte sich in einem bösen Gesichtsausdruck. „Vielleicht sind nicht die anderen so schwer erträglich - vielleicht bist du es, der nicht ganz rund läuft!“

Damit trat sie endgültig ab und schritt kurzerhand zu den Neuen und Shiro hinüber. Zwar tat ihr ihre Äußerung im nächsten Moment schon wieder ein Bisschen Leid, denn eigentlich war Niyol im Vergleich zu Shiro und Zita das kleinere Übel, aber in Momenten wie diesen, wo sie sich nur nach etwas Normalität gesehnt hatte, war er einfach unerträglich. Wenn er das witzig gemeint hatte, musste er unbedingt noch etwas an sich feilen.
Ohne es tatsächlich zu wollen, trat sie an die Neuen heran. Sie besah sie jeweils einzeln für einen kurzen Moment, vermied es dabei aber der schwarzen Fähe in die Augen zu sehen, die Rute dabei hoch tragend um klar zu stellen, dass die Neulinge es waren, die sich bewähren mussten, nicht umgekehrt. Zunächst mischte sie sich noch nicht ein, sondern versuchte aufzuschnappen, was noch von ihnen kam, bevor sie ihre Kommunikation aufgrund ihrer Anwesenheit fürs Erste einschränkten. Dann aber wollte sie mal etwas über diesen verschrobenen Jüngling wissen, der nicht ganz sauber roch.

( zunächst bei Niyol, in der Nähe von Zita, Pilgrim & Kachnik, dann bei Shiro, Ayjana, Roghir & Aarinath beim Mondscheinsee )
Thema: Yarok
20.10.2018 10:56 Forum: Rüden

Ja, von meiner Seite her ist das in Ordnung. breites Grinsen
Thema: Yarok
18.10.2018 20:16 Forum: Rüden

Ein schöner und ordentlicher Steckie, Gratulation. ^.^


Aaaber ... eine Sache wäre da. Das Foto -das kannst du nicht wissen- von diesem Wolf kann ich leider nicht genehmigen. Diesen Wolf hatte bei uns bereits Teyjen genutzt. Und der ist leider nicht zurückgekehrt. ^^''
Bitte schau doch noch einmal, ob auch ein anderes Bild für Yarok in Frage käme. Ggf. kann ich dir auch weitere, legale Fotos zur Verfügung stellen.

Ansonsten sind mir zwei kleine Orthografiefehlerchen aufgefallen, zum Einen

Jagt - Jagd

und sie Beide - sie beide

Korrigierst du das bitte? smile Du findest es leicht mit Strg (Ctrl) und F.

Skadi wird sicher noch mal einen Blick drauf werfen. Danach würde ich dir, wie gesagt, zunächst das Nebenrollenspiel ans Herz legen. Ich hab da auch schon was Nettes im Sinn. Zunge raus


Du hast die Regeln gelesen ... ich bin begeistert. 8 D
Thema: Vergebene Farben
17.10.2018 01:06 Forum: Steckies

Ich würde dir Test Farbe #66CDAA Aquamarine 3 empfehlen, da alle anderen Farben den bisherigen zu ähnlich sind. ^^'
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