| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
Valdis beobachtete, ohne sich selbst zu r?hren, wie Avon auf ihre ?u?erungen reagierte. Erst stand er stocksteif da, die Rute und den R?cken gerade, dann ver?nderte sich etwas in ihm und es wirkte, als lastete das Gewicht von tausenden, gro?en, schweren Steinen auf ihm. Valdis runzelte leicht die Stirn - sie war noch nie gut darin gewesen, andere W?lfe einzusch?tzen. Empathie und Einf?hlungsverm?gen waren nicht gerade ihre St?rke. Vor allem zu erahnen, was in diesem R?den vorging, w?hrend er so seltsam reagierte.
Doch letztendlich sprach er. Oder versuchte es zumindest. Seine Worte kleckerten aus seinem Fang und zwischen Stottern drangen die Satzfragmente an die grauen, buschigen Ohren Valdis.
"Ange-liebt?", fragte sie dann und legte den Kopf schief. "Also ja?" Es war mehr eine Feststellung als eine Frage. Sie war nicht die Erste. Aber was war denn genau der Grund, dass es mit derjenigen W?lfin vor ihr (war es nur eine? oder mehrere?) nicht geklappt hat? Sie wusste nicht, ob sie ihn das jetzt schon fragen konnte.
Und eine Antwort? Es fiel ihr keine ein. Valdis schaute nach links und lie? den Blick von einem Baumstamm bis in die ?ste und Zweige schweifen.
Mit ihr war es "soweit gekommen", so sagte Avon. Was war gekommen? Dieser ganze Quatsch mit dem Anherzen und Angucken und liebe Worte sagen, die irgendwo verwirrend klangen?
Leicht schnaubte sie aus.
"Meinst....meinst...du...das ernst?" Ihre Stimme klang wie die eines kleinen Welpen. "Also...das zwischen uns?"
Sie scholt sich....irgendwie klangen die Worte dumm, als sie sie ausgesproche hatte, aber sie hatte noch nicht herausgefunden wie man in der Zeit zur?ckreisen konnte um die Worte ungeschehen zu machen.
[Avon / K?ferwald]
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
Valdis hätte von sich selbst wohl gesagt, dass sie sich verdammt gut in andere Wölfe hineinversetzen könnte - was eher nicht stimmte, aber immerhin war sie von sich selbst überzeugt. Und dann kam Avon und war so ganz anders als alles was sie kannte und sie wusste nicht, was er dachte und fühlte und wie sie sich ihm gegenüber verhalten sollte. Unsicher, ob sie das Falsche gesagt hätte, antwortete er abweisend - was ihre Sorge noch verstärkte. Sie hatte keine wirklich Ahnung, was da wohl gewesen war, mit Roghir und vielleicht auch den Anderen. Aber sie hätte es so gerne gewusst! Sie hätte gerne gewusst, was ihn so quälte. Nicht, weil sie es ausnutzen wollte, sondern weil sie ehrliches Interesse an ihrem Avon hatte. Nun gut: er wollte nicht darüber reden. Dann war es so.
"K-kein Problem, Avon", stammelte sie und blickte ihn an, wie er die Nase gen Boden richtete und den Wind durch sein Fell fahren ließ.
Dann wider rum fragte er etwas, was sie nicht kommen gesehen hatte - war er ihre erste Liebe?
In Valdis Kopf schwirrten tausend Gedanken. Doch zwei von diesen tausend lautete:
1. "Natürlich, ich hatte nie einen Rüden, wenn du verstehst, und werde außer dir nie einen zweiten haben!"
und
2. "Du bist nur der zweitausend dutzende Rüde, ich hatte ständig einen Neuen!"
Doch wie entschied sie sich? Valdis richtete ihren Kopf seicht nach links und schaute über die Natur und wie sie sich änderte und irgendwie waldig wurde. Sie wollte ihn jetzt nicht anschauen und sie wollte auch nicht, dass er sah, dass sie nicht wusste, was sie sagen sollte...
Ehrlich währt am längsten, dass war ein Spruch ihres Vaters gewesen, bevor sie ihr Familienrudel verließ.
"Ähm...", sie stammelte, blickte auf die Pfoten, dann wieder nach links, dann wieder auf die Pfoten..."du...du wärst...naja, der erste Rüde..."
Sie kam sich irgendwie unreif und feige vor. Was dachte er nun? Das sie noch nicht "reif" für ihn war? Oder das sie log? Sie konnte überhaupt nicht einschätzen, was er nun von ihr dachte.
Doch die nächstgelegene Frage war selbstverständlich:
"Und...bin ich deine erste Fähe...du weißt schon?" Seine Antwort könnte nicht schlimmer sein als ihre!
[Avon / Richtung Käferwald]
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
In dem einen Moment war alles perfekt. Der Wind, der ihr Fell durchwuschelte, das Wechselspiel aus Licht und Schatten, das sanfte Rauschen der Blätter und das erdige Gefühl unter ihren Pfoten. Leicht und spielerisch hüpfte ihr Avon neben ihr her. Das gestromte Fell, die langen Läufe, dass lächelnde und freche Gesicht. Das Glänzen seiner Augen...
Moment mal! War Valdis verrückt? So kannte sie sich gar nicht! War sie etwa - verliebt? Ganz dem Rüden neben sich verfallen? Irgendwie wusste sie nicht, was ihr dummes Herz gerade tat. Sie mochte ihn. Aber sie hatte auch schon andere Wölfe gemacht, allen voran ihre Eltern und ihre Geschwister. Seit sie jedoch in diesem Land umherstromte, war sie nur auf Vollkatastrophen gestoßen...wie diese scheußliche Takata.
Doch dann traf sie Avon und auf einmal war alles anders.
Lachend und nicht mehr Lefze-kauend antwortete der Rüde auf ihren Kommentar. Ihr ging es wohl ähnlich wie ihm. Sie steckte ebenso in seinen Klauen.
So plötzlich wie sein Ausbruch von Freude gekommen war, so schnell war sie auch wieder vorbei. Sie hatte wohl diesen einen Fleck in seinem Inneren angestupst, der etwas ... düsteres verbarg. Und der Lebenslustige war gar nicht mehr so lustig.
Valdis war sich nicht sicher, wer genau Roghir gewesen war - das Treffen mit den anderen Wölfen schien so ewig her zu sein. Sie hatte ein Bild in ihrem Kopf von dem Rüden, aber stimmte es auch?
Ihr tat es plötzlich irgendwie leid, ihren Avon an etwas erinnern zu lassen, was ihm so starke Schmerzen verursachte. Sie hörte sein Gestammel, aber verstand nicht, was er ihr sagen wollte. Die Vergangenheitsvaldis, die nicht verliebt war (??? war sie das wirklich ???) hätte irgendeinen gemeinen Spruch abgeliefert, doch sie wollte Avon nicht noch mehr verletzen.
Sie erwischte sich beim erneuten Lefzen-kauen und blickte dann auf den Boden, zwischen ihre Pfoten und sog die Luft ein - das brauchte sie, um jetzt nicht das Falsche zu sagen.
"Ähm...", sag doch irgendwas Schlaues!, "...ungerecht. Okay? Und was ... was ist genau passiert? Du wolltest, ähm, helfen und dann?"
Valdis hätte gerne irgendetwas eloquentes und charmantes gesagt, aber irgendwie hatte sie die Worte mit ihrem Speichel herunter geschluckt.
Sie schaute auf und suchte Avons Blick. Was war denn passiert?
[Avon / Richtung Käferwald]
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
Valdis erwischte sich dabei, wie sie nervös auf ihrer Lefze herumknabberte. Sie war sich gerade nicht mehr ganz sicher, ob es richtig gewesen war, erst die anderen Rudelwölfe und nun auch Cinisca gegen sich aufzubringen. Damit hatte sie sich nicht gerade einen positiven Namen gemacht. Sie schwankte: zwischen dem Gedanken, unfehlbar und eiskalt zu sein, und dem Wissen, dass sie sich mehr Feinde gemacht hatte als sie an einer Pfote zählen konnte.
Und das sie so dumm gewesen war, Cinisca von dem Braunbären zu erzählen! Die Fähe würde sicher lauthals herausplappern was für böse, gemeine und zeitgleich feige Wölfe sie getroffen hatte - und Avon und sie quasi ins Exil schickten.
Nun war es zu spät ... und sie war mit Avon alleine.
Doch ihr letzter Satz Cinisca gegenüber wiederholte der Rüde und irgendwie war sie auf diese Abfuhr insgeheim stolz.
"Ja, das bin ich. Vielleicht solltest auch DU Abstand halten!", sagte sie grinsend und die trüben Gedanken verschwanden augenblicklich wieder.
Valdis bemerkte, dass mit jedem Schritt das Wetter wechselte und plötzlich ein kalter, schneidender Wind ihr Fell ergriff. Doch das dichte, graue Fell durchdrang die Brise nicht.
Sie liefen einige Schritte nebeneinander, als Avon die Frage stellte: ein eigenes Revier!
Valdis stoppte abrupt. Was hörte sie da?
Plötzlich fühlte sie sich wie ein unsicherer Welpe. Ein eigenes Revier - mit Avon? Dem Rüden ihrer Träume, aber auch eine einschneidende Entscheidung. Die Graue beantwortete diese Frage nicht, sondern stellte ihm die nächste.
"Warum hast du solche Angst, zu den Anderen zu gehen?" Ihre Augen blickten fest in seine. "Das liegt doch nicht nur an dem Braunbären...", ergänzte sie dann. Abertausend Fragen schwirrten ihr durch den Kopf.
Sie lief weiter und irgendwie fühlten sich ihre Läufe steif an. Was steckte hinter diesem Rüden?
[Avon / Richtung Käferwald]
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
"Halt!", rauschten die Worte Cinisicas in ihrem Kopf. Valdis rollte leicht die Augen und unterdrückte ein ärgerliches Knurren. Was war denn jetzt schon wieder? Hatte Valdis sich nicht anders gezeigt, sich sogar entschuldigt!, und nun nervte die Dunkle erneut? Valdis wusste nicht, ob sie lachen oder weinen soll, oder ärgerlich antworten oder ausnahmsweise nett sein...aber Cinisca erstaunte sie doch - wie sie sich entwickelt hatte in der kurzen Zeit ihres Gesprächs. Sie hatte wirklich Stärke bewiesen, was Valdis total gegen den Strich ging - lieber hätte sie sie weiter als Schwächling abgestempelt und dann alleine gelassen.
"Es war kein Platz für uns beide...". War es eine Lüge oder Wahrheit? So richtig kennengelernt hatte Valdis ja niemanden. Es waren alles flüchtige Bekannte. Von der weißen Takata die sie in der Eisschlucht traf, Roghir und auch Pan. Auch die Namen Yarok und Kachnik hatte sie gehört, aber ein großartiger Kontakt war nicht Zustande gekommen.
Cinisca fragte nun erneut, warum sie zum Spielball der beiden gekommen war und Valdis zögerte eine Antwort heraus. "So richtig im Rudel war ich ja gar nicht", antwortete sie und bereute es sofort, "dann hatten wir ein kleines...Braunbärenproblem und sind eben hier angekommen - dann kamst du und den Rest...kennst du ja", knurrte sie.
"Mein Heimatrudel war ebenso ein reines Familienrudel", begann sie sich zu öffnen, "nur meine Eltern und meine vier Geschwister. Soooo besonders ist dein Rudel eben auch nicht!"
"Alles....Gute dir", in ihrer Stimme lag ein Hauch Feindseligkeit und sie blickte die Dunkle scharf an. "Die Antworten auf deine Fragen findest du - vielleicht - bei den Anderen. Deine Eltern hatten Recht. Ich bin der Typus Wolf, vor dem dich deine Eltern gewarnt haben." Sie lächelte süffisant und fühlte sich wieder überlegen.
"Komm. Avon", sagte sie dann, drehte sich um und steckte kurz die Schnauze in Avons Halsfell. Valdis warf Cinisca einen letzten Blick zu und versuchte ihr nonverbal klar zu machen, dass ihre gemeinsame Konversation hiermit beendet war.
[Cinisca, Avon / Silberfischchensee]
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
Avon drehte sich zu Valdis und seine Stimme klang leise, auf einmal fast schüchtern. Er stotterte leicht und sein Blick hatte etwas, was Valdis nicht ganz deuten konnte. Hatte er Angst? Was befürchtete er? Er hatte doch die achso starke Valdis an seiner Seite! Wovor hatte er Angst, wenn er doch die Graue hatte! Das er ihr dann jedoch widersprach, zeugte von Mut - besser als sein vorheriges Gestotter. Und ja - sie musste zugeben - er hatte Recht. Es wäre für die beiden nicht besonders gut, wenn Cinisca zu den Anderen lief und ausplauderte, wie schlecht sie sie behandelt hatten. Valdis kaute und knirschte unruhig mit den Zähnen. Verdammt...er hatte recht, und ein Teil von ihr wollte es nicht zugeben. Cinisca sollte zu den anderen Wölfen in diesem Land gehen - Valdis hatte kein Interesse daran, weiter mit ihr zusammen zu sein. Sie hoffte sie würden es schaffen, dass Cinisca tatsächlich Stillschweigen bewahrte. Es würde sonst vermutlich nicht gut für sie enden...
Avon strich mit seiner Schnauze durch das Fell an ihrem Kopf und für einen kleinen Augenblick schloss Valdis die Augen und genoß die kleine Geste. Valdis wurde von einem anderen Wolf noch nie so gut behandelt. Jede Zuneigung, jeder kleine Blick, jede sanfte Berührung fühlten sich besser an als alles andere auf dieser Welt.
Der Rüde neben ihr stotterte Cinisca erneut etwas zu und Valdis setzte sich stumm neben ihren Gefährten und lauschte. Er ruderte deutlich zurück und entschuldigte sich für ihr Verhalten - was vielleicht zuträglich war, damit Cinisca sie nicht bei den anderen Wölfen verriet.
Unerwarteterweise bot ihnen die Dunkle die Stirn! Valdis Augen weiteten sich und auf einmal empfand sie Bewunderung für Cinisca. Sie hatte in wenigen Wörtern so viel Stärke gezeigt, dass die Graue völlig verwundert war. Valdis biss die Zähne fest aufeinander. Was sollte sie sagen? Sie war sich vollkommen unsicher.
Ja? Warum hatte sie und Avon das getan? Ihr Blick schweifte zu Avon herüber und in ihrem Kopf sammelte sie die Worte der Antwort. Aber sie hatte keine Ahnung, was sie sagen sollte. Entschuldigung? Du hast recht? Wir sind schlechte Wölfe?
Valdis verspannte sich und wurde immer unruhiger.
"Tut- ...", ihre Stimme brach, "tut mir Leid." Sie knurrte leicht und blickte weg, damit sie Cinisca nicht sehen musste - und dass Cinisca nicht in ihren Augen sah, wie klein und schwach sich Valdis eben fühlte.
"Ich hoffe...die anderen nehmen dich besser auf...", war alles, was sie rausbrachte. Dann sah sie Cinisca in die Augen und der Groll wich langsam. Vielleicht würde sich ein neues, ein richtiges Rudel finden, in dem Cinisca aufgenommen und akzeptiert würde. Nicht das Zweimannrudel was gerade vor ihr stand und was sie so benutzt hatte...
[Avon, Cinisca / Silberfischchensee]
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
Avon bestätigte schlussendlich, dass Cinisica sein Rätsel richtig beantwortet hatte. Cinisca hatte also ihre zweite Aufgabe bestanden - doch ihre deutliche Abfuhr verärgerte Avon als auch Valdis sehr. Als der melierte Rüde dann erklärte, dass Cinisca das Rätsel nur zufällig richtig beantwortet hatte, wedelte Valdis stolz und blickte süffisant zu der dunklen Fähe. Die Fähe fühlte sich selbstsicherer und stärker als je zuvor. Mit Avon an ihrer Seite konnte sie so schnell nichts aus der Fassung bringen! Wie froh sie war, einen Wolf an ihrer Seite zu haben, der kuschte, wenn sie es sagte. Der an ihrer Seite war, wenn sonst alle nicht mitlaufen würden. Avon war der große Gewinn, ja, der Hauptgewinn für sie!
Doch das Gefühl erfror, als Avon log, sie wüssten nicht, ob es hier noch andere Wölfe gab. Verwirrt blickte Valdis in Richtung des Rüden - sie hatte gesagt, es gäbe ein anderes Rudel und Avon pflichtete ihr nicht bei? Was war auf einmal mit ihm los??
Dann flüsterte Avon Valdis zu, und sie fürchtete, er hatte Recht. Wie würden die anderen Wölfe reagieren, wenn sie erfuhren, was passiert war? Was Valdis und ihr Avon getan, gelogen, behauptet hatten? Auf einmal wurde sie unruhig und tappte auf der Stelle.
"Daran...hab ich noch gar nicht gedacht. Die Anderen müssen denken, der Bär hätte uns erwischt!", antwortete sie schließlich.
Cinsica schien sich nun gefangen zu haben, als sie einen gefühlt stundenlangen Monolog hielt. "Blabla, Welpen, blabla, Rudel, blabla, Platz im Rudel", wiederholte Valdis in ihrem Kopf und brachte sie fast zum Lachen.
"Dann geh doch und 'leb dein Leben'!", knurrte sie dann und blickte Cinisca scharf in die Augen. "Aber falls die anderen Wölfe dich nicht haben wollen, glaub nicht, du kannst zurück kommen!" Valdis grinste hämisch. Was war sie nur für eine tolle Alpha-Wölfin!
[Avon, Cinisca / Silberfischchensee]
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
Valdis betrachtete leicht hämisch lächelnd, wie Avon der fremden Fähe ein Rätsel stellte. Wäre sie an ihrer Stelle gewesen - sie hätte es nicht gelöst bekommen. Valdis war selbstbewusst, musste sich aber zugestehen, dass sie nie besonders intelligent war. Aber es war ja nicht ihre Prüfung, sondern Ciniscas. Ein Lächeln trat auf ihre Lefzen, Avon hatte sich mit dem Rätsel der rennenden Wölfe wirklich selbst übertroffen. Valdis blickte Cinisca an, die dann eine Erklärung lieferte. Die schwarze Wölfin war wirklich nicht ohne!
"Hervorragend!", wertete Valdis. Sie schaute Avon an und wartete, ob er die Lösung bestätigte oder ablehnte. Plötzlich wurde sie unruhig - sie hatte nun gesagt, dass Cinisca Recht hatte, bevor Avon das Rätsel auflöste - wie peinlich...
Dann jedoch sprach Cinisca das aus, wovor sich Valdis insgeheim gefürchtet hatte. Ihre Augen weiteten sich voller Überraschung. Sie wollte Valdis und Avons Rudel nicht beitreten! Wie konnte sie nur!
Valdis knurrte auf, in ihrem Magen rumorte es vor Anspannung und ihre Ohren legten sich an.
"Wir hätten dich sowieso nicht akzeptiert!", knurrte Valdis. Dann tat es ihr plötzlich doch leid, als die Fremde in Tränen ausbrach.
Lag es an Valdis Kommentar, dass Cinisca nun weinte? Unsicher blickte Valdis von Avon zu Cinisca und von Cinisca zu Avon...unruhig trat sie von einer Pfote auf die Andere.
"Was ist denn mit der schon wieder los?", flüsterte sie kaum hörbar Avon zu. Sie kaute auf ihrer Lefze und beobachtete die Fähe. Sie wusste überhaupt nicht, wie sie reagieren sollte. Dann jedoch erinnerte sie sich, dass Cinisca gefragt hatte, ob es ein größeres Rudel gab.
"Also...ich bin ja auch noch nicht so lange hier. Aber es gibt andere Wölfe, ein Rudel. Ich weiß nicht, wer es anleitet und wie groß es tatsächlich ist - aber es sind zumindest mehr Wölfe als wir beide es sind." Valdis sah Cinisca für einen Bruchteil mitleidig an, bis sie bemerkte, dass sie nun Schwäche zeigte. Sie hob ihren Kopf stolz an und blickte Cinisca von oben herab an.
Valdis blickte fragend zu Avon - wie würde er mit der Situation umgehen? Das Cinisca es ablehnte bei ihnen zu sein und das sie ein anderes Rudel suchte - und das sie noch immer schluchzte. Unruhig wedelte ihre Rute hin und her, unsicher, fragend, verwirrt. Aber zumindest hatte Cinisca Mut bewiesen, indem sie klar ihre Meinung sagte und ihre Ablehnung kund tat. Das bewunderte Valdis still und heimlich.
[Avon, Cinisca / Silberfischchensee]
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
Cinisca lief in den Silberfischchensee und - oh Wunder - sie stellte sich viel besser an als auf Land. Sie lief weiter und weiter in das kühle Nass, bis sie ins Schwimmen kam. Valdis hielt ihren Blick geradezu auf die Fähe. Sie musste zugeben, die Art und Weise wie die andere Fähe sich im Wasser bewegte, faszinierte sie und sie fragte sich, ob es bei ihr selbst auch so elegant aussehen würde. Aber das würde sie nicht testen, wenn es Zeugen gab - und schon gar nicht vor ihrem Gefährten und keinesfalls vor der Fähe, deren Bewunderung sie wollte.
Tatsächlich war Cinisca erfolgreich und Valdis lächelte. Sie erwischte sich dabei, wie sie die Fremde voller Bewunderung ansah.
An ihre Seite trat nun erneut Avon und fraß, bis er sie vorsichtig berührte und sie fragte, welche Prüfung sie Cinisca geben wollte. Valdis dachte nach.
"Eine Prüfung...", sinnierte sie. "Am besten etwas, was Wasser nicht beinhaltet - dafür ist sie einfach zu gut."
Sie drehte ihren Kopf zu Avon und sog vorsichtig seinen Geruch ein. Er rpch nach...Rüde halt...aber irgendwie auch unverkennbar und gut. Valdis überlegte weiterhin angestrengt.
"Das mit der Jagd...war ein Reinfall!", dachte sie bei sich. "Aber was sonst? Eine dunkle Höhle alleine erforschen? Einen Eber herausfordern? Oder Takata zur Weißglut bringen?" Bei ihrem letzten Gedanke musste sie leise lachend grunzen.
"Mh", antwortete sie Avon knapp. "Ich überleg schon. Ich kenne diese Halbinsel nicht annähernd so gut wie du. Gibt es da nicht etwas, was wir ihr aufbrummen können?"
Sie ließ ihren Blick wieder zu der Fähe gleiten, die ihnen dann einen Fisch ihrer Beute überließ. Valdis hatte wirklich Hunger und biss zwei große Fleischstücke aus dem Fisch, den Rest ließ sie Avon. Dann wendete sich die Dunkle ihnen zu und fragte sie, wie der weitere Verlauf war.
Ja, nun wie denn? Sie hatte die Farce gestartet und nun hatte sich die Fremde gefunden. Aber die restlichen Wölfe würden Valdis mit höchster Wahrscheinlichkeit nie als Leitwölfin akzeptieren. Eher regnete es aufwärts, bis das passierte!
"Ähm", strauchelte sie, "bisher...sind wir nur zu dritt...", sie warf Avon einen hilfesuchenden Blick zu - würde er etwas schlaueres zu erwidern wissen?
Valdis wurde leicht unruhig. Mit Avon und Cinisca hatte sie zwei Charaktere gefunden, die sie als Alpha akzeptierten, aber alle anderen Wölfe, die sie hier bisher kennengelernt hatte, würden nie und nimmer einem von Valdis geführten Rudel beitreten.
Sie stand langsam auf und streckte sich kurz, als könnte ihr diese Bewegung beim Denken helfen und irgendeine schlaue Idee ausspucken.
[Avon, Cinisca / Silberfischchensee]
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
Zugegeben, Cinisca tat ihr ein wenig Leid. Aber nur ein wenig. Sie hatte sich wirklich volle Wolfslänge hingelegt und wenn Valdis diese vermasslte Jagd vor anderen gezeigt hätte, wäre sie sicher am liebsten im Boden versunken. Sie musterte die Fähe, die sich recht mühsam wieder auf ihre vier Beine hob. Cinisca war Valids nicht unsympathisch. Zumindest begegnete sie der Grauen mit Respekt, und das fühlte sich sehr gut an. Dann sagte die andere Fähe, dass sie sich einen Fisch fangen wollte und drehte sich gen Silberfichschensee.
Valdis setzte sich hin und wollte gerade beginnen zu fressen, als Avon sich entschuldigte und zu Cinisca lief. Die Fähe kniff ihre Augen zusammen und beobachtete, wie Avon sich der Anderen näherte und sie fragte wie es ihr ging. Ein leichtes grollen, nur für sie hörbar, kam aus ihrer Kehle. Das müsste sie weiterhin beobachten - es gefiel ihr ganz und gar nicht, wie Avon sich Cinisca gegenüber verhielt.
„Komm nun, Avon“, rief sie ihm dann entgegen. „Und Cinisca, komm gerne zu uns, wenn du einen Fisch gefangen hast.“
Valdis setzte ein leichtes Grinsen auf ihre Lefzen, als Cinisca zugab, dass sie es wohl vermasselt hatte. Ihr gefiel es, dass sie im Vergleich zu ihr eleganter, selbstbewusster war.
„Natürlich, gerne“, und lächelte süffisant, „darfst du dich uns anschließen.“
Ihr Blick lag auf dem Wasser des Silberfischchensees. Das Wasser kräuselte sich, als ein leichter Wind über den See wehte. Valdis atmete tief ein.
„Avon, du kennst dich hier am besten aus. Wo sollen wir hingehen?“, fragte sie und blinzelte ihren Avon an. „Ich glaube, es gibt noch andere schöne Flecken in diesem Land.“
Valdis biss dann endlich in ihren Hasen und lies die knappe Hälfte für den Rüden. Jetzt erst merkte sie, wie hungrig sie tatsächlich war. Mit ihrer Zunge schleckte sie das Blut von ihrem Maul und warf Avon dann einen Blick zu.
(Avon, Cinisca / Silberfischchensee)
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
Avon neben ihr schien völlig in Gedanken. Sie wünschte gerade, sie könnte in den Kopf des Rüden blicken und wüsste, was in ihm vorgeht. Ganz realistisch gesagt, kannten sie einander kaum. Das fiel ihr jetzt auf. Doch in ihrem Inneren wuchs langsam der stille Wunsch, ihn kennenlernen zu wollen und zu wissen, wer er hinter der Fassade aus Späßen war.
Valdis richtete wieder den Blick auf Cinisca. Und oh - ihr verrückter Plan schien aufzugehen - dachte die Graue für eine Sekunde, bis der Hase einen Haken schlug in ihre Richtung hoppelte. Valdis Ohren schnippten nach vorn und sie stand sekundenschnell auf. Ihre langen Läufe trugen sie schnell nach links und sie musste währenddessen grinsen - das Langohr hatte sich verschätzt und lief in ihre Richtung.
Im Augenwinkel sah sie noch, wie Cinisca an einer Wurzel oder ähnlichem hängenblieb und volle Wolfslänge auf dem Boden aufkam. Es war beinahe komisch, wie sich die schöne Wölfin in einen ungeschickten, taumelnden Welpen verwandelte.
Doch um Cinisca zu helfen war gerade keine Zeit. Das Langohr hatte sich verschätzt und war nur noch wenige Sätze von Valdis entfernt. Valdis drehte sich ein bisschen weiter nach rechts, stoppte aprubt und öffnete dann ihr mit Zähnen besetztes Maul.
Dann biss sie zu und Blut füllte ihren Mund. Es knackte laut, als das Genick des Kaninchens brach und die Muskeln erschöpft aufgaben. Grinsend ließ Valdis den leblosen Körper auf den Boden fallen.
"So tötet man einen Hasen!", rief sie selbstbewusst. Sie suchte Cinisca mit ihrem Blick. Beinahe tat sie ihr leid. Aber Valdis war gerade viel zu gut gelaunt, da sie sich als erfolgreiche Jägerin präsentieren konnte.
"Kommt her, Avon, Cinisca", sagte sie dann anschließend. "Es ist nicht viel, aber wir können damit zumindest den größten Hunger etwas stillen."
Sie schleckte sich übers Maul und schmeckte Blut. Das lief doch besser als erwartet.
[Avon, Cinisca / Silberfischchensee]
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
Valdis grinste stolz. Ihr Avon hatte ihre Idee unterstützt und war ganz bei ihr. Er drückte seine Schnauze liebevoll in ihr Fell und plapperte in typischer Avon-Art auf Cinisca ein. Er erzählte von einem "Brauch" für ihr neues Rudel. Das gefiel Valdis und sie wuffte daraufhin ihrem Gefährten zu.
Auch, dass die beiden sich nun in der Rolle der Beobachter sahen, war ganz nach Valdis Ansinnen.
Die grauschwarze schien doch zu bemerken, dass Valdis eher auf Kaninchen denn auf Fische stand - für eine Sekunde war es ihr unangenehm, dass die Fähe sie so gut lesen konnte. Doch Valdos versuchte, sich dies nicht anmerken zu lassen und antwortete ihr schließlich:
"Du hast uns nicht gestört. Aber viel...Erfolg bei der Jagd."
Triumphierend lächelte sie und beobachtete dann die Fremde. In ihrem Bauch brummte es leicht, einerseits vor Hunger, andererseits vor Nervosität. Ihre Lüge mit dem Alpha-Sein hatte bei Cinisca geklappt - aber was würden die anderen Wölfe sagen? Sie ahnte, dass würde nicht gut ausgehen. Was wäre denn, wenn sie daher vertrieben würde? Wenn die anderen Wölfe die Farce durchschauten?
Valdis war plötzlich in Gedanken versunken, als sie sah, dass die fremde Jägerin sich Fell auszupfte und dann vor den Eingang einer Kaninchenhöhle platzierte.
"Was macht die denn da??", flüsterte sie Avon zu. "Sowas....sowas hab ich ja noch nie gesehen!"
Sie schollt sich selbst, dass sie zugegeben hatte, keine Ahnung zu wissen welche Jagdstrategie Cinisca nutzte. Ihr Avon würde das sicher nicht so sehen - hoffte sie. Aber sie wurde wieder unruhiger und ließ ihren Blick nicht von der Fähe ab. Sie war nun völlig gespannt, wie die Grauschwarze die Jagd weiter verfolgte.
Valdis bemerkte plötzlich, dass sie ihre Schnauze ungläubig geöffnet hatte. Sie schloss sie schnell und leckte sich über die Lefzen.
"Na mal schauen...", sagte sie mehr zu sich selbst.
Sie blickte, ohne ihren Kopf zu bewegen, wie Avon reagieren würde. Unsicher legte sie die Ohren an und ließ Cinisca nicht aus den Augen.
[Avon und Cinisca / Silberfischchensee]
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
Das lief doch tatsächlich besser als erwartet - Ihr Avon spielte mit. Zwar waren seine Worte etwas, nunja, verwirrend bis dümmlich, aber er zeigte sich an Valdis Seite und spielte den Alpha-Rüden so, wie sie es erhofft hatte. Die Fähe, die sich ihnen näherte, hatte grauschwarzes Fell und bernsteinfarbene Augen. Sie musste zugeben - sie war schön. Ihr Herz klopfte, aus Erregung und Verwirrung, doch Valdis erwartete nicht, dass Avon plötzlich von ihr abließ um der Fremden Avancen zu machen. Aber tief in ihrem Inneren war sie eben die Eiskönigin und auch wenn sie es nie zugeben wollte - oft hatte sie eine starke innere Zerrissenheit und Unsicherheit.
Die Fähe plapperte plötzlich los und fing an ihre ganze Lebensgeschichte zu erzählen. Valdis hätte am liebsten die Augen verdreht und sie nachgeäfft - doch das passte nicht zu ihr als DIE Alpha-Fähe! Sie hörte demnach zu was die Grauschwarze erzählte (es hätte ihr egaler nicht sein können), aber sie gab ihr eine Chance. Jedoch berichtete sie plötzlich von der Krankheit. Moment, da war doch was? War das nicht das Thema, was Takata so nervös gemacht hatte und was sie so befürchtete? Valdis wurde unsicherer. Was war das denn mit der Krankheit nun?
"Keine Sorge. Wir sind nicht krank", äußerte Valdis und hob stolz ihren Kopf. Sie überlegte, was sie zur Biografie sagen konnte, wollte aber weder ihre Stellung aufgeben noch gemein sein...
"Wir wollten eh gerade Jagen. Wenn du beweisen kannst, dass du dazu im Stande bist, darfst du dich uns gerne anschließen."
Auf ihre Lefzen trat ein selbstbewusstes Grinsen. Valdis war nicht nur von sich selbst überzeugt, sie wusste das sie eine gute Jägerin war.
"Deinen Bruder kennen wir jedoch nicht", sagte sie dann etwas kühler, schaute in ihre bernsteinfarbenen Augen. Ein weiterer Seitenblick galt ihrem Avon. Das würde spannend werden, dachte sie bei sich.
"Fisch oder Kaninchen?", fragte sie anschließend. Valdis waren Kaninchen deutlich lieber...mit Fischen hatte sie wenige bis keine großen Erfahrungen und das könnte peinlich werden für die große Alpha. Innerlich wiederholte sie: "Kaninchen, Kaninchen, bitte, Kaninchen!" Um sich nicht zu blamieren.
Valdis trat ein paar Schritte zu der liegenden Fähe und weiterhin umspielte ein Lächeln ihre Lefzen.
[Avon und Cinisca / Silberfischchensee]
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
Valdis blickte Avon mit schiefen Kopf an. Er wollte ihr schmeicheln, oder? In dem er so tat, als wüsste er nicht, wie man Kaninchen jagt und fängt. Das musste es sein. Sie wusste, er war nicht so ein Hasenfuß. Valdis war sich sicher, dass er es tat, um sie besser darzustellen, dass musste es sein!
Sie grunzte belustigt - es funktionierte, denn Valdis hörte gerne, dass sie etwas gut kann! Auf ihr Gesicht trat ein Grinsen und sie reckte kurz die Schnauze in die Luft. Irgendwo schien ein Kaninchenbau zu sein, ziemlich in der Nähe. Gerade alte oder unachtsame Tiere waren für einen Wolf wie Valdis leichte Beute. Sie hatte schon einige, ach, hunderte!, Kaninchen getötet. Und Avon sicher auch, doch seine Taktik, so zu tun als könnte er nicht, fand Valdis belustigend.
"Na klar, Avon!", sagte sie überheblich. "Du kannst entweder schauen, ob ein Kaninchen aus dem Bau kommt und mir dann ein Signal geben, oder wir kesseln die Langohren ein und derjenige, zu dem sie laufen, der beißt halt zu."
Valdis war gerade dabei zu prüfen, wo genau der Eingang zum Bau war, als ein anderer Geruch in ihre Nase trat.
Na toll, ein anderer Wolf! Und auch noch eine fremde Fähe!
Sie knurrte leise. Da war sie gerade mit ihrem Avon kurz vor der ersten gemeinsamen Jagd und eine fremde Fähe kam dazu.
Valdis drehte sich zu dem Ursprung des Geruchs und bäumte sich auf. Sie reckte den Kopf selbstbewusst in die Höhe und rief der Fremden zu: "Wer bist du und was machst du hier? Ich bin Valdis, ich..." und dann kam ihr ein genialer Gedanke!, "ich bin die Alpha-Fähe hier und das ist...Avon, mein...mein..." sie schluckte, doch es stimmte, "...mein Gefährte!"
Ohne Avon noch einmal anzusehen grinste sie dann spöttisch. Was für ein feiner Schachzug. Sich als Alpha-Fähe darzustellen und mit Avon so zu tun, als hätten sie irgendeine Macht. Wer sollte kommen und die Lüge auffliegen lassen? Eine Takata womöglich? Doch sie waren hier am Silberfischchensee alleine und keiner konnte die Farce durchschauen. Also lächelte sie süffisant und wartete ab, was die Neue zu melden hatte - doch wehe, sie machte Avon schöne Augen!
[Avon und Cinsica - Silberfischchensee]
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
Ohje, was sagte er da nur?? Valdis blickte Avon unvermittelt an und wusste nun gar nicht, was sie sagen sollte. Abertausend Dinge schwirrten durch ihren Kopf - Da, wo du bist. Das Avon mit Worten besser umgehen konnte als sie selbst, dass hatte sie natürlich schnell verstanden und auch akzeptiert. Aber diese Worte, so süß, waren selbst für ihn etwas zu viel. Valdis schluckte und damit auch Widerworte hinunter. Aber sie entschied sich, erst einmal nicht darauf zu reagieren, in der Hoffnung, dass diese unangenehme Situation auf dem Silberfischchensee davon trieb wie die Blätter der Bäume...
Dann hörte sie ein leises Rumoren und musste kurz lächeln. Sie bemerkte nun auch bei sich ein Hungergefühl. Es schien eine Ewigkeit her zu sein, seit sie den Rehkadaver gefunden hatte und damit auch die anderen Wölfe der Halbinsel.
"Klingt gut!", sagte sie nickend. "Mal schauen. Wusstest du, dass ich von meinen Geschwistern am besten Jagen konnte?", gab sie an und blickte stolz in Avons Augen.
Sie ließ ihren Blick schweifen. Sie suchte vor allem nach Mäuselöchern - diese waren oftmals vielversprechend. Zwar benötigten die beiden mehr als eine einzelne Maus, aber wo eine Maus war, waren auch andere. Oder eine fette Ratte vielleicht? Valdis erhob sich und schnupperte. Irgendwoher musste doch der süße Duft der Beute herwehen!
Valdis schaute nochmals zu Avon.
"Wir finden hier schon was", sagte sie relativ neutral. Sie sog noch einmal die Luft ein und versuchte etwas Fressbares auszumachen. Plötzlich zeigte dies Erfolg - ein Kaninchen! Valdis lächelte süffisant und ohne ein Wort (damit das Kaninchen sie nicht hörte) zeigte sie mit der Schnauze in die Richtung, aus der der Geruch kam. Langsam näherte sich Valdis der Fährte des Kaninchens und schaute anschließend prüfend nach hinten, ob Avon ihr und dem Geruch folgte.
[Avon / Silberfischchensee]
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
Avon auf den ersten Blick: couragiert...wortgewandt...offenherzig...
Doch in seinem Kopf schien noch mehr zu passieren, als er zeigte oder sagte. Valdis wünschte sich in diesem Augenblick, in seinen Kopf hinein zu schauen. Was dachte er wohl? Meinte er das alles wirklich ernst? Sie hatte tief in sich eine Verwirrung und eine Angst, dass alles war entweder ein Traum oder eine List. Ihr Bauch rumorte erneut leise und sie blickte starr über das Wasser des Silberfischchensees. Der Wind ließ kleine Kräusel auf der Oberfläche entstehen und ein Blatt, von irgendeinem Baum, tanzte über dem Wasser.
Avons Worte lenkten sie jedoch schnell ab. Er erzählte, dass er hier schon etwas länger verweilte, was Valdis interessant fand. Sie hatte großes Interesse diese neue Gegend auszukundschaften...mit ihm an ihrer Seite. Zwei gegen den Rest des Rudels...Auch die Information, dass die anderen so peut-à -peut dazukamen, verwunderte sie nicht.
"Mh, zurück?", fragte sie, mehr sich selbst. "Oder kennst du noch andere...schöne...Orte?", murmelte sie.
Ihr fiel es gerade schwer, sich zu konzentrieren. Unsicherheit, Angst und Sorge kamen in der Eiskönigin hoch. Was, wenn das alles eine Farce war? Wer hatte es denn schon ernst mit ihr gemeint?
Zu Vertrauen - das war das schwerste auf der Welt für Valdis. Und das hinderte sie daran, diesen Moment einfach zu genießen.
Sie richtete sich auf und schüttelte ihren Pelz, einige daran hängende Blätter wirbelten umher.
"Was ist dein Lieblingsort in diesem Land?", fragte sie dann und musste leicht lächeln. Vielleicht lenkte er sie erneut ab...und sie konnte ihm glauben, dass das alles kein Traum war.
[Avon / Silberfischchensee]
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| Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr |
Avons Kopf legte sich schief und seine glitzernden Augen musterten die Graue intensiv. In Valdis Bauch rumorte es. Es war eine Mischung aus Angst, Wut und Erregung. Leicht kräuselte sich ihr Fang, weil sie nicht wusste, was sie tun und sagen sollte. Sie hatte sich schon leicht vulnerabel gezeigt und hatte ein wenig das Eis in ihrem Inneren auftauen lassen. Wie hatte der Rüde das denn geschafft? Innerhalb der kurzen Zeit, die sie sich kannten? Valdis schimpfte auf sich selbst.
"Schwächling!", schimpfte eine innere Stimme in ihr. Sie wollte jedoch nicht, dass Avon merkte, wie es ihr ging. Im schlimmsten Fall würde der Rüde denken, ER wäre Schuld an der inneren Zerrissenheit der Fähe. Und das wollte sie auf gar keinen Fall.
Avons Fragen jedoch lenkten sie ein wenig ab. Es waren Fragen, wie sie auf die anderen Wölfe in diesem Land getroffen war. Sie überlegte einen Moment.
Da stand sie wieder - im Eis der Wüste, traf auf Takata und ihren Freund, dann auf Pan und Roghir. Valdis tauchte in ihre Erinnerung ein und ließ die Situation Revue passieren. Sie sah Takata und ihren Freund (Lynx), dann Pan und Roghir, wie sie als Bilder in ihrem inneren Auge auftraten.
"Diese Takata", begann sie Avon dann zu berichten, "war völlig durch den Wind. Sie schimpfte irgendwas von so einer Sache...wie nannte sie das gleich? Krankheit, ja, das war das." Sie rümpfte die Nase. "Dann kamen Pan und Roghir, dass machte die Sache nicht besser."
"Jedenfalls", und sie schaute Avon an, "konnten sie mir nichts an. Ich lass mich von solchen Wölfen nicht ärgern."
Nun musste sie doch wieder leise lachen. Leichter Wind ergriff ihr Fell und sie sah, wie er auch kleine Bewegungen im Wasser erregte.
"Und du?", begann Valdis dann nachzufragen. "Du bist schon längere Zeit hier unterwegs, oder? Also, wo kommst du her? Und was ist mit den anderen Wölfen, die wir trafen, kurz bevor der Bär uns fressen wollte?"
Die Graue grinste leicht. Mit Avon zu reden war erstaunlich erfrischend. Und er interessierte sich für sie, und das war das.
[Avon / Silberfischchensee]
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