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Thema: Neuigkeiten & kleinere Meldungen
18.03.2026 17:43 Forum: Grundlegendes & Neues

Liebe Nachtwölfe,

wie ihr seht, funktioniert unser schönes altes Forum wieder. Das haben wir einem sehr hilfsbereiten und lieben Bplaced-Moderator, dem Miro zu verdanken. smile Vielen Dank für deine schnelle und unkomplizierte Hilfe, das hat uns Mut gemacht!
Danke auch an Karu fürs unermüdliche Mutmachen (es war seine Idee, trotz geringer Erfolgsaussicht den Bplaced-Support anzufragen : o) und dessen Freund. smile


Nichtsdestotrotz hat es an unserem Problem nichts geändert, denn unser Großväterchen von einem Forum ist nicht mehr fit für die neuen Versionen, die heutzutage Gang und Gäbe sind. Wir kommen auf lange Sicht nicht umhin, die Inhalte des Forums auf ein neues Forum zu ziehen, das modern genug ist für die aktuellen Versionen (8.0).
Wir genau das vonstatten laufen wird, wissen wir (Karu & ich) zur Zeit leider noch genauso wenig wie ihr. Es gibt hier und da ein paar zaghafte Ideen, aber das ist noch nicht spruchreif. Vielleich kann uns das Orakel, die KI da auch etwas helfen ... mal schauen.

Zur Zeit läuft das Forum Dank einiger Modifikationen, die Miro vorgenommen hat. Das ist aber keine Dauerlösung!
Zuallererst möchte ich euch alle bitten, Augen und Ohren offen zu halten. Sollte unser Forum die Tage oder Wochen wieder weg vom Netz sein, bedeutet das nicht, dass wir uns nicht kümmern oder keine Lust mehr haben. Unsere technischen Fähigkeiten sind jedoch arg begrenzt und es kann dauern, bis wir eine Lösung gefunden haben.

Alle, die bisher nur hier im Forum aktiv sind, sollten in Erwägung ziehen, unserem Discord-Kanal zu folgen (Einladungsverknüpfung) oder/und unserem WdN-Gruppenchat in Whatsapp beizutreten. Wenn ihr das möchtet, schicke ich euch meine Telefonnummer per Whatsapp oder im Discord. Schaut ggf. eure E-Mails nach, wenn ihr auf keinem der beiden Kanäle seid, da ich dann versuche, es auf die altmodische Art bekannt zu machen, wenn das Forum nicht erreichbar ist.
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
17.02.2026 09:18 Forum: Das Tal

Sie war überrascht von Roghirs knapper Entschuldigung und blinzelte ungewöhnlich verunsichert geradeaus. In diesem Moment tat ihr selbst die Anwesenheit Ayjanas nicht weh, da sie das Gefühl hatte, dass bei ihr ein wunder Punkt erreicht worden war. In der Tat wog Lynx' Verscheiden schwer, doch machte sie keinem noch so ungeliebten Wolf des Rudels einen Vorwurf dafür. Man konnte nicht einmal die Behauptung in den Raum stellen, er hätte sich beim Rudel angesteckt, schließlich war er lange nicht bei ihnen gewesen. Oder ... hatte am Ende sie die tödliche Krankheit in seine Nähe geschleppt? Doch gesundheitlich - sah man von ihren bärenbedingten Kopfschmerzen einmal ab - ging es ihr so weit gut. Konnte man die unbekannte Seuche in sich tragen, ohne dass man es merkte?
Niyols Einwände fielen ihr zusehends auf die Nerven und sie konnte ein Augenrollen nicht länger zurückhalten. Hatten sie den unterschiedlichen Ansichten nicht genug Raum gegeben? Genug Zwist und Streit herrschte in ihrer Gruppe, als dass es sinnvoll war, darüber jetzt noch zu diskutieren. Als er dann jedoch von sinnlosen Aggressionen faselte, nahm sie geradezu angeekelt Abstand von ihm und besah ihn wie einen bösen Geist, den es in Schach zu halten galt. Was äußerte er da?! Sie war vielleicht eifersüchtig, aber sie hatte ihn nicht attackiert! Dass sie Lynx' Erbe nicht in den Dreck gezogen sehen wollte, hatte damit nichts zu tun. Sie verschob die Lefzen angewidert und hielt sich zurück, Roghirs Nähe zu suchen. In dessen Nähe stand immer noch der weiße Unschuldsengel. Sie wollte wetten, die Fähe lachte sich insgeheim ins Pfötchen, dass sich ihr einstiger Verbündeter auf einmal gegen sie wandte. Da war er wieder! Der Bär. Zumindest in Niyols Kopf. Offenbar hatte der bei ihm mehr Schaden angerichtet als bei ihr. Erinnerte er sich nicht, dass sie gemeinsam mit Tihar schon einmal gegen einen Meister Petz gekämpft hatten? Nein, tat er nicht, denn er war damals nicht dabei gewesen, dafür eine Wölfin Namens Larka. Was für ein Problem sah er darin? Es war nicht ungewöhnlich, dass sich Bären und Wölfe in die Quere kamen. Sie hatte für sich entschlossen, die Höhle weitestgehend zu meiden und damit war es gut. War es nicht offensichtlich, dass der grobe Räuber in seiner Winterruhe gestört worden war? Vermutlich hätten die meisten von ihnen nicht anders reagiert. Niyols dagegen machte einen Akt daraus, als war dies ein Ereignis, wie es nur alle vier Wolfsgenerationen vorkam.
Sein überhaupt nicht besorgter Umgang mit dem Thema Krankheit dagegen erschütterte sie umso mehr. ... dann sind wir ohnehin alle kontaminiert. Wie beruhigend! Und damit war die Sache für ihn erledigt? Nicht ganz. Er äußerte, dass sie sich auf die Suche nach dem Ursprung und einer Lösung des Problems machen konnten. Das war das erste Vernünftige, was sie seit langem aus seiner weiß-grauen Schnauze hörte!
Er wollte alle Informationen zusammenkratzen, um das Geheimnis Krankheit zu lüften. Nun, dann musste auf jeden Fall der Bär damit zu tun haben, wenn man seinen Schlüssen folgte, denn der ließ ihn offenbar nicht mehr los. Nein, er spielte natürlich auf ihren Freund Lynx an, über dessen Tod er alles ganz genau wissen wollte. War er vielleicht sadistisch veranlagt? Wollte er wirklich alle grausamen Details wissen? Dann drehte sie den Spieß einfach um.

„Vielleicht teilst du erst einmal mit, wie genau Skadis Tod vonstatten gelaufen ist und woran ihr gemerkt habt, dass sie auch unter der Krankheit litt?“

Erstes Feststellungsmerkmal: Es traf offensichtlich die fähigsten, klügsten und nützlichsten Wölfe des Rudels. Längst machte sie sich Vorwürfe, nicht auf die Entschlossenheit der Fähe vertraut zu haben. Andererseits hätte sie Lynx so vielleicht nie wieder gefunden ... und nie sterben sehen. Was war also besser? Sie wusste, dass ihre Äußerungen weh tat, denn Niyol schien ebenso große Stücke auf sie gehalten zu haben. Doch wenn sie gezwungen war, den Abgang ihres Freundes und Weggefährten zu analysieren und offenzulegen wie einen aufgebrochenen Kadaver, dann sollte er dies ebenso tun! Und wenn dies am Ende half, zur Lösung des Problems beizutragen, umso besser.

(Niyol & Roghir und Ayjana | Mondscheinsee)
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
03.01.2026 20:30 Forum: Das Tal

Sie erschrak innerlich, als Roghir zu dieser Körpersprache überging, die Zähne entblößte und den Schnauzenrücken kräuselte. Soweit sie das erkennen konnte, sträubte sich auch sein Nackenfell und er wirkte unverhofft angsteinflößend. Es brauchte keine besondere Begabung, um zu verstehen, dass sich das auf ihren kleinen Ausrutscher bezog – dass sie gemeint war, als sie ihn der Lüge bezichtigt hatte. Die Weiße schluckte, legte die Ohren zurück und suchte unweigerlich etwas Deckung hinter dem Grauen. Sie mochte Roghir doch ... niemals hatte sie ihn so aus der Reserve locken wollen. Diese Geste hatte viel mehr das verwunschene Weib hinter ihm verdient! Unsicher sah sie hin und her, eh sie leise fiepte.

„... schuldige ..."

Natürlich hatte sie Roghir nicht als Lügner darstellen wollen! Vielleicht hatte er nur etwas falsch verstanden .. oder falsch verstehen wollen. Natürlich sah er Ayjana lieber als eine Heldin, eine, die ihr eigenes Haupt riskierte, um jemand anderen aus der Gefahrenzone zu bringen. Doch trogen ihn vielleicht seine Sinne und es war nicht viel mehr so gewesen, dass die hinterhältige Ziege sie erst in die Reichweite des Bären hatte ziehen wollen? Es hätte ihr eher zu Gesicht gestanden und sie nicht überrascht. Mochte sie dem braunen Rüden auch noch so gut den Kopf verdrehen – sie war immun gegen ihre Anwerbungs- und Turtelversuche. Ein Maikäfer war verlockender als dieses hinterlistige Weib! Als sie glaubte, dass Roghir abgelenkt war, entblößte sie für einen winzigen Augenblick ein, zwei Zähne in Richtung ihrer unfreiwilligen Fellschwester, die sich auffällig ruhig verhielt. Warum auch nicht? Es lief schließlich alles bestens für sie. Vermutlich würde sie Niyol auch noch um die Pfote wickeln. Sie sammelte Rüden wie andere frische Knochen.

Als nächstes begann Roghir wieder mit dem Thema der unbekannten Krankheit. Als ob das nicht schon furchtbar genug war – sie dachte dabei mit größtem Unbehagen an ihre verehrte Alpha Skadi – nutzte er dieses ohnehin grauenvolle Thema, um Takatas einzigen echten Freund Lynx in Mitleidenschaft zu ziehen! Sie musste sich sehr gut zwingen, nun nicht selbst den Fang zu entblößen. Sie mochte Roghir gern, war ihm dankbar für seine Hilfe in ihrem dunkelsten Moment und verzieh ihm, dass er nichts gegen die Avancen ihrer Geschlechtgenossin zu unternehmen im Stande war ... aber sie würde nicht zulassen, dass Lynx als abschreckendes Beispiel irgendwelche Krankheitssymptome herhalten musste! Zumal das unweigerlich bedeutete, dass sie ebenso betroffen gewesen wäre. Sie hatte nah an ihm gestanden, sich an den toten Rüden geschmiegt und sollte es stimmen, dass der Weiße unter der unbekannten Seuche gelitten hatte ... bedeutete das, dass sie am Ende gar selbst kontaminiert war ...

„Es ist nicht sicher, ob er krank war!“, fauchte sie und verließ dafür ihre Deckung, um sich wieder Roghir gegenüber zu stellen. „Außerdem könntet ihr alle genauso betroffen sein ... immerhin wart ihr mit Skadi, als es passiert ist. So weit mir bekannt, hat auch sie Anzeichen der Krankheit gezeigt, oder nicht?!“

Sie warf Roghir einen vorwurfsvollen Blick zu. Von ihr aus sollte Ayjana die Heldin des Tages sein, Von ihr aus sollte sie sie aus der Bärenzone geschleift haben ... egal. Aber auf keinen Fall würde sie zulassen, zusammen mit dem toten und daher hilflosen Lynx oder mit Skadi als potentiell gefährlich da krank abgestempelt zu werden.

„Wir sollten uns lieber zurückhalten mit voreiligen Schlüssen.“

Und dann kam der Graue neben ihr wieder mit der Bärengeschichte. Fast wäre sie ihm dankbar gewesen, immerhin war dieses Thema nicht ganz so brisant wie das mit den aus Nasen und Ohren blutenden, toten Wölfen. Aber wenn es dazu führte, dass die Stimmung noch weiter absackte, konnte sie darauf verzichten. Was gab es da herumzudeuten? Sie waren schließlich alle keine Bärenexperten.
Mit schlecht gelaunter Miene und einem leisen Grummeln, warf sie Niyol einen sträflichen Blick zu. Was hatte er nur mit seinem Bären? Wenn er so scharf darauf war, sollte er doch hingehen und ihn fragen! Sie hatte das Thema abgeschlossen. Sie würden keine zehn Elche mehr in die Nähe des Monstrums bringen – zwei Bärenbegegnungen hatten genügt – und damit sollte es gut sein.

[bei Roghir, Niyol und Ayjana | Rudelplatz | Mondscheinsee]
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
26.11.2025 23:14 Forum: Das Tal

Mussten ihren Freund zurücklassen ... Wieder kamen die brennenden Bilder des toten Lynx vor Augen. Natürlich hatte sie ihn zurücklassen müssen ... er war schließlich tot gewesen. Der Gedanke daran, dass dem nicht so war, dass sie ihn dort zurückgelassen hatte in irgendeiner Art Sopor, machte ihr unheimliche Angst. Sie sah nachdenklich vor sich, vergaß alles andere um sich herum und erinnerte sich daran, wie es Roghir gewesen war, der sie auch diesem tiefen Loch geholt hatte. Erst hatte sie von ihm nichts wissen wollen, hatte ihn fortgeschickt doch er ... hatte nicht locker gelassen und alles daran gesetzt, dass sie sich dem Leben zuwandte, statt dem Tod. Ja, Roghir war ihr heimlicher Held, den sie nur ungern hergab.
Als nächstes berichtete er von dem Timberwolfrüden Namens Avon und von ... Valdis, das war der Name der impertinenten jungen Schreckschraube, die es gewagt hatte, ihr im Angesicht des sterbenden beziehungsweise toten Lynx frech zu kommen. Ihr Nasenrücken legte sich in Falten, während sie nur an dieses Scheusal dachte ... vielleicht eine abtrünnige Schwester Ayjanas? Wer wusste das schon.
Diese beiden, die Bonny und Clyde verkörperten wie das Laub den Herbst, waren also verantwortlich gewesen für das Erscheinen dieses zotteligen Ungeheuers. Erneut keimte Wut in ihr auf und sie nahm sich vor, mindestens einem der beiden den Hals umzudrehen, vielleicht konnte man auch ihrer beider Hälse ineinander verzwirbeln ... es wäre nur gerecht, nachdem, was sie durchgemacht hatte.
Der Gipfel seiner Erklärung aber war die Geschichte von der heldenhaften Ayjana! Oh ja, natürlich, wie hatte sie dieses Märchen nur so schnell vergessen können? Sie hatte sie gerettet! Ayjana hatte den Bären zurück in die Höhle gejagt und sie vor dem Sterben bewahrt – weil sie sie so gut leiden konnte!

„Lüge“, zischte sie viel zu laut und erschrak selbst von ihrem emotionalen Ausreißer.

Ein ehrfürchtiger Blick glitt auf die einzigen beiden Rüden, die noch Hirn hatten und lebendig genug waren, um hierzu zu zählen. Sie wollte weder Niyol verärgern, der ihr gegenüber Mitgefühl und Geduld bewiesen hatte und noch viel weniger Roghir, ihrem Retter aus der Nacht. Er, der er sich längst von diesem weißen Unschuldsengel den Kopf hatte verdrehen lassen, würde es nicht hinnehmen, wenn sie seine neue Freundin als Lügnerin abstrafte. Und doch .. würde sie es nicht über die Lefzen bringen, sich dafür zu entschuldigen. Sie hatte Roghir geholfen! Nicht Ayjana. Und selbst wenn es stimmte, dass sie ihren giftmäuligen Fang an ihrem weißen Fell verewigt hatte, solange Roghir den Bären verprügelte, dann hatte sie das doch nur getan, um ihm zu gefallen! Ja, er dankte ihr dafür, dass sie so eine Heldin war, während er ihr Opfer gar nicht sah. Es machte sie rasend und sie stand kurz davor, zu gehen, als ihr Blick noch einmal feindselig vorbei an Roghir auf die Weiße glitt, bereit, ihr das Tauchen beizubringen.

(Roghir, Niyol & Ayjana | Mondscheinsee)
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
28.10.2025 17:13 Forum: Das Tal

Seit einer gefühlten Ewigkeit war sie dem dunklen Riesen, Roghir, nicht mehr so nahe gekommen. Das entsprang einer Ironie, denn sie hatte weder Furcht vor ihm, noch fand sie ihn irgendwie abstoßend. Was sie störte, war viel mehr sein Anhängsel: Ayjana. Sie folgte ihm wie ein Schatten und verbiss sich in seiner Zuneigung fest wie eine Zecke im Fleisch des Wirts. Gern hätte sie dem stolzen Rüden geholfen, das Untier loszuwerden, doch anders als bei richtigen Zecken, schaffte es diese durch ihr Äußeres und lieb blinzelnde Augen, seinen Wirt zu umgarnen, sodass er gar nicht genug von ihrem Sog bekommen konnte. Und was saugte diese Zecke mit Namen Ayjana? Nicht sein Blut, das der Körper neu generieren konnte, wenn man von einem solchen Tier gebissen wurde, sondern seine Zuneigung. Sicher, ein bisschen Zuneigung konnte man auf alle verteilen, doch hier bestand ernstlich die Gefahr, dass die Zuneigungszecke alle Liebe, all seine Sympathie aus ihm sog, bis für die übrigen Wölfe des Rudels – auch für sie – nur noch Verachtung übrig war ... Doch was konnte sie schon dagegen tun? Ihm auch hübsche Augen machen, sich also mit an Roghir hängen und ebenfalls aus ihm saugen? Nein, sie wollte keine Zecke sein, auch keine Liebeszecke. Wenn sich Roghir für die Weiße entschied, dann war es eben so. Zwar hatte sie nicht den Eindruck, dass er noch zu freien Entscheidungen im Stande war, seitdem sie ihn einhüllte wie eine Spinne, doch würde sie sich nicht die übrig bleibende Verachtung Roghirs nehmen, wenn sie mit der Zuneigung keinen Erfolg hatte. Sollten sie doch saugen ... sollte sie doch an seiner Zuneigung ertrinken!

Takata beantwortete Niyols kurzes Lächeln ebenso mit einem solchen. Es ehrte sie, dass er ihr diese Chance gab und sie würde alles tun, um sich zusammenzureißen. Auf keinen Fall wollte sie eine Szene riskieren, sodass sie auch noch die Zuneigung des Grauen verlor – wenn diese auch anderer Natur war. Es war ein offenes Geheimnis, dass sie beide auf unterschiedlichen Frequenzen agierten, was mitunter zu kleineren Unstimmigkeiten führte, etwa, als ihr kleiner „Handel“ eben geplatzt war. Nichtsdestotrotz wollte sie auch seine Verachtung nicht, denn es war immer gut, Verbündete zu haben. Oder anders ausgedrückt: Sie wollte nicht schuld sein, wenn es zum Eklat kam. Das sollte Ayjana mal schön allein ausleben.

Interessanterweise kam Niyol noch einmal zum Thema Bär zurück, was die Polarwolffähe unweigerlich wieder an ihre Kopfschmerzen erinnerte. Sie wischte sich mit der weißen Pfote über die Schädeldecke und versuchte, es irgendwie loszuwerden. Dafür hatte sie in respektvollem Abstand neben Niyol Halt gemacht und sah nun aus der mittleren Distanz auf den stattlichen Kerl Namens Roghir. Wieder fragte sie sich, weshalb er nicht die Rolle des Leitwolfs einnehmen wollte. Wer – seit Skadis Ableben – war dieser Rolle besser gewachsen als er? Seine ganze Haltung, sein Auftreten, sein Verhalten ... er spiegelte den Prototypen des weisen Anführers wider ... nur er sah das nicht. Sollte es jedoch so weit kommen, dass er Zecken-Ayjana zur Nummer zwei an seiner Seite erkor, dann würde sie dem Rudel schneller den Rücken kehren, als man die drei Silben Ta-Ka-Ta ausspucken konnte!
Sie hielt sich zurück, denn Niyol hatte den Wuff offensichtlich zuerst an den Dunkeln gewendet. Ja, weshalb hatte niemand außer ihr eingegriffen, als Roghir angegriffen worden war? Ach, stimmt. Es würden sicher keine drei Herzschläge vergehen, eh die Geschichte von der Erretterin Ayjana ausgegraben wurde, die sie angeblich aus der Gefahrenzone geschleift hatte. Aber sicher doch. Und den Bären hatte sie mit einem Nasenstupser zurück in die Höhle geboxt, oder wie?!
Die Fähe vermied es auffallend, ihrer Fellgenossin weiter ab in die Augen zu sehen. Sie würde sie wie Luft behandeln, das war das einzige, was man mit ihr machen konnte ... wenn man sie nicht wegboxen durfte, natürlich nur.

( Niyol, Roghir und Ayjana | Rudelplatz Mondscheinsee)
Thema: Neuigkeiten & kleinere Meldungen
12.10.2025 17:44 Forum: Grundlegendes & Neues

Es gibt fortan unter Kreatives ein eigenes Unterforum für geschriebene Sachen (Romane, Geschichten, Gedichte usw.), da sich das von einigen Teilnehmern des Rudeltreffens gewünscht wurde. Augenzwinkern

Nutzt dies auch gern, um eure Texte gleich hier zu veröffentlichen. Sie sind hier für keinen Außenstehenden einsehbar und man kann ohne Probleme und übertriebene Zeichenlängenbegrenzung kommentieren.
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
11.10.2025 13:42 Forum: Das Tal

Warum verstand eigentlich niemand, dass sie es stets nur gut gemeint hatte? Sie hatte sich entfernt, um niemanden anzustecken, falls sie schon unter der Krankheit litt. Natürlich konnten auch die anderen längst infiziert sein, sodass ihre selbst auferlegte, temporäre Verbannung eine Art Selbstschutz dargestellt hätte. Aber auch das war wohl nicht verwerflich, oder? Und dann die Sache mit dem Bären, den keineswegs sie hervorgelockt hatte. Sie hatte Roghir, der zu ihr gehalten und sie wieder aufgebaut hatte nach Lynx' Tod, nur beistehen, ihn nicht allein damit lassen wollen wie damals Tihar. Und auch hier war sie wieder der Buh-Wolf gewesen. Und dass sich Ayjana ausgerechnet an ihren Roghir warf, an ihrer starken Schulter verbiss, die ihr eine Stütze gewesen war, sollte auch ihre Schuld sein? Sie verdrehte dem armen Kerl doch völlig den Kopf! Sie wusste, dass es Wege gab, einem Rüden schöne Augen zu machen und ihre Geschlechtsgenossin nutzte dieses Mittel schamlos aus!
Das Einzige, was sie nicht verstand war, was mit Niyol los war. Er war mittlerweile deutlich ernsthafter als früher, hatte offensichtlich eine Entwicklung durchgemacht und gab sich unverhofft Mühe, ihr zu helfen, aus der Komfortzone zu kommen. Aber welche Motive hatte er? Obgleich sie sich von ihrem den Kopf hatte massieren lassen - die Schmerzen waren inzwischen nicht mehr so sehr schlimm, hielten aber in abgeschwächter Form weiter an - war es doch ein offenes Geheimnis, dass sie beide niemals füreinander bestimmt waren. Es war nicht so, dass Niyol kein ganzer Rüde war, dass er irgendwie abstoßend war oder dergleichen, aber es fehlte etwas an ihm, das Roghir verkörperte ... und sie wusste nicht einmal, wie sie es benennen sollte. Auch Kyjevjen hatte dieses starke Etwas gehabt. Dennoch hoffte sie, ihm nie wieder unter die Augen treten zu müssen ....... niemals hätte sie die Kraft und den Mut gehabt, ihm zu erklären, dass sein kleiner, schutzbedürftiger Bruder nicht mehr war ...
Plötzlich erhob sich der Graue, warf ihr einen vielsagenden Blick zu und kündigte an, dem Turtelpärchen des Todes einen Besuch abzustatten! Er wollte wissen, was es mit dem Bären auf sich hatte, weil er ihr offenbar nicht glaubte. Takata sah ihm gekränkt hinterher und verschob die Lefzen. Sie konnte sich schon vorstellen, wie das ablief: Ayjana würde sich als die Retterin hinstellen und Roghir würde ihr beipflichten. Dabei tat es ihr Leid, ihr, Takata, dass sie sich nicht gegen den Bären hatte behaupten können!
Ohne darüber nachzudenken, erhob sich die Weiße langsam, ignorierte den wieder stärker pochenden Schmerz in Kopf und Gliedern und schlich dem Rüden hinterher wie ein Luchs auf der Pirsch. Mit etwas Abstand tapste sie hinterher, ohne groß Laut zu tun. Wenn er zu den beiden ging, war das für sie die Gelegenheit, sich ihnen zu nähern, ohne dass es so aussah, als wollte sie zu ihnen ... da sie ja nur Niyol folgte und auch das nur heimlich ... so gut es ging.

(mit Niyol auf dem Weg zu Roghir und Ayjana | Rudelplatz Mondscheinsee)
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
23.09.2025 14:45 Forum: Das Tal

Interessiert sah sie den Grauen an. Es interessierte sie wirklich, mehr zu erfahren. Zu erfahren, wer er wirklich war oder weshalb er sich gewandelt hatte. Sie konnte offen auf ihn zugehen und ihn direkt fragen, was ihn verändert hatte, warum er nicht länger der Komödiant des Rudels war, sondern solch ernsthafte Konversationen tätigte. Doch ahnte sie, dass er das in den falschen Hals bekam und das wollte sie vermeiden. Um nichts in der Welt wollte sie es sich mit den letzten Wölfe, die ihr in diesem Rudel noch gewogen waren, verscherzen, hatte sogar vom Rabenvieh des weißen Rüden abgelassen, weil Roghir sie darum ,gebeten' hatte – also weshalb warf man ihr vor, so schrecklich unsozial und widerspenstig zu sein?
Niyol besaß mehr Mut als sie. Er wollte wissen, welche Probleme sie mit dem Weißen Engel hatte, der erstaunlich viel von einem Teufelchen hatte. Es interessierte ihn so sehr, dass er ihr eine Art ... Handel vorschlug, was sie in Erstaunen versetzte. Negative Einschätzung Ayjanas? Das war aber sehr verniedlichend ausgedrückt. Es hätte sie nicht gestört, hätte sie sich im nächsten Moment ihr süßes Engelgenick gebrochen. Und sie wusste, dass man auf derartige Gefühle nicht stolz sein durfte, denn es widersprach der sozialen Erwünschtheit. Andererseits brauchte sie niemandem etwas vormachen. Dass sie speziell war – geworden war, nach alledem, was passiert ist! – wusste inzwischen sogar der Vogel des neusten Neuzugangs. Takata zischte abwertend. Sie hatte keine Lust, sich auf solch einen Kuhhandel einzulassen. Sie war doch kein Welpe mehr! Wenn Niyol nicht berichten wollte, was er dort am Wasser anderes zu suchen gehabt hatte als Muscheln und stinkenden Fisch auf dem Trockenen, dann sollte er es eben für sich behalten! Er war doch nicht ihre persönliche Seelenstütze! Er konnte ihr auch nicht helfen mit dem Problem, das sie mit Roghirs ... neuer Flamme hatte. Das konnte nur der Zufall, falls sie sich doch noch das Hälschen brach und sie zufällig zur Stelle war, um den armen Roghir zu trösten ... völlig selbstlos, natürlich. Die Weiße sah desinteressiert tuend zur Seite und brummte abwertend.

„Schon gut, so wichtig ist es auch nicht.“ Schon sein Zusatz, sie mochte ohne Umschweife, also ohne Auslassungen, ohne Ausschmückungen und ja der Wahrheit verpflichtet alles herauskehren, was sie an dem weißen Teufelsengelchen störte. Nein, so viel war ihr das Wissen um seinen kleinen Strandspaziergang, falls es denn einer gewesen war, nicht wert. Er konnte das Wissen gegen sie verwenden, konnte Roghir stecken, wie sie über seine neue Freundin dachte und damit jede Hoffnung zerstören, dass sie jemals bei ihm landen würde. Auf gar keinen Fall!

Takata drehte sich herum, sodass sie den Hals schon sehr weit nach hinten hätte neigen müssen, um ihn nicht direkt betrachten zu können. Seine Kopfmassage war offensichtlich eh beendet, sodass sie keinen Sinn mehr darin sah, weiter mit ihm Pfötchen zu halten.
Ihre Gefühle offenlegen, um mehr über seinen Spaziergang zu erfahren ... für wen hielt er sich? Das musste ja ein großes Geheimnis sein, das er seitdem mit sich herumschleppte. Hatte er dort seinen toten Großvater wieder getroffen, oder warum machte er solch ein Geheimnis daraus? Interessierte sie kein bisschen, wie viele Muscheln er beschnuppert und zu wie vielen Fischen er gewufft hatte. Oder?

(Niyol, Mondscheinsee)
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
09.09.2025 13:23 Forum: Das Tal

Interessiert wie lange nicht mehr, hörte sie ihrem Gegenüber zu. Ohne, dass sie es so recht merkte, ließen die Kopfschmerzen etwas nach, je mehr sie sich auf die Auseinandersetzung mit Niyol konzentrierte. Sie hatte dem Grauen früher gar nicht zugetraut, ein derart vielfältiges und komplexes Innenleben zu besitzen. Auf sie hatte er viel mehr den Eindruck eines Späßemachers gemacht, der das Welpenalter nie so recht verwunden hatte. Offenbar gab es neben Roghir noch andere Rüden in diesem Rudel, die weiter als bis zum nächsten Rehkadaver denken konnten.
Niyol war losgezogen, um sie zu suchen, obwohl sie sich selbst und aus freien Stücken entschieden hatte, Abstand zum Rudel zu bekommen? Sie staunte hierüber. Und wenn sie seinen Ausführungen weiter folgte, war es Pan ... damit war der Wolf mit dem eigentlich langen Namen gemeint, wohl gewesen, der auf sie aufmerksam gemacht hatte. Langsam begann es in ihrem morschen Hirn zu rattern. Pan ... Valdis ... die Neuen ... zusammen mit Roghir. Langsam kehrten ihre Erinnerungen zurück. Trotzdem war es der ihr bis dahin weitgehend unbekannte Roghir gewesen, der sie zur Rückkehr bewegt hatte. Ob Niyol auch die Fähigkeit besessen hätte, sie nach dem fürchterlichen Ende ihres Freundes Lynx zum Weg zurück zum Rudel zu bewegen?
Ihr Ohr flappte interessiert, wie er beiläufig äußerte, dass er noch einige Zeit am Meer gebraucht hatte. Was verband ihn damit? Was hatte er geglaubt dort zu finden? Diese Frage wollte ausformuliert werden, denn sie ließ ihr keine Ruhe. Es wurde Zeit, dass auch Niyol etwas über sein Innerstes offenlegte, wenn er ihr Vertrauen wert sein wollte.

„Du brauchtest Zeit ...? Wofür?“

Sie legte den Kopf leicht schief und dachte nach. Bei aller Fantasie, über die sie verfügte, wusste sie nicht, was Niyol beschäftigt haben mochte. Es schien ihn jedoch mehr beschäftigt zu haben als ihr Verbleib, was sie ihm nicht unbedingt übelnahm, immerhin war dafür Roghir gekommen, um sie zu holen.

Interessant war auch der nächste Punkt. Er wollte ,ehrlich sein wie auch zu Skadi' - war das eine besondere Ehre? War er sonst nicht ehrlich, weil er alles mit Späßen zu vertuschen versuchte? - und wies jede Verantwortungsbereitschaft von sich, was sie sehr an Roghirs Äußerung erinnerte, der kategorisch ablehnte, die Position des Leitwolfs im Rudel einzunehmen. Leicht getroffen legte se die Ohren zurück und neigte den Kopf etwas nach unten, sodass sie auch die Schmerzen im Kopf wieder spürte. Noch ein womöglich kluger und weiser Wolf, der dankend ablehnte, ihre verrückte Meute zu führen. Wer sollte dann in Frage kommen? Timber-Knoten-in-den-Beinen-Avon oder Milchaugen-K-dingsda-Wolf? Ausgeschlossen. Eher machte sie auf Absätzen kehrt und ging zurück, um sich an Lynx' gefrorenen Leichnam zu kuscheln.
Plötzlich war er wieder bei einem ganz anderen Thema, das sie aufschrecken ließ. Sie blinzelte den Rüden verstört an und richtete die Ohren auf. Bitte? Hatte sie soeben den Namen der unausstehlichen Gewitterziege gehört? Ihr Blick glitt instinktiv zurück, wo sie sie mit Roghir zuletzt hatte turteln sehen. Da war niemand mehr, doch die Geräusche vergnügt planschender Wölfe in mittlerer Entfernung veranlassten sie zu einem tiefen, kehligen Grollen.

„Was für ein Zwist? Es gibt keinen Zwist. Sie ist eine Naturkatastrophe. Du fragst ja auch nicht, was für ein Problem wir mit dem Kometen hatten, der unser altes Zuhause vernichtet und in ein eisiges Tal verwandelt hat.“

Grummelnd und seinen Blick meidend, sah sie zur Seite. Roghir, der sie aus einem tiefen Loch geholt und zurück ins Reich der Lebenden geholt hatte, schäkerte mit Lieschen-Unschuld und beide, er sowie auch Niyol, lehnten es ab, Verantwortung im Rudel zu übernehmen und die kopflos gewordene Truppe durch die neue unsichtbare Gefahr zu führen. Das Ergebnis waren Wölfe wie Vanonasac und Valdis, die machten, was sie wollten. Das hätte es unter Skadi nicht gegeben ... sie war sich sicher ...

(Niyol, Mondscheinsee)
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
25.08.2025 20:36 Forum: Das Tal

Niyols Kopfpflege hatte etwas nachgelassen, was vermutlich daran lag, dass ihn das Verhör zu sehr ablenkte - das Verhör, dem er sie unterzog. Es schien ihm eine teuflische Freude zu bereiten, sie mit Fragen zu löchern. Gut, nun war er eine Weile fort gewesen vom Rudel - sie jedoch auch. Unzufrieden, aber ein Brummeln unterdrückend, sah sie nach unten. Als der graue Rüde plötzlich den tatsächlichen Namen des Timberwolfs ausspuckte, den sie alle so sehr liebten, schrak sie leicht zusammen. Was? Wo? War er hier? Sie sah sich kurz um, der Kopf tat wieder mehr weh. Nein, er war nicht hier. Odin sei Dank. Er hatte nur korrigiert, was sie nicht richtig zustande bekommen hatte. Natürlich, so hieß er. Im Leben nicht hätte sie Namen wie Niyol oder Roghir vergessen ........ oder ... Skadi. Ihr lag an diesem Wolf nichts, das war offensichtlich. Sie wusste auch nicht, welchen Nutzen, welchen Mehrwert dieses Geschöpf haben sollte. Er richtete Chaos an, wo immer er hinstolperte. Und dann das. Niyol wollte von ihr wissen, ob sie ihn sehr schätzte. Die Weiße sah ihn mit entsetzten gelben Augen an, legte die Ohren zur Seite und spürte wieder einen furchtbaren Stich in ihrem Schädel. Hatte er ihr die letzten Herzschläge lang eigentlich überhaupt zugehört? Sie hätte den Trottelwolf samt seines unverschämten weiblichen Gegenstücks am liebsten auf den höchsten Baum geschleudert und er unterstellte ihr, sie ... Moment! Jetzt dämmerte es ihr. Der Schmerz kehrte wellenartig zurück und marterte ihr Hirn. Selbst ein Niyol konnte nicht so töricht sein, anzunehmen, ihr lag insgeheim etwas an diesem vierbeinbeinigen Missgeschick Namens Vanon ... nein, Avon.
Ertappt blickte sie zur Seite, als ihr klar wurde, dass er gerade dabei war, ihr Innerstes offenzulegen. Ob ihr etwas an Roghir lag. Natürlich nicht! Er hatte sie nur aus einer tiefen Krise geholt, aus einem Moment, in dem sie am liebsten neben ihrem geschätzten Lynx geblieben und mit ihm zu Eis erstarrt wäre. Und wie sie ihn schätzte! Aber würde sie ihm das auf die Nase binden? Ihr Blick wurde ganz anders, als ihr ein fürchterlicher Verdacht aufkam. War er am Ende etwa ... eifersüchtig? Ihre Lefzen zuckten zu einem leichten Grinsen. Dann aber entschied sie, sich nicht näher löchern zu lassen, sondern den Spieß umzudrehen.

„Und du? Wo warst du die ganze Zeit? Wo hast du gesteckt? Wen hast du getroffen?“

Sie mochte wetten, ein Schelm wie Niyol kam nicht mit leerem Maule zurück. Hatte er nicht diesen unglücklichen Rabenwolf hier angeschleppt?

„Weshalb warst du solange fort?“, fragte sie ernst und legte ein Ohr zurück. „Du warst lange weg … und wiedergekommen bist du mit ...“ Ihr Blick fuhr dort hin, wo sie den weißen Rüden zuletzt gesehen hatte, „... dem da ... dem Wolf ... dem Wolf mit dem Vogel, meine ich.“

Sie versuchte, nicht abwertend zu klingen, denn im Gegensatz zu Avon sah sie in dem Weißen ein ebenso unglückliches Individuum, das vermutlich ein Opfer seiner Umstände war. Wäre da doch nur nicht dieses verhängnisvolle Rabenvogel gewesen, mit dem er sich umgab. Er flatterte um ihn herum wie ein kleiner Dämon, der ihm einflüsterte, wie böse sie doch war ...

(Niyol, Mondscheinsee)
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
10.08.2025 16:40 Forum: Das Tal

Sie genoss die Kopfmassage mehr, als es womöglich gut war. Nicht, dass Niyol das falsch verstand – sie machte ihm keine Avancen oder so. Sie vertraute ihm schlicht mehr als den meisten anderen Rüden im Rudel, einschließlich des Wolfs mit dem Vogel, der ihr irgendwelches Unkraut hatte andrehen wollen. Interessant, dass er sie nicht mehr darauf stieß, obgleich er doch viel Hoffnung in den Neuling zu setzen schien.
Stattdessen fragte er unschuldig, welche beiden Dummköpfe sie meinte. Ja, bei so vielen von denen konnte man schon mal die Übersicht verlieren. War er so spät dazugestoßen, dass er nicht mitbekommen hatte, was sich zugetragen hatte? So musste es wohl sein, denn sie selbst konnte sich nicht mehr daran erinnern, wie genau es gewesen war. Jetzt wurde sie wiederum in die Bedrängnis gebracht zu überlegen, wie der Name dieses ungeschickten Großmauls war. Vonsacanava? Aragon? So ähnlich.

„Du weißt schon“, meinte sie platt. „Den Timberwolf, der über seine eigenen Beine stolpert und dieses weibliche Großmaul, das erst seit kurzem hier ist ... Valdi, oder so ähnlich.“

Sie sah verstimmt zur Seite und legte die Ohren zu den Seiten. Nur ungern wurde sie an solche Wölfe erinnert. Die beiden hatten überhaupt nichts im Kopf, aber hielten sich für die größten. Selbstüberschätzung in ihrer reinsten Form.
Aus dem Puchern in ihrem Kopf wurde eine sanfte, wiederkehrende Welle mit jeder Bewegung, die er tat. Er hatte wirklich die magische Zunge. Zum Glück wusste sonst niemand, dass er diese Fähigkeit besaß, denn dann müsste sie um ihn ebenso kämpfen wie um Roghir.
Seine nächste Frage schien noch schwerer zu beantworten als die erste. Weshalb sie dort gewesen waren ... das wusste sie nicht mehr. Ob diese Erinnerung durch die Schläge auf den Kopf verloren gegangen waren? Sicher hatten sie schauen wollen, was los war. Sie war weitgehend Roghir gefolgt, nachdem sie zurückgekehrt waren. So weit sie noch wusste, waren sie den Geräuschen des Bären gefolgt, denn ein Bär bedeutete nie Gutes. Vermutlich hatte der dunkle Rüde dem Bonny-und-Clyde-Verschnitt helfen wollen und sie wiederum ihm – ja, so musste es gewesen sein.

„Gute Frage“, grummelte sie und hielt den Kopf weiter hin. „Das musst du Roghir fragen. Ich glaube, er hat eine Schwäche für solche Wölfe.“ Sie neigte den Blick langsam in die Richtung, in der sie den eindrucksvollen Kerl zuletzt gesehen hatte. „Er hat überhaupt eine Schwäche für Wölfe mit großem Maul ...“ ... deswegen war sie hier und Ayjana dort drüben, doch auch damit würde sie wohl leben lernen müssen ... außer Ayjana wurde zufällig Opfer der ominösen Krankheit. Und sie war sich nicht sicher, ob es ihr Leid getan hätte ...

(Niyol, Mondscheinsee)
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
29.07.2025 18:49 Forum: Das Tal

Niyol musste wahrlich magische Pfoten und eine magische Zunge haben. Ein Gefühl der Wärme durchströmte ihre Stirn und ihren ganzen Kopf, als er sie berührte. Sie legte die Ohren zurück und murrte angetan. Sie hatte gar nicht gemerkt, wie sehr es ihr gefehlt hatte, einmal zärtlich berührt zu werden, auch dann, wenn hinter dem Kontakt ein ganz pragmatischer Grund stand und nicht die reine Liebe. Sie zog die Lefzen breit zu einem entspannten Lächeln, womöglich bewegte sich auch ihre Rutenspitze. Es war nicht so, dass ihre Kopfschmerzen sofort weg waren, doch begegneten sie überraschend einem sehr schönen Gefühl und sie erlebte dadurch Ablenkung von dem ewig pochenden Schmerz. Sie stieß heiße Luft aus der Nase und sog die Witterung des Rüden tief ein. Kaum jemand von den Wölfen, die sie hier noch umgaben, vermittelte so viel Vertrautheit, wie er es tat, nicht einmal Roghir, den sie im Grunde erst seit kurzem kannte.
Er verstand nicht, weshalb sie es nicht gleich offengelegt hatte? War das nicht offensichtlich? Es war ihr unangenehm. Leicht getroffen sah sie zur Seite, doch zum Glück überwog das schöne Gefühl. Er tat dies auch mit der richtigen Stärke - nicht zu zag aber auch nicht zu doll.
Als nächstes wollte er wissen, wer den Bären eigentlich aus seiner (Winter-?)Ruhe gestört hatte. Ihr Nasenrücken kräuselte sich und sie brummte leicht, als ihr erstmals bewusst wurde, wer dafür tatsächlich verantwortlich war. Soweit sie das mitbekommen hatte, war das törichte Turtelpärchen, bestehen aus Valdis mit dem übergroßen Mundwerk und Vonasacanac-Knoten-in-den-Beinen dafür zu verantworten gewesen! Roghir, selbstlos wie er war, hatte den beiden zu Hilfe kommen wollen, doch sie ... ja, wo waren sie eigentlich hin? Sie hatte feige die Flucht angetreten und Roghir sowie sie mit dem Bären allein zurückgelassen! Wenn das nicht nach einem Rausschmiss aus dem Rudel rief ...


„Das waren die Zwei ... die zwei ... Dummköpfe“, brummte sie zornig, wobei das noch das Netteste war, was ihr zu dem Pärchen einfiel. „Sie haben ihn gestört und uns dann allein mit ihm gelassen.“ Ihr Knurren wurde lauter, während sie hinzufügte. „Elende Verräter!“
Als nächstes schnaufte sie wieder geschlagen und blinzelte.

„Hör nicht auf!“, forderte sie und legte den Kopf wieder ganz in seine Nähe. „Oh, das tut gut. Danke, Niyol.“ Bei dem Gedanken an die Zuwendung, die ihr er gegenüber zuteil werden ließ, legte sich wieder ein sanftmütiges Lächeln auf ihre Lefzen. Es war schön, einmal mit einem Wolf zu tun zu haben, bei dem man nicht befürchten musste, dass er einen fallen ließ, einen verriet oder einem das wegzunehmen drohte, was noch von Bedeutung war. Die meisten Wölfe in dieser führerlosen Meute waren lästige Parasiten, die nur auf ihren eigenen Vorteil aus waren! Bei dem Gedanken an sie schmerzte es sie wieder mehr in ihrem lädierten Haupt.

(Niyol, Mondscheinsee)
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
25.07.2025 17:36 Forum: Das Tal

Ihr ging der Blick der Weißen nicht mehr aus dem Kopf. So sehr sie sich Mühe gab, in dieser weißwattigen Fähe nichts Böses zu sehen, sondern allenfalls etwas Unbedarftes ... es gelang ihr nicht. Sie hatte sie herausgefordert, hatte den Braten vor ihren Augen köstlich und genussvoll in sich hineingeschlungen und sich vermutlich daran erfreut, dass sie, Takata, außen vor blieb. Der Braten, das war Roghir, von dem sie sich nach Lynx' Ableben so viel erhofft hatte. Und doch versuchte sie, einen kühlen Kopf zu bewahren, denn sie wusste, dass es alles nur schlimmer machte, ging sie auf die Provokationen ein. Sollte sie so tun, als war es ihr egal, wie sie mit dem dunklen Rüden herumturtelte? Das wäre nicht glaubwürdig gewesen. Sollte sie so tun, als gönnte sie ihr das gestohlene Glück? Sie wünschte sich einen wie Roghir nicht zwingend als Liebespartner, aber als verlässlichen Freund, als starke Pfote, an der sie sich im Zweifelfall festhalten konnte, so wie sie es getan hatte, als sie kurz vor dem Zusammenbruch gestanden hatte. Dort war Ayjana weit, weit weg gewesen und alles schien in Ordnung. Doch jetzt führte sie sie vor, stellte sie bloß und erniedrigte sie auf eine perfide Weise. Nein, sie konnte nicht so tun, als war es ihr egal. Roghir war ihr nicht egal. Und sie wusste, dass er sich nicht wie einen Braten hin- und herreißen ließ von zwei aufmerksamkeitsheischenden weißen Fähen, die beide nicht genug von ihm bekommen konnten.
Die Weiße schrak zusammen, als das Wuffen eines Rüden hinter ihr ertönte. Roghir? Nein. Sie drehte sich herum, so weit es ihr Nacken zuließ. Doch allein der Geruch verriet ihr, dass es sich dabei um Niyol handelte, ein Wolf, mit dem sie früher gar nichts anzufangen gewusst hatte, inzwischen war so froh, dass er noch hier war. Sie schnaufte etwas. Nein, gut geschlafen hatte sie nicht, aber das Erwachen war noch viel schlimmer gewesen. Ihr ging die Fratze der Weißen nicht aus dem Kopf. Sieh, Takata ... wen ich an der Angel hab!
Der Grauwolf suchte überraschend ihre Nähe und erinnerte sie daran, dass sie irgendeine Geschichte näher ausführen wollte. Wollte sie das? Eigentlich war sie nicht in der Stimmung, längere Erklärungen abzuhalten. In ihrem lädierten Kopf begann es merklich zu rattern, während sie nachdenklich herumsah, aber nur Rinde zu Gesicht bekam. Geschichte ... Geschichte ... eine Geschichte über eine gute und eine böse Fee? Da fiel ihr sofort eine ein. Doch was interessierte es ihn, von zwei eifersüchtigen Fähen zu hören, die um einen Prinzen herumschwirr- ach nein, klar. Die Geschichte vom Bären. Sie hatte zwar schon bekräftigt, dass sie sich an nichts erinnern konnte, doch Niyol, der eingefleischte Wolfskenner, hatte sie sofort durchlavt ... nein, durchschaut und entlarvt.
Sie holte tief Luft und spürte die Schmerzen wieder. Da fiel ihr ein, dass Niyol vielleicht auch etwas für sie tun konnte. Bevor sie seinen Wunsch erfüllte, verlangte sie eine Gegenleistung. Sie rutschte etwas an den Grauen heran, den sie zwar nicht übermäßig attraktiv, aber auch nicht abstoßend fand. Natürlich, er war nicht so ein Superheld wie Roghir, aber auch nicht so eine Schlaffmann-Lachnummer wie ein Vonacasa oder wie der hieß oder wie der ungut riechende milchäugige Wolf, absolute Anti-Helden, wenn man sie fragte!

„Magst du ... magst du mir ... den Kopf ... lecken? Massieren?“

Sie fuhr ihre Schnauze nahe an ihn heran, bis sie die ersten grauen Fellhärchen berührte und sah gequält nach oben, wo es wehtat. Vielleicht konnte er ihr helfen, die Beulen, die sie beim Kampf mit dem Bären erlitten hatte, zu lindern ... und Roghir vielleicht ein bisschen eifersüchtig machen.
Während ihr Kopf dort wie vor-die-Pfoten-gelegt lag, schnaufte sie geschafft und begann zu berichten.

„Der Bär ... hat mich ... an ... an den Bären erinnert.“ Wenn das keine folgerichtige Feststellung war, die Sinn ergab. „An den Bären ... und Tihar ...“ Sie holte tiiief Luft. „Damals ... hat er gegen ihn gekämpft ... und ich auch ... zusammen konnten wir ihn ... in die Flucht schlagen. Doch ich hatte ... zu wenig getan, um ihm beizustehen“, diesem Arschloch von Wolf, „... ein Fehler ... den ich nicht wieder begehen wollte.“ Sie seufzte. „Doch das“, ihre Augen rollten kurz hoch, „kam dabei heraus.“ Sie versuchte sich in einem gequälten Lächeln, eh sie die honiggelben Augen schloss und versuchte, die Massage zu genießen.

Ob ihm das als Erklärung genügte, wusste sie nicht zu sagen. Vermutlich würde er es dennoch nicht verstehen, denn ein gesunder Wolf legte sich nicht mit einem ausgewachsenen Bären an. Doch Tihar war nie gesund gewesen und sie hatte die Befürchtung, dass sie es auch nicht mehr war. Vor allem aber, doch das würde sie ihm nicht aufs Kreuz binden, wollte sie Roghir nicht allein mit dem Ungeheuer lassen, sondern ihm revanchierend zurückgeben, was er dort draußen für sie getan hatte. Ihr Blick glitt wenig später wieder in die Richtung, in der sie den dunkelbraunen Wolf vermutete.

(Niyol, Mondscheinsee)
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
13.07.2025 19:21 Forum: Das Tal

Sie musste wohl eingeschlafen sein. Als sie aufwachte, tat ihr Kopf noch immer furchtbar weh. Das war vermutlich harmlos im Vergleich zu dem, was ihr noch hätte passieren können, hätte der Bär richtig ausgeholt. Sie ächzte leise und rieb sich die Schädeldecke. Ihr kam der Gedanke auf, vielleicht etwas Schnee zu verwenden, um sich den Kopf zu kühlen. Dafür hätte sie jedoch eine längere Wanderung in Richtung der Schneewüste antreten müssen, aus der sie eben erst zurückgekehrt war.
Immerhin war ihr Blick wieder aufgeklart, denn kurz nach dem Erwachen war das Bild, das sie gesehen hatte, leicht unscharf gewesen. Das wollte sie auf keinen Fall ein weiteres Mal riskieren. Sie wusste auch nicht, für wen sie das hätte tun sollen. Eigentlich hatte sie Roghir beiseite treten wollen, inzwischen wusste sie nicht mehr, ob er es wirklich wert gewesen war. Doch, sicher mochte sie ihn noch immer. Er war schließlich ein stattlicher Kerl und seine Sanftmut erwärmte ihr Herz. Aber gerade weil er ein stattlicher Rüde war, hatten es auch andere Fähen auf ihn abgesehen. Allen voran die andere Weiße, Ayjana, die sich einen Spaß daraus machte, ihr, Takata, vorzuhalten, dass sie niemals bei ihm landen würde. Sie kratzte sich tief bei ihm ein und beanspruchte seine Seele allein für sich. Der Gedanke, dass er sich von dieser hinterlistigen Natter umgarnen ließ, ließ ihren Schnauzenrücken erneut zusammenkräuseln. Als sie dann auch noch bemerkte, dass die Weiße zu ihr herübersah, war der alte Zorn wieder da. Unweigerlich ließ sie ein paar Schneidezähne durch die Lefzen schimmern. Dabei war sie ganz und gar nicht verrückt nach einer handfesten Auseinandersetzung, immerhin hatte sie von ihrer letzten noch genug. Sie registrierte zwar auch, dass Niyol mit einem Mal überraschend in ihre Nähe vorgerückt war, jedoch hatte er mit den Resten der Beute zu tun. Bei seinem Anblick legte sich ihr Groll fürs Erste, doch hielt sie es für das Beste, sich langsam zu erheben und umzudrehen, sodass all die anderen, die im Stillen Pläne gegen sie schmiedeten, nur noch ihr großes weißes Hinterteil mit angelegter Polarwolfrute zu Gesicht bekamen. Sie konnte ihre Blicke auf dem Rücken spüren. Sollten sie es nur nicht wagen, sich anzuschleichen und einen Überraschungsangriff zu versuchen ...

(Nähe Niyol, Mondscheinsee - generell anspielbar)
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
11.06.2025 07:53 Forum: Das Tal

Sehr gut. Der frühe Vogel fängt den Wurm Hasen großes Grinsen
Wenn du an der Reihe bist, kannst du schreiben, dass Valdis den unvorsichtigen und siegessicheren Hasen in den Fang bekommt!

(Rollenspielfremde Beiträge werden anschließend gelöscht.)
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
20.05.2025 12:47 Forum: Das Tal

Für einen Moment hielt sie an und legte den Kopf schief. Vielleicht missinterpretierte sie da etwas, doch machte der junge Weiße erneut den Eindruck auf sie, verletzt zu sein. Ohne Zweifel war er ein Sensibelchen, das schnell die Nerven verlor und wieder zu zittern begann. Wegen ihr? Aber sie hatte doch nicht ihm gedroht, sondern nur dem dummen Federvieh, das im Hintergrund noch immer weiter krächzte wie eine heisere Nachtigall mit 40 Grad Fieber. Einmal noch sah sie zurück auf das sich vor Empörung aufplusternde Tier. Wäre sie besser drauf gewesen, hätte es sie vielleicht amüsiert, einen einfachen Vogel so aus der Reserve gelockt zu haben. Dabei ging ihr sein Krakeelen in einem weißen Ohr rein und im anderen wieder heraus. Nur eine Sache schaffte es in ihr von Bärentatzen lädiertes Hirn ... Bester Freund? Ans Herz gewachsen? Einen ihresgleichen? Ihr Blick glitt wieder auf den weißen Rüden unweit ihrer Selbst, der dort kauerte und - anders als der Rabe - keinen Laut herausbekam, sich nicht aufregte und so tat, als war er der König der Storchenhalbinsel. Schade, dachte sie sich. Mit dem Rüden hätte sie vielleicht sogar noch etwas anfangen können, war seine Schwäche echt und nicht nur vorgegeben, schließlich hatte auch sie mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen. Doch hatte der Aasfresser eben klar gestellt, dass es ... Anouk? So hieß der Weiße wohl, nicht ohne ihn gab. Welch ein bedauernswerter Fakt. Was sollte ein Wolf mit einem Raben anfangen? Wartete das Federvieh sehnlich auf den Tag, an dem auch sein ihn begleitender Wolf schmackhaftes Aas wurde? Sie konnte sich nicht vorstellen, was diese beiden Spezies miteinander verband.
Damit setzte sie an Anouk vorüber, jedoch nicht, ohne noch einen bissigen Kommentar abzulassen, nun, nachdem sie mit aller Deutlichkeit wusste, dass die Zwei zusammen gehörten.

„Sag deinem Piepmatz, er soll still sein! Sein Gekrächze ist ja nicht zu ertragen.“

Gern hätte sie darauf hingewiesen, dass sein sicherster Platz die oberen Äste waren, nicht der Boden, auf dem die Wölfe liefen, immerhin schmeckte auch Geflügel nicht schlecht, wenn es nichts Besseres gab. Doch zum einen würde Anouk dann vermutlich erneut Angst bekommen, was sie nicht zwingend beabsichtigte, immerhin war sie nicht wie Tihar, der sich einen Spaß daraus gemacht hatte, Pilgrim einzuschüchtern - inzwischen erkannte sie es - zum anderen musste sie sich an das halten, was Roghir ihr aufgetragen hatte ... sie sollte den elenden Schnabelträger in Ruhe lassen. Das ging jedoch nur, wenn er sich an das hielt, was sie ihm befohlen hatte - sich von ihr fernzuhalten, was wiederum bedeutete, dass ihr Verhältnis zu dem Neuen gegenüber, Anouk, mindestens schwierig werden würde, da sie darauf bedacht sein musste, den Vogel nicht unnötig auf sich aufmerksam zu machen und damit Roghirs Gunst zu verlieren. Unfassbar, wie ihr Verhältnis zu einem starken stolzen Wolf wie Roghir von einem krächzenden Eierleger abhing! Wo waren sie nur hingekommen ...
Takata legte sich etwas abseits unter einen anderen Baum und rieb sich den schmerzenden Kopf, legte ihn ab und schloss die Augen in der Hoffnung, das alles für einen Moment vergessen zu können.

(Nähe Anouk (Karasu), Mondscheinsee - generell anspielbar)
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
15.05.2025 16:59 Forum: Das Tal

Weiterhin behielt sie den vermaledeiten Vogel aus verengten Augen im Blick und es war nicht nur dem Sonnenlicht geschuldet, das über ihnen lag. In der Vergangenheit hatte sie nicht viel mit diesem Federvieh zu tun gehabt, was ihr rückblickend auch nur recht gewesen war. Doch dass dieser Vogel nun samt eines emotional instabilen Jungwolfs Teil ihres Rudels sein sollte, behagte ihr absolut nicht. Sie würde dem Vieh nicht trauen. Sein schwarzes Gefieder war dunkel und undurchschaubar wie sein kleiner Geist. Sein spitz zulaufender Schnabel, seine schwarzen Augen ... all das war für sie der Vorbote des Todes. Er war ein kleiner Leichenfledderer, der mit samt seiner Brut auf totem Getier herumhackte und wenig über den unansehnlichen Maden stand, die alles Tote bevölkerten. Ein grauenvoller Gedanke, dass dies auch der ehrenwerten Skadi oder ihrem geschätzten Lynx widerfahren sollte - letzterem vielleicht nicht so bald, da er inmitten der Eiswüste lag.

„Ich kenne dich und deinesgleichen gut genug. Ihr seid der verfluchte Schatten am Himmel, der über alles herfällt, was das Pech hatte, nicht länger am Leben sein zu dürfen.“ Sie bleckte die Zähne und zischte wie eine Schlange. „Flieg hinfort! Hast du nicht noch irgendeinem Aas die Augen aus-“

Doch plötzlich tauchte neben ihr eine große Gestalt auf, die sie zusammenzucken ließ. Für einen Moment hatte sie unterschwellig befürchtet, der Bär kam zurück und sie spürte die Schmerzen in ihrem Kopf wieder. Doch sie erkannte, dass es sich um Roghir handelte, der sich neben ihr postierte, um ebenfalls einen Blick auf das verwunschene Federvieh zu werfen. Wenn sie beide daran arbeiteten, dem Raben klar zu machen, dass er nicht zu ihrem Rudel gehörten, waren die Erfolgsaussichten größer und dieser junge weiße Rüde würde sich damit abfinden müssen, dass er ohne seinen Freund ... aber weit gefehlt! Roghir blickte zu dem Vogel auf, dass sie meinte, er würde mit einstimmen, stattdessen aber richtete er seine mahnenden Laute an sie und forderte sie auf, den Vogel in Ruhe zu lassen. Die Weiße legte ihre Ohren zurück und ließ seine kleine Standpauke über sich ergehen. War das sein Ernst? Er verlangte von ihr, dass sie einen Vogel in Ruhe ließ? Verstand er denn nicht, dass er nicht zu ihrer Gruppe gehörte? Und was sollte der Querverweis auf Skadi? Hatte er sich selbst eben als einen Freund ihrerseits bezeichnet? Sie sah ratlos auf den Baumstamm, der Vogel schien für einen Moment vergessen. Vorhin noch, es war nicht lange her, hatte sie in ihm einen Helden gesehen, den Wolf mit der starken Schulter, an die sie sich lehnen konnte. Er war zu einem Anker geworden, als sie sich im freien Fall befunden hatte und nach Lynx' Ableben nicht mehr weiter gewusst hatte. Was drohte ihr, wenn sie seine Aufforderung, das Federtier in Ruhe zu lassen, ignorierte? Würde er diese Freundschaft aufkündigen – wegen eines Vogels? Sie legte nur noch ein Ohr schief. Bevor sie die Chance hatte, ihn bezüglich der Liebkoseleien mit Ayjana zur Rede zu stellen oder sich kurzerhand an sein Wangenfell zu schmiegen, war er schon wieder fort. Er ließ sie einfach dort stehen, nachdem er sie zurechtgewiesen hatte wie ein kleines Mädchen. Sollte sie ihn dafür verachten, dass er sie vor dem dummen Vogel bloßgestellt hatte? Vor den Augen des weinerlichen Weißen, der sich samt seines gefiederten Freundes insgeheim lustig über ihn machte? Sie brummte unzufrieden. Ihr Hirn arbeitete an neuen Verwünschungen gegenüber dem Vogel. Leider war er im Vorteil, da er fliegen konnte und sie hatte nicht die Möglichkeit, ihn auf dem Baum zu erreichen. Wenn sie nun jedoch klein beigab und tat, was Roghir verlangte, wusste ein jeder Depp hier – und davon gab es einige – wie wichtig ihr das Verhältnis zu dem Dunklen war. Sie schnaubte verärgert und sah noch einmal aus funkelnden Augen zu dem kleineren Tier auf.

„Halte dich fern von mir, du Bote des Todes. Sonst ...“

Sie ließ die Kiefer zusammenschnappen und wandte sich anschließend ab.
Nein, sie hegte keine echte Verachtung gegen diesen Vogel. Im Grunde war ihr der Federträger vollkommen egal. Er stand doch nur stellvertretend für jene, die sie nicht so einfach zwischen den Zähnen zerdrücken konnte ... oder durfte. Ihr Blick blieb unweigerlich bei dem weißen Rüden hängen, dessen Namen ihr nicht präsent war. Es wurmte sie, dass er von den anderen mehr Aufmerksamkeit und Sympathie erhielt als sie, die sie so viel durchgemacht hatte, die sie schon seit je her zu diesem Rudel gehörte. Es ließ sie nicht in Ruhe, dass nun sogar ein Rabe zu ihrer Gruppe gehören durfte, während die, die sie so vermisste, nie wiederkehren würden.

(Bei Anouk & Karasu, Rudelplatz)
Thema: Kapitel XI – Unsichtbare Gefahr
26.04.2025 17:05 Forum: Das Tal

Es ging ihr nicht in den lädierten Kopf, wie ein Wolf mit einem Raben ... befreundet? sein konnte. Diese schwarzen Flügelwesen taugten allenfalls, um sie auf nahegelegene Beute aufmerksam zu machen, doch um nichts in der Welt wäre sie auf die Idee gekommen, eines von diesen Tieren ... in ihr Herz zu schließen. Sie kam nicht umhin, in diesen Tieren etwas ... Düsteres zu sehen, etwas Abwegiges, das nichts Gutes mit sich brachte. Die schwarze Erscheinung, die kleinen schwarzen Augen, der spitze Schnabel und das Fehlen von richtigen Armen oder Ohren, verstärkten dieses wachsende Misstrauen. Umso überraschter war sie, als sie feststellte, dass das Federvieh sie offenbar gehört und auch verstanden hatte. Und sie ... verstand seine Antwort? Er wusste ... ihren Namen? Takata trat erschrocken zurück. Dieses Flügelwesen war nicht normal! Hatte der weiße Rüde ihn zu einer Art gefiedertem Wolf umerzogen? Was hatte er mit dem Federvieh angestellt, dass sich dieser so vermeintlich pro-wölfisch verhielt? Ob er ihr helfen konnte ... Sie konnte die Ironie schmecken, die seinem Gekrächzte innewohnte. Sie war schon froh, wenn er keinen Vogelschiss auf sie herabregnen ließ!
Takata trat wieder vor, sah kurz prüfend auf die beiden Rüden und wagte dann, ihm ein unterschwelliges Knurren zuzuwerfen.

„Kannst du“, gab sie unumwunden zu und funkelte ihn aus feindseligen Augen an. „Verschwinde. Flieg dorthin zurück, wo du hergekommen bist, du Unglücksrabe!“, zischte sie mit gedrungener Stimme.

Möglich, dass die Zwei sie gehört hatten und dass der Weiße gleich wieder einen Nervenzusammenbruch erlitt. Dann wiederum würde Niyol ihr die Leviten lesen, worauf sie eigentlich verzichten konnte.
Und dann diese Kopfschmerzen! Sie wischte sich ein ums andere Mal über den Schädel und verfluchte den Bären für seine schlagkräftigen Argumente. Artgenossen waren schon nicht immer leicht zu handhaben ... da brauchte sie nicht noch die Angehörigen fremder Spezies ... tödliche Wapitis, schlagkräftige Bären oder vorlaute Vogelviecher.

(Karasu, Niyol & Anouk in der Nähe Mondscheinsee)
Thema: Helft Avon, seine Eier zu finden
21.04.2025 19:47 Forum: Grundlegendes & Neues

Wo war das? großes Grinsen
Ich muss die mal aufräumen. ^^
Thema: Helft Avon, seine Eier zu finden
21.04.2025 17:11 Forum: Grundlegendes & Neues

Nicht traurig sein, ihr anderen Wölfchen ._.

Ich wusste nicht, dass die Resonanz dieses Jahr so groß ist ... traurig
Wir werden vielleicht diesjahr noch mal einen richtigen Wettbewerb machen.


Ich wende mich demnächst noch mal an die Gewinner und wir klären das mit den Preisen ab!
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